Eine aktuelle Auswertung der Online-Fahrzeugplattform Carvago zeigt den rasanten Wertverlust von Elektroautos gegenüber ihren Verbrenner-Pendants auf dem deutschen Markt. Für die Analyse verglich Carvago Inseratsdaten von Fahrzeugen mit Erstzulassung 2022 mit Angeboten aus dem vierten Quartal 2025.
Die Methode: Jeweils ein Elektroauto wurde mit einem vergleichbaren Verbrenner desselben Herstellers gegenübergestellt. Alle Antriebsvarianten und Ausstattungen flossen in einen Durchschnittspreis ein.

Die besten E-Autos bis 27.000 Euro

Fiat Grande Panda
2.
Fiat
Grande Panda Elektro
2,7
befriedigend
Preis
24.990 EUR
BYD Dolphin Surf
3.
BYD
Dolphin Surf Comfort 43,2 kWh
2,8
befriedigend
Preis
26.990 EUR
Leapmotor T03
5.
Leapmotor
T03
3,3
befriedigend
Preis
18.900 EUR

Analyse zeigt deutlichen Wertverlust bei E-Autos

Das klare Ergebnis: Bei allen zehn untersuchten Modellpaaren fällt der Wertverlust nach rund drei Jahren bei E-Autos höher aus als bei den jeweiligen Verbrennern.
Dabei variieren die Unterschiede je nach Modell deutlich. Besonders stark betroffen sind Fahrzeuge aus höheren Segmenten. So verlor der Mercedes EQE laut Auswertung knapp 70 Prozent seines Neupreises, während die konventionelle E-Klasse im selben Zeitraum nur rund 50 Prozent einbüßte.

Wertverlust-Differenz von bis zu 26 Prozent

Auch in anderen Klassen verlieren Elektroautos spürbar schneller an Wert. Der VW ID.4 büßte 46,1 Prozent seines ursprünglichen Preises ein, während sein Verbrenner-Pendant Tiguan nur 34,5 Prozent verlor. Modelle wie Citroën ë-Berlingo, Peugeot e-208 oder Skoda Enyaq liegen teils deutlich über den Werten der jeweiligen Verbrenner. Je nach Modellpaar reichen die Differenzen bis zu 26 Prozentpunkte.

Wertverlust für zehn Modellpaare im Vergleich

Wertverlust für zehn Modellpaare im Vergleich
Hyundai Kona Electric
-52,3 %
Hyundai Kona
-25,9 %
26,4 %
Audi e-tron
-50,7 %
Audi Q8
-26,7 %
24 %
Citroën ë-Berlingo
-57,9 %
Citroën Berlingo
-35,1 %
22,8 %
Mercedes EQE
-69,7 %
Mercedes E-Klasse
-49,3 %
20,4 %
Škoda Enyaq
-51,7 %
Škoda Kodiaq
-33 %
18,7 %
Peugeot e-208
-53,6 %
Peugeot 208
-34,9 %
18,7 %
VW ID.4
-46,1 %
VW Tiguan
-34,5 %
11,6 %
VW ID.3
-51,2 %
VW Golf
-41,3 %
9,9 %
Porsche Taycan
-56,6 %
Porsche Panamera
-48,6 %
8 %
BMW iX3
-46,1 %
BMW X3
-41,5 %
4,6 %

Wertverlust in Euro im Vergleich

Doch was bedeutet das konkret in Euro? Dafür wurden Modellpaare mit besonders großen und besonders kleinen Differenzen betrachtet. Ein Hyundai Kona Elektro kostete 2022 im Schnitt 39.590 Euro und war im vierten Quartal 2025 nur noch rund 18.900 Euro wert – ein Verlust von 20.690 Euro in etwa drei Jahren. Der Benzin-Kona kam 2022 auf durchschnittlich 28.970 Euro und lag drei Jahre später noch bei 21.480 Euro. Sein Wertverlust beträgt damit lediglich 7490 Euro. Trotz höherem Neupreis ist der Stromer nach drei Jahren gebraucht also günstiger.
Deutlich näher beieinander liegen BMW X3 und sein elektrisches Pendant iX3. Der X3 kostete neu 68.385 Euro und lag Ende 2025 bei 39.990 Euro – ein Minus von 28.395 Euro. Der iX3 fiel von 73.975 auf 39.890 Euro, was einem Wertverlust von 34.085 Euro entspricht.

Gründe: schneller Technik-Fortschritt und Vorbehalte gegen E-Autos

Die Ursachen für den stärkeren Preisverfall bei Elektroautos sieht Carvago vor allem im rasanten technischen Fortschritt. "Die dynamische technische Entwicklung bei Elektrofahrzeugen führt dazu, dass ältere E-Autos für Kunden schneller an technischer Attraktivität verlieren. Damit einher geht auch eine gewisse Zurückhaltung bei einem Teil der Gebrauchtwageninteressenten gegenüber Batteriefahrzeugen, was deren Restwert naturgemäß nach unten drückt", erklärt Artur Schwendner, Country Manager Deutschland bei Carvago.
Für Kaufinteressenten ergibt sich daraus aber auch eine Chance: "Auf der anderen Seite öffnet sich dadurch ein äußerst interessantes Kauffenster. Ein Kunde, der heute die Anschaffung eines Elektroautos aus zweiter Hand in Erwägung zieht, findet auf dem Gebrauchtwagenmarkt Fahrzeuge in perfektem Zustand zu sehr günstigen Preisen." Zudem weisen Elektroautos im Schnitt geringere Laufleistungen auf als vergleichbare Verbrenner, wie die Analyse zeigt.
Mit diesen Tipps finden Sie das richtige gebrauchte E-Auto.

Fazit

von

Raphael Schuderer
Wer technisch nicht unbedingt mit dem neuesten Schnickschnack fahren muss, bekommt ein gebrauchtes Elektroauto nach einigen Jahren mit geringer Laufleistung deutlich günstiger als beim Neukauf. Klar, bei Ladegeschwindigkeit oder Ladenavigation sind neuere Modelle meist besser, die alten aber noch längst nicht unbrauchbar. Wichtig: Bei gebrauchten Stromern immer den Gesundheitszustand des Akkus (SoH) überprüfen.