BMW 5er um mehr als 2000 Euro. Opel Astra um rund 3500 Euro. Mercedes G-Klasse sogar um fast 4500 Euro. Viele namhafte Automodelle sind im Jahr 2022 kräftig teurer geworden.
Noch schlimmer war es beim Elektro-SUV Audi Q4 e-tron: Einstiegsmodell Q4 35 e-tron gestrichen, seitdem kostet die günstigste Variante (Q4 40 e-tron; 51.900 Euro) satte 10.000 Euro mehr. Nicht viel besser sieht es beim VW Golf aus, der plötzlich erst ab 28.800 Euro (Kombi) statt vorher ab 20.700 Euro konfigurierbar ist.

Die zehn beliebtesten Autos im Oktober 2025

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Viele Verbraucher fragen sich: Wo soll das alles noch hinführen? Und viele zogen bereits Konsequenzen: Zwischenzeitlich versank der deutsche Automarkt 2022 tief in zweistelligen roten Zahlen, erst zum Jahresende hin gab es eine deutliche Erholung bei den Neuzulassungen, auch durch Abarbeitung von Auftragsstaus. Für das gesamte Jahr prognostiziert der Verband der Autoimporteure (VDIK) 2,6 Millionen verkaufte Neuwagen, ein Minus von rund einem Prozent gegenüber 2021.
Nun sind steigende Autopreise keine Weltsensation: Eine ADAC-Auswertung zeigt, dass die durchschnittlichen Neuwagenpreise in Deutschland zwischen 2017 und 2021 um fast ein Fünftel gestiegen sind. Doch so schlimm wie in diesem Jahr war es anscheinend noch nie.

Energiekostenanteil bei Autos in Europa höher

Und auf den ersten Blick ist keine Besserung in Sicht – zumindest nicht bei Autobauern, die überwiegend in Europa produzieren. Denn die leiden bei der Herstellung besonders unter den hohen Gas- und Strompreisen, wie eine Studie der Unternehmensberatung Berylls herausfand. Demnach lag der Energiekostenanteil pro Fahrzeug in Europa im Jahr 2022 bei etwa 800 Euro, im nächsten Jahr könnte er auf bis zu 1200 Euro steigen. Im Jahr 2021 waren pro Fahrzeug im Durchschnitt nur 300 Euro angefallen.
Mercedes EQS in der Produktion
Viele Hersteller leiden unter hohen Stromkosten, fahren aber die Produktion inzwischen wieder hoch.
Bild: Mercedes-Benz AG
Die Werte für die USA oder China lagen stets weit darunter. Laut Berylls betrug in Spitzenzeiten der Preisunterschied für die Megawattstunde (MWh) Strom zwischen den USA und Europa bei 800 Euro. Aktuell haben sich die Zahlen wieder auf 200 bis 300 Euro angenähert.

VW-Markenchef sieht "schleichende De-Industrialisierung"

VW-Markenvorstand Thomas Schäfer sieht gar die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland und Europa als Produktionsstandorte in Gefahr. Die EU brauche "dringend neue Instrumente, um die schleichende De-Industrialisierung noch abzuwenden und den Standort Europa für Zukunftstechnologien und Jobs attraktiv zu halten", schrieb er im Netzwerk LinkedIn – auch mit Blick auf den umstrittenen "Inflation Reduction Act" der US-Regierung, der die Bedingungen für ausländische Unternehmen im Vergleich zu ihren US-Konkurrenten zu erschweren droht.
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Es steht also zu befürchten, dass manche Hersteller die hohen Energiekosten an die Endkunden weitergeben – ob zu Recht oder nicht. In welcher Höhe, wird jedoch vermutlich im Unklaren bleiben. Denn die Preiskalkulation von Autobauern gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen der Industrie.
Neuwagen von VW
Der Markt für Neuwagen in Deutschland war Mitte des Jahres 2022 massiv eingebrochen.
Bild: DPA
Zu rechtfertigen wäre dies nicht unbedingt, trotz aller Schwierigkeiten für die Hersteller wie Corona, Chipmangel, unterbrochene Lieferketten oder nun horrende Energiepreise. Eine Studie der Beratungsgesellschaft EY zeigte zuletzt, dass die 16 weltweit größten Autokonzerne anno 2022 das beste dritte Quartal aller Zeiten verzeichneten. Besonders deutsche Konzerne profitierten demnach: So war Volkswagen mit 70,7 Milliarden Euro der umsatzstärkste Konzern und Mercedes-Benz mit 5,2 Milliarden Euro operativem Überschuss der gewinnträchtigste.

Hoffnung für Kunden auf höhere Rabatte

Trotz allem besteht Hoffnung für potenzielle Autokäufer, dass ihr Lieblingswagen bald wieder günstiger wird. Denn bei den Autopreisen zeichnet sich eine Trendwende ab, wie eine Marktstudie des Duisburger Center Automotive Research (CAR) zeigt. Demnach werde aus einem Verkäufermarkt perspektivisch wieder ein Käufermarkt, so Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer: "Die Zeit der Rabatte kommt wieder zurück", sagte er bei tagesschau.de.
Rabatte im Autohaus
Hoffnung für Kunden auf neue Rabatte: Viele Händler müssen wegen Abnahmeverpflichtungen ihren Bestand verkaufen.
Bild: DPA
Hintergrund: Da auch die Verbraucher die Inflation spüren, sank zuletzt die Nachfrage für kostspielige Anschaffungen wie ein Neu- oder Gebrauchtwagen. Steigende Zinsen erschweren es zudem vielen Menschen, ein Auto auf Kredit zu kaufen. Die Hersteller müssen also ihren Kunden durch niedrigere Preise entgegenkommen.
Außerdem fahren mittlerweile viele Autobauer ihre Produktion wieder hoch, das Angebot steigt also. Wegen fester Abnahmeverpflichtungen müssen zudem viele Autohändler ihren Bestand abverkaufen, um auf ihrem Hof Platz für Neuwagen zu schaffen.