"Maximaler Komfort, maximale Kapazität" – so lautet der Werbeslogan des Force Motors Trax Cruiser. Während das mit dem Komfort bei Blattfedern an der Hinterachse sicher Auslegungssache ist, dürfte es keinen Zweifel an der maximalen Kapazität des Trax Cruiser geben: Denn der Geländewagen bietet bis zu 13 Sitzplätze! Die Preise starten bei umgerechnet weniger als 13.000 Euro.
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Erst im Februar 2021 hat AUTO BILD über den Force Motors Gurkha berichtet, einen indischen G-Klassen-Klon, der mit seiner simplen Technik von der Machart eher an Lada Niva oder Suzuki Jimny erinnert. Jetzt haut die seit 1958 bestehende Marke mit dem Trax Cruiser das nächste Modell raus. Der sieht auf den ersten Blick aus wie eine Mischung aus Mercedes G-Klasse und Iveco Massif und beeindruckt vor allem durch seine schiere Größe. Im Vergleich zum 3,99 bis 4,34 Meter langen Gurkha ist der Trax Cruiser ein echter XXL-Offroader, der sogar die 4,87 Meter lange G-Klasse deutlich übertrumpft: Er ist 5,12 Meter lang, 2,03 Meter hoch und hat einen Radstand von 3,05 Metern. Kein Wunder also, dass der Trax Cruiser viel Platz bietet. Zur Auswahl stehen drei Versionen – entweder mit zehn, zwölf oder unglaublichen 13 Sitzplätzen. Bei der größten Version ist die Aufteilung wie folgt: In der ersten Reihe sitzen Fahrer (rechts) und Beifahrer, in der zweiten Reihe finden drei Passagiere auf einer konventionellen Rücksitzbank Platz, und ganz hinten können insgesamt acht Personen auf zwei längs an der Bordwand verbauten Bänken mitfahren – eine Aufteilung, die in Deutschland so vermutlich keine Zulassung bekäme. Der Trax Cruiser ist hauptsächlich für den indischen Markt konzipiert und kommt nicht nach Europa.
Force Trax Cruiser
In dieser Ansicht ist die Sitzaufteilung gut zu erkennen. Die Kunden können zwischen 10-, 12- oder 13-Sitzer wählen.


Trax Cruiser mit 91-PS-Saugdiesel

Unter der Haube des 3140 Kilo schweren Geländewagens arbeitet ein 2,6-Liter-Saugdiesel mit 91 PS und 230 Nm, der auch in anderen Modellen von Force Motors eingesetzt wird. Die Kraftübertragung an die Hinterräder übernimmt eine Fünfgang-Handschaltung. Dass der Trax Cruiser alles andere als schnell ist, dürfte angesichts der Leistungsdaten klar sein, doch im indischen Verkehr kommt es vor allem auf Robustheit an. Die Karosserie des Geländewagens sitzt auf einem Leiterrahmen. Und während an der Vorderachse Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen zum Einsatz kommen, federt der Trax Cruiser an der Hinterachse mit Blattfedern und bremst mit Trommelbremsen.
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Kein Wunder, dass auch die Ausstattung nur das Nötigste umfasst. Im größtenteils mit Hartplastik ausgekleideten Cockpit gibt es immerhin elektrische Fensterheber, Einparkhilfe hinten, Servo, ein kleines Navi und gegen Aufpreis auch eine Klimaanlage. Große Trittbretter sollen den Ein- und Ausstieg erleichtern, und sogar Klarglasblinker, Nebelscheinwerfer und extra große Seitenfenster werden auf der Homepage angepriesen.
Force Trax Cruiser
Der Innenraum des Trax Cruiser umfasst nur das Nötigste. Immerhin ein kleines Navi und Klima sind gegen Aufpreis an Bord.

Der Basispreis liegt bei unter 13.000 Euro

Für die Sicherheit ist gerade mal ABS an Bord, ESP oder Airbags sucht man im G-Klasse-Klon vergeblich. Immerhin bietet Force Motors drei Jahre oder bis zu 300.000 Kilometer Garantie und inkludiert sechs Jahre Service. Kommen wir zum Preis: Die Basisversion mit zehn Sitzplätzen steht ab 1.147.427 Indischen Rupien beim lokalen Force Motors Händler. Das entspricht umgerechnet etwa 12.926 Euro. Das Topmodell mit Platz für bis zu 13 Personen kostet 1.328.225 Indische Rupien, was etwa 14.963 Euro entspricht. Zu einem ähnlichen Preis gibt es in Deutschland etwa 30 Jahre alte G-Klassen, die wahrscheinlich noch länger halten als ein brandneuer Force Motors Trax Cruiser. An alle, die dennoch mit dem Gedanken spielen, einen Trax Cruiser zu importieren, sei gesagt: Diese Idee sollte besser verworfen werden, denn eine deutsche Zulassung ist mehr als unwahrscheinlich.