E-Autos waren nicht nur DAS Thema der IAA 2021, sie sind auch das Thema vieler Stammtische, vieler privater Diskussionen. Das letzte Argument ist meist: Aber die Herstellung der Akkus ist doch viel dreckiger, die ganze CO2-Rechnung stimmt nicht, ihr redet euch die E-Autos schön.
Dieses Argument fällt jetzt weg. E-Autos sind in ihrer Klimarechnung, also den Treibhausgasemissionen, schon jetzt deutlich besser als Diesel und Benziner. Ihre Bilanz hat sich sehr positiv entwickelt und wird bis 2030 noch vorteilhafter. Absender der Studie ist die Nichtregierungsorganisation ICCT, das International Council on Clean Transportation. Das ist die US-­Organisation, die den VW-Dieselskandal eher unabsichtlich enthüllte ("Wir dachten, die Autos wären sauber").
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Für die Studie haben die Experten die Kompaktwagenklasse über die gesamte Lebensdauer betrachtet, die Emissionen aus der Produktion der Fahrzeuge und Batterien miteingerechnet, die Entsorgung des Fahrzeugs.

E-Autos verantworten bis zu 81 Prozent weniger Emissionen als Verbrenner

Ergebnis: Die Lebenszyklus-Emissionen der in Europa neu zugelassenen BEV (rein batterieelektrische Autos) liegen in der Kompakt­klasse bereits heute 66 bis 69 Prozent niedriger als für vergleichbare neue Verbren­ner-­Pkw. Aufgrund des sich stetig verbessernden Strommixes erhöht sich dieser Emissionsvorteil für Neufahrzeuge bis zum Jahr 2030 auf etwa 74 bis 77 Prozent. Sofern sie vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, erreichen BEV bis zu 81 Prozent niedrigere Lebenszyklus-Emissionen als Verbrennerfahrzeuge.
Dieses ICCT-Diagramm zeigt die Lebenszyklus-Treibhausgas-Emissionen im direkten Vergleich.

E-Fuels tragen zu wenig zur Dekarbonisierung bei

Und noch mehr sagt die Studie: Im realen Alltagsbetrieb ist der Kraftstoffverbrauch von Plug-in-Hybriden (PHEV, AUTO BILD beweist es jede Woche) vielfach höher als in den offiziellen Verbrauchswerten. Bei Erdgas (CNG) können die Emissionen sogar über denen von Benzin- und Dieselfahrzeugen liegen. Die in Europa übliche Beimischung von Biokraftstoff verringert die Emissionen von Benzin-, Diesel- und CNG-Fahrzeugen kaum – selbst dann nicht, wenn Biokraftstoffe aus abfall- und reststoff­basier­ten Rohstoffen bis 2030 das aktuell viel genutzte Palmöl verdrängen würden. Synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) sind mit sehr hohen Produktionskosten verbunden und können nicht wesentlich zur Dekarbonisierung des Kraftstoffmixes im Straßenverkehr beitragen. Fazit der US-Experten: Die Zulassung neuer Pkw mit Verbrennungsmotor in der EU sollte im Zeitrahmen von 2030 bis 2035 auslaufen.