Lynk und Co 01 im ersten Check

Lynk und Co 01 im ersten Check

Lynk & Co 01: Plug-in-Hybrid-SUV, Test, Preis, Abo

Mit dem Plug-in-Hybriden Lynk & Co 01 macht China jetzt wirklich Ernst

Aus dem Geely-Konzern (Volvo, Polestar) kommt mit dem Lynk & Co 01 ein neues Hybridmodell zu uns. AUTO BILD fuhr die Plug-in-Version des SUVs.
Jetzt macht China wirklich Ernst. Weil diesmal kein Selbstmord-Auto à la "Landwind" zu uns kommt, das einst beim Crashtest zerbröselte. Und kein Elektro-SUV wie jener der Marke JAC, vor dem wir nach einem Test nur warnen konnten
Nun kommt ein Hybrid-SUV einer Marke mit dem Namen Lynk & Co zu uns. Das erste Modell heißt weniger originell 01, es ist als Voll- und als Plug-in- Hybrid erhältlich. Wir fahren die ab 42.000 Euro teure Version mit Stecker.

Die Technik teilt sich der Lynk & Co 01 mit dem Volvo XC40

Die rein elektrische Reichweite des Lynk & Co 01 wird mit 69 Kilometern angegeben.

©Christoph Börries / AUTO BILD

Lynk & Co, das sollte man dazu sagen, ist eine Marke des chinesischen Konzerns Geely, zu dem mittlerweile auch Volvo und dessen Schwestermarke Polestar gehören. Mit dem rund 5000 Euro teureren Volvo XC40 Recharge Plug-in teilt sich der 01 die Technik. Und die besteht aus einem Dreizylinder-Turbo-Benziner (180 PS) und einem E-Motor mit 82 PS (60 kW). Angetrieben wird nur die Vorderachse. Die rein elektrische Reichweite wird mit 69 km angegeben. Das ist deutlich mehr als bei der Volvo-Schwester. Grund: Der Akku im Lynk & Co ist mit 14,1 nutzbaren kWh größer als im XC40 (9,7 kWh). Den angegebenen WLTP-Verbrauch des 01 von 1,2 Litern vergessen Sie am besten gleich wieder, denn seine Berechnung ist alles andere als praxisnah. Man kann den 01 ja theoretisch auch mit null Litern Benzinverbrauch fahren, was wir auf unserer Tour durch die Hamburger HafenCity auch weitgehend tun. Denn um den Verbrenner ins Spiel zu bringen, muss man es schon drauf anlegen. (Zu Hause laden: 900 Euro Zuschuss für Wallboxen)

An Verarbeitung und Qualität gibt es nichts auszusetzen

Erstaunlich hohes Niveau: Im Lynk & Co 01 klappert gar nichts, die Verarbeitung ist solide.

©Christoph Börries / AUTO BILD

Wir rollen also zunächst rein elektrisch los. Hinterm Lenkrad fällt schnell auf, wie solide die Verarbeitung ist. Das Cockpit mit dem 12,7-Zoll-Touchscreen befindet sich auf einem Niveau, das Chinaspötter verstummen lässt. Viele Teile kennt man aus einem Volvo, aber das ist ja nun nicht schlimm. Android Auto und Apple CarPlay sind selbstverständlich; ein Gimmick dagegen die App, mit der die Passagiere Fotos und Videos von sich oder dem Verkehr voraus machen können. Die Software, erklärt man uns, sei aber noch Vorserie. Wir sitzen auf engen, aber nicht zu sportlichen Sitzen (mit Recyclingmaterial bezogen), über uns das serienmäßige Panoramadach. Auch auf der Rückbank ist genug Platz. Nichts klappert, nichts wirkt billig. Wir suchen vergeblich nach auffälligen Schwächen. Und auch das Fahren selbst ist auf der kurzen Runde durch die Stadt mehr als ordentlich. Die Systemleistung von 261 PS klingt zwar sportlicher, als der 01 ist, aber für flottes, souveränes Vorankommen reicht es natürlich allemal.
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Dazu arbeitet der Verbrenner recht unauffällig mit. Man kann zwischen drei Fahrmodi wählen: "Hybrid" errechnet die effizienteste Mischung aus Benzin und Strom, "Power" setzt auf volle Leistung und "Pure" auf rein elektrisches Fahren, solange der Batterievorrat reicht. Während Volvo alle Modelle bei 180 km/h abregelt, schafft die chinesische Schwester angeblich Tempo 210. Wir werden das im ersten Test ebenso überprüfen wie den tatsächlichen Verbrauch.

Das China-SUV gibt es auch im Abo zu einem hohen Preis

Happig: Für den 01 im Monatsabo werden 500 Euro netto fällig. Natürlich exklusive Strom- und Benzinkosten.

©Christoph Börries / AUTO BILD

Moderne Wege geht Lynk & Co bei der Vermarktung. Denn über eine Mitgliedschaft kann der 01 auch monatlich abonniert werden – mit schneller Kündigung wie bei Netflix oder Spotify. Die Monatsmiete ist mit 500 Euro netto aber im Verhältnis zum Kaufpreis ganz schön happig, zumal Benzin- und Stromkosten hinzukommen. Trotzdem, so erklärt uns eine Lynk-Sprecherin, hätten sich neun von zehn Bestellern für die Mietoption entschieden – wahrscheinlich eher als ein Probe-Abo. Außerdem kann man das SUV auch über eine Sharing-Plattform mit anderen teilen und das Auto so Geld verdienen lassen. Bleibt bei chinesischen Herstellern ja immer noch die Frage nach dem Service. Den übernehmen bei Lynk & Co die Volvo-Händler. Und noch eine Frage wäre zu klären. Welche Farbe steht dem 01 am besten? Die Auswahl ist übersichtlich: Blau oder Schwarz. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)
Das Fazit: Obwohl ich kein Fan von Plug-in-Hybriden bin, muss ich gestehen: Der 01 dieser neuen Marke aus China hat mich positiv überrascht. Und er sollte allen Herstellern aus Europa und Korea eine Warnung sein. Was er wirklich draufhat, werden wir bald im ersten Test ermitteln. AUTO BILD-Urteil: 2
Technische Daten Lynk & Co 01 • Motor: Dreizylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum: 1477 cm³ • Leistung: 132 kW (180 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment: 265 Nm bei 1500/min • E-Motor: 60 kW • Systemleistung: 261 PS • Antrieb: Frontantrieb, Siebenstufenautomatik • Akku: 14,1 kWh (netto) • max. E-Reichweite: 69 km (WLTP) • Länge/Breite/Höhe: 4541/1857/1694 mm • Leergewicht: 1879 kg • Kofferraum: 466-1213 l • 0-100 km/h: 8,0 s • Vmax: 210 km/h • Verbrauch: 1,2 l/100 km (WLTP) • Preis ab 42.000 Euro.

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Fotos: Christoph Börries / AUTO BILD

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