Elektroautos sind keine Schönwetterfahrzeuge fürs sonntägliche Brötchenholen: Laut der aktuellen Shell-Studie "Elektromobilität" fahren 46 Prozent der E-Auto-Besitzer mehr als 15.000 km im Jahr. Damit liegen sie deutlich über der durchschnittlichen Jahresfahrleistung. Die betrug 2024 laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) 12.300 Kilometer – über alle Antriebsarten hinweg.
Ein hoher Anteil der E-Autofahrer ist sogar noch weiter unterwegs: Neun Prozent des oben genannten Anteils fahren 30.000 und mehr Kilometer im Jahr, 18 Prozent legen 21.000 bis 30.000 km zurück! Weitere 18 Prozent gaben als Jahresfahrleistung immerhin 16.000 bis 20.000 km an, auch mehr als die durchschnittliche Jahresfahrleistung.

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Fahrspaß und Komfort der modernen Elektroautos, die sich zum Beispiel durch schnellen Antritt, schaltfreie Beschleunigung und geringe Schallemission äußern, waren für 64 Prozent der Befragten die größten Vorteile. 55 Prozent genossen die Umweltfreundlichkeit des Antriebs, während 43 Prozent die Kostenvorteile vom Fahrstrom gegenüber Benzin oder Diesel lobten.

Die meisten wollen beim E-Auto bleiben

Die Mehrheit will deswegen auch nicht mehr zum Verbrenner zurück: 83 Prozent der E-Autofahrer äußerten, dass ihr nächstes Fahrzeug erneut ein vollelektrisches Batterieauto sein soll. Zurück zum Verbrenner wollen nur sechs Prozent. Und immerhin 22 Prozent der Verbrenner-Fahrer planen ebenfalls ein E-Auto für die Zukunft.
IONITY Ladestation
86 Prozent der befragten Elektroautofahrer haben bereits Langstrecken-Touren mit dem E-Auto absolviert.
Bild: IONITY
Diejenigen, die bereits ein Elektroauto fahren, wurden auch nach potenziellen Hindernissen für den Kauf befragt. Sie nannten (Lade-)"Infrastruktur und Reichweite" (45 Prozent), Anschaffungskosten (44 Prozent) und 32 Prozent (Reichweitenvergleich mit Verbrennern) als wichtigste Gründe, die den Umstieg verzögern. Da Preise von Elektroautos sinken, das Ladenetz weiter ausgebaut wird und auch die durchschnittliche Reichweite neuer E-Autos kontinuierlich wächst, dürften diese Argumente zunehmend entkräftet werden.

Mehrheit findet öffentliches Laden teuer

Oft scheint die Möglichkeit zum privaten Laden den Umstieg aufs E-Auto zu erleichtern: 87 Prozent der befragten Elektroauto-Fahrer hat die Möglichkeit, an einer eigenen Wallbox zu laden. 53 Prozent können den Akku am Arbeitsplatz vollmachen. Da sich knapp die Hälfte der Wohnungen in Deutschland in Mehrfamilienhäusern befindet, dürfte es noch eine Weile dauern, bis eine Mehrheit der Autofahrer in der Lage sein wird, sein E-Auto an einer privaten Wallbox aufzuladen.

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37 Prozent laden (eher teuer) an der Straße, 25 bis 30 Prozent nutzen Supermärkte, Tankstellen oder andere Lademöglichkeiten. Nach den Preisen für öffentliches Laden befragt, stimmen nur 37 Prozent der Aussage zu, dass hier ein "gutes Preis-Leistungs-Verhältnis" geboten wird. Doch weder Preise noch Infrastruktur hindert die Elektroauto-Fahrer am Reisen: 86 Prozent der Befragten haben bereits Langstreckenfahrten im E-Auto unternommen.
Für die Shell-Studie wurden im März 2025 per E-Mail-Einladung und Online-Befragung insgesamt 15.033 Interviews in Deutschland, Großbritannien, China, den Niederlanden und den USA geführt. 4626 davon fanden in Deutschland statt. Rund 4000 sind Elektroautofahrer, die übrigen fahren Verbrenner oder Hybridautos.