Ein Mercedes ist ein Renault ist ein Mercedes. Oder so ähnlich. Jedenfalls war der Citan bislang ein – ist nicht böse gemeint – ziemlich fader Abklatsch des Kangoo. Nun könnte alles besser werden. Der Citan Modell 2022sollfeiner, sicherer, letztlich eigenständigeraufkreuzen. Mehr Benz, mehr Mercedes – so haben sich die Stuttgarter das gedacht. (Wichtige Tipps für den Neuwagenkauf im Internet)
Und? Hat geklappt. Der Kleintransporter hat zwar nach wie vor die identischen Außenkonturen wie der Renault. Doch allein die edleren Frontlampen mit typischer LED-Lichtsignatur (übrigens 1:1 aus der B-Klasse) lassen moderneren Inhalt erahnen. Im Innenraum die Bestätigung: Lenkradtasten, Anzeigen und spätestens die Bedienlogik stammen aus Stuttgart. "Hey Mercedes", sagen wir – und Citanantwortet. Weil sowohl der Kastenwagen als auch der Tourer (die Pkw-Variante mit zwei bis drei Sitzreihen) das Infotainment-System MBUX bekommen. Die Sitze mit eher kurzen Flächen und geschäumten Seitenwangen sind stramm und in der Fläche angenehm gepolstert.
Von wegen Nutzfahrzeug: Im Citan ist alles stramm montiert, fugenarm gesetzt und klapperfrei arrangiert.
Bild: Daimler AG
Auf Verarbeitungs-Qualität wird viel Wert gelegt
Das dicke Lenkrad verwischt die Spuren ins Nutzfahrzeugprogramm erfolgreich. Feingeister werden an den Türtafeln herumkritteln – die wirken in den Materialien schlicht. Trost: Alles ist stramm montiert, fugenarm gesetzt und klapperfrei arrangiert – echt gut! Der Testwagen Citan 113 mit 131 PS starkem 1.3er-Benziner geht mit Lust an die Arbeit. Ihn haben wir im Tourer mit fünf Sitzplätzen (verlängerter Siebensitzer später gegen Aufpreis) gefahren. Die Sechsgangschaltung (7-Gang-DKG optional) rastet verbindlich ein, bewegt sich leichtgängig, könnte allenfalls kürzere Wege und eine weniger kantige Führung vertragen. Uns fällt sofort auf, dass der Citansehr komfortabelabrollt und sauber in seiner Spur läuft.
Mit dem 1,3-Liter-Benziner ist der Citan flott unterwegs. Der 1.5er-Diesel wirkt dagegen ab 2000 Touren dröhnig.
Bild: Daimler AG
Den Diesel können wir noch nicht empfehlen
Spritzig geht es voran, zumal der Mini-Laster über eine variable Servolenkung verfügt, die sehr anständig rückmeldet und die dem Tempo entsprechend richtige Portion Unterstützung liefert. Beim Ausweichen ist das ESP hervorragend schnellund nachdrücklich bei der Sache, ohnehin wirkt das Auto absolut beherrschbar abgestimmt. Den Kastenwagen mit mehr Nutzlast hat Mercedes übrigens auf Fahrstabilitätselbst bei voller Beladung – bis 782 Kilogramm – getrimmt.
Anders als im Tourer kostet die komplette Fahrassistenz (im Paket) allerdings Aufpreis. Und der 112 CDI mit 1.5er-Diesel (120 PS) läuft zwar kräftig und in unteren Drehzahlen unerwartet leise, ab 2000 Touren brummt und rumort der Vierzylinder im Vorserienmodell aber unangenehm dröhnig. Sogar im Schiebebetrieb. Mercedes verspricht Nachbesserung – und wir, dass wir im ersten Test genau hinhören. Bis dahin trösten praktische Details wie eine geteilte Trennwand und hohe Funktionalität. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)
Bildergalerie
Mercedes Citan (2022) im ersten Check
Technische Daten Mercedes Citan Tourer 113 • Motor: Vierzylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum 1332 cm³ • Leistung: 96 kW (131 PS) bei 5000/min • max. Drehmoment: 240 Nm bei 1600/min • Antrieb: Frontantrieb, Sechsgang manuell • Länge/Breite/Höhe: 4498/1859/1832 mm • Leergewicht: 1556 kg • Kofferraum: 517-2390 l • 0-100 km/h: 13,0 s • Vmax: 183 km/h • Verbrauch: 7,1 l/100 km (Super) • Abgas CO2: 146 g/km • Preis ab 26.481 Euro.
Der Citan wirkt sorgfältig durchdacht und anständig montiert. Als Tourer komfortabel, als Kastenwagen belastbar – so deckt er ein breites Spektrum ab. Typisch Mercedes: Sicherheit kostet Aufpreis.
Mercedes Citan (2022) im ersten Check
1/14
Der Citan Modell 2022 soll feiner, sicherer, letztlich eigenständiger aufkreuzen. Mehr Benz, mehr Mercedes – so haben sich die Stuttgarter das gedacht. Wir haben den feinen Bruder das Renault Kangoo schon mal unter die Lupe genommen.
Bild: Daimler AG
2/14
Der Kleintransporter hat zwar nach wie vor die identischen Außenkonturen wie der Renault, ...
Bild: Daimler AG
3/14
... doch allein die edleren Frontlampen mit typischer LED-Lichtsignatur (übrigens 1:1 aus der B-Klasse) lassen moderneren Inhalt erahnen.
Bild: Daimler AG
4/14
Im Innenraum die Bestätigung: Lenkradtasten, Anzeigen und spätestens die Bedienlogik stammen aus Stuttgart. "Hey Mercedes", sagen wir – und Citan antwortet, ...
Bild: Daimler AG
5/14
... weil sowohl der Kastenwagen als auch der Tourer (die Pkw-Variante mit zwei bis drei Sitzreihen) das Infotainment-System MBUX bekommen.
Bild: Daimler AG
6/14
Die Sitze mit eher kurzen Flächen und geschäumten Seitenwangen sind stramm und in der Fläche angenehm gepolstert. Das dicke Lenkrad verwischt die Spuren ins Nutzfahrzeugprogramm erfolgreich. Alles ist stramm montiert, fugenarm gesetzt und klapperfrei arrangiert – echt gut!
Bild: Daimler AG
7/14
Mobiles Heim: Die Camping-Ausstattung mit Mini-Küche ist für den Tourer erhältlich.
Bild: Daimler AG
8/14
Der Testwagen Citan 113 mit 131 PS starkem 1.3er-Benziner geht mit Lust an die Arbeit. Ihn haben wir im Tourer mit fünf Sitzplätzen (verlängerter Siebensitzer später gegen Aufpreis) gefahren.
Bild: Daimler AG
9/14
Die Sechsgangschaltung (7-Gang-DKG optional) rastet verbindlich ein, bewegt sich leichtgängig, könnte allenfalls kürzere Wege und eine weniger kantige Führung vertragen.
Bild: Daimler AG
10/14
Uns fällt sofort auf, dass der Citan sehr komfortabel abrollt und sauber in seiner Spur läuft. Spritzig geht es voran, zumal der Mini-Laster über eine variable Servolenkung verfügt, die sehr anständig rückmeldet ...
Bild: Daimler AG
11/14
... und die dem Tempo entsprechend richtige Portion Unterstützung liefert. Beim Ausweichen ist das ESP hervorragend schnell und nachdrücklich bei der Sache, ...
Bild: Daimler AG
12/14
... ohnehin wirkt das Auto absolut beherrschbar abgestimmt. Den Kastenwagen mit mehr Nutzlast hat Mercedes übrigens auf Fahrstabilität selbst bei voller Beladung – bis 782 Kilogramm – getrimmt. Anders als im Tourer kostet die komplette Fahrassistenz (im Paket) allerdings Aufpreis.
Bild: Daimler AG
13/14
Und der 112 CDI mit 1.5er-Diesel (120 PS) läuft zwar kräftig und in unteren Drehzahlen unerwartet leise, ab 2000 Touren brummt und rumort der Vierzylinder im Vorserienmodell aber unangenehm dröhnig. Sogar im Schiebebetrieb. Mercedes verspricht Nachbesserung.
Bild: Daimler AG
14/14
Das Fazit: Der Citan wirkt sorgfältig durchdacht und anständig montiert. Als Tourer komfortabel, als Kastenwagen belastbar – so deckt er ein breites Spektrum ab. Typisch Mercedes: Sicherheit kostet Aufpreis.