T-Klasse kommt 2022

Der Citan für alle Nicht-Handwerker wird T-Klasse heißen und auch mit Elektroantrieb angeboten, als EQT. Mercedes hat jetzt die Studie zum Elektroauto gezeigt. Die heißt Concept EQT und sieht nicht nur ziemlich edel aus, sondern wirkt auch recht seriennah. Kein Wunder: Die T-Klasse soll schon im ersten Halbjahr 2022 zu den Händlern rollen, der EQT etwas später. Preise nennt Mercedes noch nicht, AUTO BILD geht aber davon aus, dass es den Verbrenner ab 24.000 Euro geben wird. Für die Elektrovariante rechnen wir mit einem ordentlichen Aufschlag: Die könnte bei 35.000 Euro starten.
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Von vorn ziemlich sportlich für einen Kastenwagen

Mit den breiten Schultern und den betonten Radhäusern sieht der EQT von vorn ziemlich sportlich für einen Kastenwagen aus. Unterstrichen wird dieser Eindruck noch durch die schmalen LED-Tagfahrlichter und das weit heruntergezogene Element, das den Grill nachahmt. Beim Showcar sind in die schwarze Verkleidung viele beleuchtete Sterne integriert. Dieses Gimmick dürfte es aber nicht in Serie schaffen, genau wie die anderen Sternenmuster der Studie an den Felgen und dem Panoramadach. Ein Designkniff der EQ-Modelle sind die durchgehenden Leuchtenbänder vorn und hinten. Bei der EQT-Studie rahmt es an der Front den Grill nach unten ein.
Mercedes Concept EQT
Vorn sportlich, hinten spacig: Am Heck fallen die Rücklichter auf. Sie sind nicht ausgeformt, bestehen nur aus LEDs unter schwarzem Glas.
Am schnörkellosen Heck, das typisch Kastenwagen sehr steil designt ist, begrenzt das Lichtband optisch die Unterkante des Fensters. Die Signatur der LED-Rückleuchten wirkt wie eine moderne Interpretation der klassischen Nutzfahrzeug-Rücklichter und setzt sich aus zwei breiteren, senkrechten LED-Balken zusammen, die seitlich von vielen kleinen Strichen ergänzt werden. In der Seitenansicht fällt neben den versenkten, elektrisch ausklappbaren Türgriffen (mit denen wir in der Serie nicht rechnen) der breite Chromrahmen der Fenster auf, der das zurückgenommene Design ein wenig stört.
T-Klasse und EQT wird es natürlich mit zwei Radständen geben, die Studie zeigt die lange Version. Zu den Abmessungen: Mit 4,95 Meter ist der EQT mehr als 20 Zentimeter länger als der gerade ausgelaufene Citan. Die anderen Maße sind aber auf dem gleichen Level. Das Elektroauto ist 1,87 Meter breit und 1,83 Meter hoch.

Keine digitalen Instrumente für den EQT

AUTO BILD hat bereits die Sitzprobe im Concept EQT gemacht. Der Innenraum wirkt schon ziemlich serienreif – bis auf die wenig pflegeleichten weißen Bezüge für Sitze, Gangwahlhebel und Lenkrad. Das Elektroauto ist mit dem aktuellen MBUX-Infotainment (hier geht's zum Connectivity-Check) samt optionaler Sprachsteuerung "Hey Mercedes " ausgerüstet, kommt aber mit deutlich kleinerem Zentraldisplay als wir es von den aktuellen Mercedes-Modellen gewöhnt sind.
Mercedes Concept EQT
Anders als in den meisten aktuellen Mercedes-Modellen, sind die Instrumente analog, das Zentraldisplay fällt im Vergleich recht klein aus.

Überraschenderweise blickt der Fahrer auf analoge Instrumente. Zwischen denen ist zwar ein recht großes Display, aber wenn selbst die Studie kein digitales Cockpit hat, ist nicht damit zu rechnen, das Mercedes es optional in Serie anbieten wird. Das ist ein Nachteil gegenüber dem Konkurrenzprodukt von VW. Den Caddy gibt es gegen Aufpreis mit digitalen Instrumenten, im direkten Vergleich wirkt sein Innenraum auch moderner als der des EQT. Im Mercedes gibt es noch eine Vielzahl an Knöpfen, das kleine aufgesetzte Zentraldisplay fügt sich nicht so recht in den ansonsten edel gestalteten Innenraum mit den typischen, runden Lüftungsdüsen. Die klassischen Tugenden seines Segments beherrscht der Kastenwagen aber: Es gibt verschiedenste Ablagen (z.B. eine durchgehende Fläche über den Sonnenblenden oder ein großes Fach unter der Armlehne), dank der hohen Sitzposition und der großen Fenster hat man eine gute Rundumsicht.
Mercedes Concept EQT
Wegen der Karosserieform ist auf der Rückbank gerade nach oben viel Platz.

Die Studie hat Schiebetüren auf beiden Seiten und die maximale Anzahl an Sitzen: Bis zu sieben Personen passen in den EQT. Auf die Rückbank in der zweiten Reihe sollen drei Kindersitze nebeneinander Platz finden. Das Raumgefühl ist hier in alle Richtungen gut, wegen der Karosserieform ist gerade nach oben viel Platz. Die dritte Reihe bilden zwei schmale Einzelsitze. Bei der Studie muss man zum Einsteigen die Rückbank umklappen, für die Serienversion würde sich eine verschiebbare Lösung anbieten. Der Einstieg hierher ist nicht ganz leicht, wollen wir doch die weiß bezogene Rückenlehne der zweiten Reihe nicht mit den Schuhen besudeln. Auf dem Sitz angekommen geht es natürlich in puncto Beinfreiheit etwas enger zu als vorne zu. Mit 1,65 Meter kann man in der dritten Reihe aber noch ordentlich sitzen, ohne Platzangst zu bekommen. Zum Kofferraumvolumen gibt es noch keine offiziellen Angaben. Hier verbirgt sich bei der Studie noch ein Easter Egg: ein elektrisches Longboard unter einer Plexiglasklappe.
Mercedes Concept EQT
Auf den beiden Einzelsitzen in der dritten Reihe ist es naturgemäß enger als weiter vorn.

Motoren könnten von Renault stammen

Auch was die Antriebe angeht, schweigt sich Mercedes noch aus. Aber: Da das Auto aus der Allianz mit Renault stammt, könnte man einfach das ganze Paket aus dem Kangoo übernehmen. Dann würde der elektrische EQT einen 60-PS-Motor und eine 33 kWh große Batterie bekommen. Das ergibt beim Kangoo Z.E. eine Reichweite von bis zu 230 Kilometern, die Mercedes-Variante dürfte auf einem ähnlichen Niveau liegen. Die T-Klasse als Verbrenner könnte mit verschiedenen Dieseln und Benzinern zwischen 75 und 115 PS kommen.

Fazit

Der EQT ist zwar noch eine Studie, wirkt aber schon ziemlich nah dran an der Serie. Mercedes interpretiert das Thema Kastenwagen sportlicher und edler als die Konkurrenz, leider wollen das kleine Display fürs Infotainment und der analoge Tacho nicht so recht dazu passen. Trotzdem glaube ich, dass der EQT seine Zielgruppe finden wird.