Bilder Fahrbericht Mercedes GLS (2019)

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Mercedes GLS 400 d, 450, 580: Test

So fährt das SUV-Flaggschiff von Mercedes

Der Mercedes GLS gilt als die S-Klasse unter den SUVs. Wird die zweite Generation diesem Anspruch auch fahrerisch gerecht? AUTO BILD ist das größte Mercedes-SUV gefahren!
Komfort steht bei dem neuen Mercedes GLS an erster Stelle. Wer hier einsteigt, möchte bequeme Sitze, souverän motorisiert über Straßen und Gelände gleiten und in den Genuss von allen modernen Assistenz- und Unterhaltungssystemen kommen. Kann das der GLS, wird er seinem Ruf als S-Klasse unter den SUVs gerecht?
 

Bei dem aufpreispflichtigen E-Active Body Control-Fahrwerk scannt eine Kamera die Fahrbahnoberfläche und warnt das Fahrwerk bei Unebenheiten vor.

Der Fahrersitz ist gemütlich wie eine teure Couch, lässt aber nicht den nötigen Seitenhalt vermissen. Das serienmäßige Luftfedersystem Airmatic mit adaptiver Dämpferverstellung kaschiert Unebenheiten und Bodenwellen. Dazu wurde die Lagerung der Radaufhängungen verbessert, um einen möglichst hohen Schwingungskomfort zu erreichen. Das lässt den GLS aber nicht wie eine Sänfte hin- und herschaukeln. Wank-, Nick- und Hubbewegungen sind bei dem 2,6 Tonnen schweren SUV in kaum einer Fahrsituation auszumachen. Es ist schon bemerkenswert, welcher Fortschritt da in den letzten Jahren bei den Fullsize-SUVs gemacht wurde. Selbst die Lenkung schickt den GLS zügig in die gewünschte Position.
 
Wer noch mehr Fahrkomfort will, kann zum E-Active Body Control für 7735 Euro greifen. Ein an die Luftfederung gekoppeltes System, dass die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad individuell regeln kann. Ist der GLS außerdem mit einer Stereo-Multi-Purpose-Kamera ausgestattet, wird Road Surface Scan möglich. Dabei scannt die Kamera die Fahrbahnoberfläche und warnt das Fahrwerk vor Bodenwellen, gibt ihm Vorbereitungszeit, sie auszugleichen.

Curve ist neu, aber sehr gewöhnungsbedürftig

Der Curve-Modus funktioniert zwar gut, wirkt aber für den Fahrer wie eine Bevormundung durch die Bordelektronik.

Gewöhnungsbedürftig ist der mit dem E-Active Body Control verbundene Curve-Modus, der über Dynamic Select ausgewählt wird. Der GLS neigt sich in dem Modus in Kurven und wirkt in drei Stufen Querkräften entgegen. Ja, das funktioniert und stabilisiert den GLS in Kurven, der da aber auch ohne Curve eine gute Figur macht. Durch Curve sind relativ häufig Lenkeingriffe zu spüren, die ähnlich wie Korrekturen eines Spurhalteassistenten wie eine Bevormundung durch das Fahrzeug wirken. Beim automatisierten Fahren wäre das nicht so wild, weil man da das Lenkrad nicht so festhalten muss. Doch ausgerechnet dieser Fahrassistent funktioniert mit Curve nicht, da die Front-Kamera durch die ständige Bewegung bei Curve nicht zuverlässig genug die Spur scannen könnte.

Der Mercedes GLS lässt es ruhig angehen

Die Geräuschdammung des SUV-Flaggschiffs ist vorbildlich.

Abgesehen vom Motorsound dringen kaum Geräusche in den Innenraum des GLS. Selbst Windgeräusche sind bis Tempo 100 (mehr ging nicht in den USA) im 1,82 großen SUV kaum zu hören. Zur Ruhe trägt das optionale Akustik-Komfort-Paket (1428 Euro) mit Verbundsicherheitsglas mit infrarotreflektierender Folie sowie weitere schallisolierende Maßnahmen bei. Laut Mercedes spielt auch die Aerodynamik und der damit verbesserte cw-Wert von 0,32 (Vorgänger cw 0,35) "spürbar" eine Rolle. 
Serienmäßig sind alle GLS mit dem Automatikgetriebe 9G Tronic ausgestattet. Die weite Spreizung der Gänge lassen das SUV entspannt im unteren Drehzahlbereich dahingleiten. Das können der Diesel wie auch die beiden Benziner mit elektronischem Startergenerator gleichermaßen relaxt bewältigen. Die Unterschiede werden erst beim Beschleunigen deutlich.

V8, Sechszylinder-Benziner und Diesel: Welcher passt am besten?

Mit dem Mildhybrid-V8 (GLS 580) ist das SUV in jeder Situation souverän motorisiert.

Der durch 48-Volt-Technologie elektrifizierte Benzin-Reihensechszylinder des GLS 450 braucht im Komfortmodus eine Gedenksekunde, bevor das Ansprechverhalten des 367 PS und 500 Nm Drehmoment starken Motors spürbar wird. Im Sport-Modus beschleunigt er deutlich zügiger, das passt besser zum Motor. Obenrum klingt der drei Liter große Motor kernig, allerdings auch schnell angestrengt. Wer mehr Klang und noch besseres Ansprechverhalten will, nimmt den GLS 580 mit V8-Mildhybriden. Mit seinen 489 PS und 700 Nm Drehmoment ist der GLS in jeder Situation und sicherlich auch voll beladen souverän unterwegs. Klanglich ginge beim Vierliter-V8 sicherlich mehr, aber da muss noch Platz für den GLS 63 bleiben, der 2020 auf den Markt kommt.
 
Ein Tipp für den neuen GLS ist der Dreiliter-Diesel (OM 656, Euro 6d) im GLS 400 d mit 330 PS und 700 Nm Drehmoment, der ein tolles Ansprechverhalten hat sowie durchgehend gut klingt. Nein, der Diesel ist noch längst nicht tot! Der empfehlenswerte GLS 400 d kostet ab 90.386,45 Euro. Mit allen Zusatzoptionen wie Akustik-Komfort-Paket, Offroad-Technik-Paket, E-Active Body Control, Multikontursitze mit Massage-Funktion und Sitzklimatisierung im Fond kommen schnell 45.000 Euro dazu. Viel Komfort, wie ihn der neue GLS definitiv bietet, kostet eben auch Geld. Wem es daran nicht mangelt, sollte vielleicht noch ein knappes Jahr warten, dann gibt es den Maybach-GLS.

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