Vorstellung und Design: Citan-Nachfolger wird deutlich wertiger

Zugegeben: Der Name Mercedes Citan Kombi klingt in etwa so spannend wie Raufasertapete – und genauso aufregend war der in Zusammenarbeit mit Renault entstandene Hochdachkombi auch. Der Kangoo-Ableger zielte vor allem auf Gewerbetreibende, die schon Vito und Sprinter fahren und auch etwas tiefer im Regal fündig werden sollten. Die Passagier-Version Kombi galt als günstige, aber wenig attraktive Alternative zur B-Klasse. Das ändert sich jetzt.
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An der grundsätzlichen Ausrichtung ändert sich mit der Neuauflage nichts, der Benz bekommt aber den neuen Namen T-Klasse und geht erstmals auch als rein elektrisches Modell EQT an den Start.
Auch optisch ist dem Schwaben seine französische Verwandtschaft nicht mehr auf den ersten Blick zu anzumerken. Am Schnitt der Karosserie konnte Mercedes zwar nichts ändern, aber vorn und hinten sieht die T-Klasse jetzt aus wie ein Benz.
Mercedes T-Klasse
Viel Platz für Gepäck oder Passagiere mit vier Pfoten. Statt der Heckklappe können auch Türen geordert werden.

Abmessungen im Überblick:

• Länge: 4498 mm
• Breite: 1859 mm
• Höhe: 1811 mm
• Radstand: 2716 mm
• Kofferraumvolumen: 520 bis 2127 Liter

Innenraum: Bis zu 2127 Liter Stauraum in der T-Klasse

Und auch im Innenraum findet sich jetzt schwäbische Gemütlichkeit wieder. Mercedes-Instrumente, Mercedes-Lenkrad, neues Infotainment mit MBUX-System sind mit an Bord – und jede Menge Platz. Auf den viereinhalb Metern finden zunächst fünf Passagiere Platz, eine Version mit langem Radstand und sieben Sitzen folgt später.
Die Gäste im Fond steigen durch zwei Schiebetüren ein, und statt einer Heckklappe können auch zwei klassische Türen geordert werden.
Mercedes T-Klasse
Auf Wunsch auch in Farbe: Das bunte Dekor peppt den Innenraum auf.

Das Gepäckabteil nimmt es mit 520 bis 2127 Litern auf; wenn man die Rückbank umlegt, entsteht ein ebener Ladeboden. Praktisch ist auch die 56 Zentimeter niedrige Ladekante, schwere Gegenstände können genauso leicht eingeladen werden wie etwaige mitreisende Vierbeiner. Wenn der Platz im Kofferraum nicht ausreicht, dürfen noch bis zu 1500 Kilogramm an den Haken.

Motoren und Preise: T-Klasse startet bei knapp über 29.000 Euro

Um Freunde, Familie und Reisegepäck gut von A nach B zu bekommen, werden zum Marktstart zunächst zwei Benziner (102 und 131 PS), sowie zwei Dieselmotoren (95 und 116 PS) angeboten, alle kommen mit vier Zylindern. Neben dem Sechsgang-Schaltgetriebe gibt's für die Selbstzünder und den Top-Benziner auf Wunsch einen Siebengang-Doppelkuppler.

Technische Daten im Überblick:

T 160
T 180
T 160 d
T 180 d
Abzweigung
Motor
Abzweigung
Abzweigung
Hubraum
Abzweigung
Abzweigung
Kraftstoff
Abzweigung
Abzweigung
Antrieb
Abzweigung
Abzweigung
Leistung
Abzweigung
Abzweigung
Max. Drehmoment
Abzweigung
Abzweigung
0-100 km/h
Abzweigung
Abzweigung
Höchstgeschwindigkeit
Abzweigung
Abzweigung
Verbrauch kombiniert nach WLTP*
Abzweigung
Vierzylinder-Turbo
1332 cm³
Benzin
Vorderradantrieb
75 kW (102 PS)
200 Nm
14,7 s
168 km/h
6,7 - 7,2 l/100 km
Vierzylinder-Turbo
1332 cm³
Benzin
Vorderradantrieb
96 kW (131 PS)
240 Nm
11,6 - 12,9 s
183 - 184 km/h
6,6 - 7,3 l/100 km
Vierzylinder-Turbo
1461 cm³
Diesel
Vorderradantrieb
70 kW (95 PS)
260 Nm
15,1 - 15,3 s
164 - 165 km/h
5,3 - 5,9 l/100 km
Vierzylinder-Turbo
1461 cm³
Diesel
Vorderradantrieb
85 kW (116 PS)
270 Nm
13,2 - 13,6 s
175 - 177 km/h
5,5 - 5,9 l/100 km

Die T-Klasse ist ab sofort bestellbar, ab Juli 2022 werden die ersten Modelle ausgeliefert. Den Basispreis für den Hochdach-Kombi gibt Mercedes mit 29.314 Euro für den T 160 an, der Basis-Diesel ist ab 31.218 Euro zu haben. Wer sich für die Automatik entscheidet, muss mindestens 32.487 Euro für den T 180 "Edition" auf den Tisch legen.

Die Preise im Überblick:

Manuell
Automatik
Abzweigung
T 160
Abzweigung
Abzweigung
T 180
Abzweigung
Abzweigung
T 180 Edition
Abzweigung
Abzweigung
T 160 d
Abzweigung
Abzweigung
T 180 d
Abzweigung
Abzweigung
T 180 d Edition
Abzweigung
ab 29.314 Euro
ab 30.441 Euro
ab 31.218 Euro
ab 31.345 Euro
ab 33.058 Euro
ab 32.487 Euro
ab 33.835 Euro
ab 34.962 Euro
ab 33.990 Euro

Fahren: So schlägt sich die T-Klasse im ersten Test (Update!)

In ihrem Marketing-Sprech nennen die Stuttgarter die T-Klasse einen "Premium-Small-Van", doch was heißt das? Das klärt AUTO BILD im ersten Test!
Aber fangen wir von hinten an: Van steht hier für Hochdach-Kombi, und das kann durchaus ernst genommen werden. 1,81 Metern misst der Benz in der Höhe, und auch im Innenraum haben selbst groß gewachsene Personen ordentlich Platz überm Kopf. Small ist die T-Klasse, weil sie mit nur 4,5 Metern Länge ein üppiges Platzangebot auf relativ wenig Fläche bietet.
Mercedes T-Klasse
Die Materialqualität spielt nicht in derselben Liga anderer Mercedes-Klassen - Für einen praktischen Freizeit-Transporter geht das aber in Ordnung.

Und Premium? Der Premium-Anspruch ist bei Mercedes ohnehin gesetzt, hier aber von besonderer Bedeutung. Wie bereits beim inoffiziellen Vorgänger Citan Kombi arbeiten die Stuttgarter mit Renault zusammen, mit dem Unterschied, dass niemand mehr den Unterschied zum Technik-Bruder Kangoo erkennt. Einzig an der Karosserie-Form lässt sich die Verwandtschaft zum Franzosen feststellen, aber auch hier haben sich die Designer Mühe gegeben.

Fahrwerk und Lenkung überzeugen, Motoren sind wenig sportlich

Innen herrscht Mercedes-typisches Ambiente. Schalter, Kombiinstrument, MBUX-Bediensystem – alles wurde auf schwäbisch getrimmt. Doch in der T-Klasse zeigt sich der Unterschied zwischen Premium und Luxus. Volldigitale Instrumente und XXL-Displays sucht man hier vergebens, und auch die Materialqualität ist nicht mit C- oder E-Klasse vergleichbar.
Doch jetzt geht's auf die Straße. AUTO BILD war mit dem stärkeren Diesel T 180 d unterwegs, der wie zu erwarten keinen Sportler aus der T-Klasse macht. Der 116 PS starke Motor läuft nicht gerade ruhig, und wer vergessen hat, was ein Turboloch ist, wird es trotz Automatik wieder kennen lernen. Auch der Sprint auf Tempo 100 ist mit guten 13 Sekunden nicht gerade weltmeisterlich.
Hinweis
Mercedes Citan im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt
Insgesamt passt der mit 270 Nm ausreichend starke Diesel aber zum gemütlichen Mercedes-Image, was auch die Lenkung und das Fahrwerk noch einmal unterstreicht. Wer es etwas geschmeidiger mag, der kann zum T 180-Benziner mit 131 PS greifen, der deutlich kultivierter arbeitet. Ein vielfaches mehr Fahrspaß verspricht der vollelektrische EQT, der Ende 2022 kommt.

EQT: Erste Fahrt in der getarnten Elektro-T-Klasse

Auch bei den Mercedes-Vans schreitet die Elektrifizierung voran. Zum Ende des Jahres 2022 kommt mit dem EQT dann auch die elektrische T-Klasse zu den Händlern – sie soll mit einem Schätzpreis im oberen 30.000er-Bereich zum Elektro-Schnäppchen werden.
Allerdings vergleicht sich der EQT nicht mit dem rund 10.000 Euro teureren EQA, sondern zielt auf Autos wie Opel Combo-e und VW Caddy, den es übrigens weder als Plug-in-Hybrid noch als vollelektrische Version gibt.
Mercedes EQT Prototyp
Der EQT tritt flott an, seine 45-kWh-Batterie soll für ca. 300 Kilometer reichen.

In diesem Umfeld kann der Stern mit seinen 90 kW (122 PS) und der 45-kWh-Batterie (Reichweite ca. 300 Kilometer) mithalten. Und schon als Vorserienmodell fühlt er sich souveräner und erhabener an als seine Konkurrenten.
Der EQT tritt deutlich agiler an als die Verbrenner, rekuperiert in der schärfsten Stufe so stark, dass man im Alltag auf die mechanische Bremse fast vollständig verzichten kann. Und auch schlechte Wege bügelt das Fahrwerk feinfühlig weg.

Von

Sebastian Friemel