Achtung, jetzt kommt's dicke: Während uns der VW-Konzern und die Koreaner gerade ihre kleinen elektrischen SUV für den schmalen Geldbeutel schmackhaft machen wollen, lockt Lexus die Besserverdiener der Generation E jetzt mit einem kolossalen Geländewagen in die saubere Zukunft und schickt gegen Autos wie den Volvo EX90, den Hyundai Ioniq 9 oder den Lucid Gravity den neuen TZ ins Rennen.
Gab es bei Lexus bislang nur den handlichen Lexus RZ als E-Auto, kommt jetzt ein Koloss von 5,10 Metern, der bei 3,05 Metern Radstand Platz für drei Sitzreihen bietet und dabei natürlich von seinem Akku-Skateboard profitiert: Ohne Verbrenner im Bug und Benzintank im Heck und ohne Kardantunnel zwischen den Achsen ist drinnen mehr Platz – und auch ganz hinten lässt es sich plötzlich aushalten.
Der Einstieg klappt besser, und weil die Sitze tiefer montiert sind, schubbert der Scheitel nicht dauernd am Dach. Und selbst wenn alle Plätze besetzt sind, reicht es dahinter noch für vier Bord-Trolleys. Liegen die Sitze flach, schluckt der TZ sogar zwei Fahrräder.

Lexus TZ: große Akkus, aber nur 400-Volt-Technik

Unter dem Blech hat Lexus entsprechend nachgelegt. Die Akkus haben 77 oder 96 kWh für 450 oder 540 Kilometer Reichweite (WLTP), arbeiten jedoch nur mit 400 Volt. Sie laden deshalb zwar standardmäßig mit 22 kW am Wechselstrom, aber am Gleichstrom ist mit mageren 150 kW Schluss. Die eAchsen haben etwas mehr Power als die Magnetläufer im RZ. Die Basisversion fährt vorne mit 227 und hinten mit 120 PS, die sich zu 313 PS Systemleistung addieren.
Neuer Lexus TZ: Luxus-SUV mit drei Sitzreihen
Mit über fünf Metern Länge und drei Sitzreihen richtet sich der Lexus TZ klar an die Oberklasse.
Bild: Lexus
In der Top-Version sind es zweimal 227 PS und unter dem Strich 408 PS. Das reicht für respektable 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, und Schluss ist bei soliden 180 Sachen. Kein Vergleich zum Lucid Gravity, aber auf Augenhöhe mit dem Volvo EX90.

Lexus macht den TZ zur Luxus-Lounge

Die technischen Eckdaten sind zwar allenfalls gehobener Durchschnitt, doch dafür will Lexus mit einem Ambiente punkten, wie es nur die Japaner können. "Omotenashi" heißt die detailverliebte Form höchster Gastlichkeit, die sie aus der Architektur ins Auto übertragen und daraus eine Lounge auf Rädern machen: Die Einzelsitze in der zweiten Reihe haben deshalb eine elektrische Beinauflage, Fahrer und Beifahrer bekommen dank Infrarotstrahlern unter dem Armaturenbrett nie mehr kalte Füße, und das dank des bis dato größten Panoramadachs der Japaner angenehm lichte Ambiente lebt zum Beispiel von einer neuen Bambus-Vertäfelung, die jeden Feng-Shui-Jünger in Verzückung versetzen würde.
Neuer Lexus TZ: Luxus-SUV mit drei Sitzreihen
Lexus setzt beim TZ auf Komfort, Raumgefühl und ein besonders hochwertiges Interieur.
Bild: Lexus
Dazu gibt's auch bei der Bedienung ein paar neue Gimmicks. Statt nur auf dem großen Touchscreen neben den rahmenlosen digitalen Instrumenten herumzufingern, haben die Japaner deshalb zum Beispiel virtuelle Tasten ins Armaturenbrett gezaubert. Sie leuchten erst auf, wenn sich eine Hand nähert, und obwohl ansonsten unsichtbar, reagieren sie bei der Benutzung sogar mit einem feinen Feedback. Den mittlerweile gängigen Screen für den Sozius gönnt Lexus dagegen nur den Chinesen.

Trotz Luxus soll der TZ handlich bleiben

Zwar hat Chief Engineer Takeshi Miyaura mehr als in jedem anderen Lexus diesseits des Luxusvans Lexus LM vor allem an die Passagiere gedacht und sogar einen Rear-Comfort-Mode programmiert, der Fahrwerk und Lenkung auf maximale Ruhe und Entspannung trimmt.
Aber den Fahrer hat er deshalb nicht vergessen. Obwohl der TZ riesig groß ist und mächtig Akku-Speck auf den Rippen hat, soll er sich trotzdem handlich und leicht fahren lassen, verspricht Entwickler Miyaura – und greift dafür tief in die Trickkiste: Die Hinterachslenkung lässt den Luxusliner auf das Format der Mittelklasse schrumpfen, und die virtuellen Schaltpunkte der simulierten Achtgang-Automatik sollen den Fahrer wieder ins Zentrum des Geschehens rücken.
Neuer Lexus TZ: Luxus-SUV mit drei Sitzreihen
Viel Platz, große Akkus, edles Ambiente – der Lexus TZ soll Luxus und Elektromobilität verbinden.
Bild: Lexus

Luxus hat auch beim Elektro-Lexus seinen Preis

Imposanter Auftritt, üppiges Format, große Akkus für reichlich Reichweite und drinnen eine Lounge aus Lack und Leder – so steigt Lexus mit dem TZ tatsächlich auf in die erste Liga der elektrischen Luxusliner. Doch wird das Vergnügen auch seinen Preis haben.
Den wollen die Japaner zwar noch nicht verraten. Aber wenn schon der konventionelle und kleinere Lexus RX bei knapp 75.000 Euro startet, können wir von Glück sagen, wenn der Einstiegspreis nicht sechsstellig wird.