Opel wird auch nach 2028 Verbrenner bauen
Warum kippt Opel das ehrgeizige Elektro-Ziel?

Bild: Stellantis
Der Blitz im Logo symbolisiert mit dem Elektrokurs von Opel einen besonderen Fortschritt: Opel hatte sich in der Industrie als Vorbild für die Elektrifizierung des Automarkts positioniert. Zügiger als die Rüsselsheimer plante keine Marke den Umbau des Modellprogramms hin zum reinen Elektroauto-Hersteller. Nun hat Opel seine ambitionierte Zeitleiste überarbeitet, reagiert damit auf den zögerlichen Umstieg der Autokäufer auf elektrische Fahrzeuge.
Eigentlich wollte die Stellantis-Marke ab 2025 nur noch vollelektrische Modelle neu auf den Markt bringen (hier eine Übersicht aller neuen E-Autos). Immerhin: Schon jetzt ist Opel als erster deutscher Hersteller mit einem komplett elektrifizierten Modellangebot auf dem Markt. Dem Plan nach sollten die reinen Verbrenner-Baureihen noch bis 2028 vom Band laufen, danach wäre Opel eine hundertprozentige Elektroauto-Marke geworden. Doch die Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) hat insgesamt nicht so stark zugenommen, wie noch vor wenigen Jahren kalkuliert wurde. Auch großzügige Rabatte auf neue Elektroautos haben bisher nicht den Durchbruch erzielt.
Andere Hersteller steuerten schon früher um
Viele Hersteller, darunter Mercedes, Audi, BMW und Volkswagen, haben die Abkehr vom Verbrennungsmotor schon vorher aufgeschoben (wobei fast alle ursprünglich erst ab 2030 benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge aus dem Programm nehmen wollten).

Parallel zu Elektroautos wie dem Opel Astra GSE dürfte es infolge des Strategiewechsels auch nach 2028 noch Verbrenner-Versionen der Elektromodelle geben.
Bild: Stellantis
Bei Opel ist die Strategie nun zweifaltig: Es wird den kompakten Astra, den Kleinwagen Corsa sowie die SUV Mokka, Frontera und Grandland weiterhin als Verbrenner geben, die großen Modelle als Plug-in-Hybridversion. Parallel dazu gibt es die elektrischen Varianten. Opel verfeinert damit die "Multi Energy"-Strategie.
Neuer Corsa und Astra auch als Verbrenner?
Gegenüber AUTO BILD sagte eine Opel-Sprecherin: "Diese [Verbrenner-Technologie, Anm. d. Redaktion] muss nicht auf 2028 begrenzt sein, wenn die Nachfrageseite anderes verlangt, doch wir haben ganz klar die Ziele im Bereich der Dekarbonisierung unseres Unternehmens und unseres Fahrzeugangebots im Blick. Aktuell prüfen wir unsere entsprechenden Planungen und passen sie an die neuen Bedingungen an." Der Hersteller verweist auf die beiden bezahlbaren Elektromodelle Corsa Electric (unter 29.000 Euro) und Frontera (unter 30.000 Euro).
Teil der Elektro-Strategie war auch eine Batteriefabrik in Kaiserslautern. Dieses Vorhaben hat der Multimarken-Konzern Stellantis, die Opel-Mutter, bereits 2024 aufgegeben. Das Gelände für die Anlage, in der einmal 600.000 E-Auto-Akkus pro Jahr entstehen sollten, hält Stellantis bisher frei. Bis Ende 2025 soll entschieden werden, wie es damit weitergeht.
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