Neue Woche, neuer Restomod! Über die Jahre haben sich immer mehr Firmen darauf spezialisiert, Klassiker mit moderner Antriebstechnik und Hightech-Materialien auszustatten. Die britische Firma Chieftain kümmert sich seit einiger Zeit um den Range Rover Classic und hat jetzt die nächste Ausbaustufe präsentiert. Als "Chieftain Xtreme" leistet der kantige Offroader brutale 700 PS!
● Restomod auf Basis des Range Rover Classic
● neu entwickeltes Chassis
● Einzelradaufhängung
● AP Racing Bremse
● 6,2-Liter-V8-Kompressor mit 700 PS
● moderne Achtgang-Automatik und Allradantrieb
● klassische Optik
● Sidepipes
● noch keine offiziellen Fahrleistungen
● Preis auf Anfrage

Gerade erst hat Land Rover die Neuauflage des Defender mit V8-Motor vorgestellt. Ab Juni 2021 sind Defender 90 (kurzer Radstand) und Defender 110 (langer Radstand) mit dem aus anderen JLR-Modellen bekannten Fünfliter-V8-Kompressor erhältlich, der im Defender 525 PS leistet. Das ist schon ganz ordentlich; doch jetzt gibt es eine 700 PS starke Alternative zum neuen Defender, die optisch mehr hermacht und 700 PS leistet: den Range Rover Chieftain Xtreme, ein Restomod auf Basis des Range Rover Classic!
Hinweis
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Der Hype um die sogenannten Restomods wird seit Jahren immer größer. Viele Firmen haben es sich zur Aufgabe gemacht, automobile Ikonen mit modernster Technik in die Neuzeit zu überführen und die Fahrzeuge in ihren Augen noch begehrenswerter zu machen. Porsche-Modelle sind als Basis besonders beliebt. Auch Modelle wie die Alfa Giulia, Mercedes SL und Jaguar E-Type gibt es inzwischen mit modernen Antrieben, doch seit ein paar Jahren werten die Firmen auch vermehrt Exoten auf. So wie die britische Firma Chieftain, die sich seit mehreren Jahren um eine britische Design-Ikone kümmert. Die Rede ist vom Range Rover Classic, der in seiner Urform zwischen 1970 und 1996 gebaut wurde und der einst sogar im "Louvre" als "Vorbild für industrielles Design" ausgestellt wurde.
Chieftain Xtreme - Range Rover Restomod
Ausgestellte Radhäuser, Sidepipes und ein paar kleinere optische Änderungen – doch unter der Karosserie ist alles neu!

GM LS3-Motor statt des originalen Range Rover-V8

Chieftain ist eine Tochterfirma von Jensen International Automotive (JIA), die sich – wenig überraschend – um die Wiedergeburt des Jensen Interceptor bemüht. Schon seit mehreren Jahren hat Chieftain Exemplare des Range Rover Classic unterschiedlicher Leistungsstufen im Angebot, doch mit dem Xtreme zünden die Briten die nächste Ausbaustufe! Anstelle des originalen V8, der aus 3,5 bis 4,2 Liter Hubraum maximal 200 PS holte (von dem ab 1986 angebotenen Vierzylinder-Diesel wollen wir an dieser Stelle lieber nicht schreiben) pflanzt Chieftain einen GM LS3-Motor inklusive modernem Sechsgang-Automatikgetriebe in die weitgehend unveränderte klassische Range Rover-Hülle. Der 6,2-Liter-Saugmotor im normalen Chieftain Range Rover hat mit 430 PS schon mehr als doppelt so viel Leistung wie das Original in seiner stärksten Form.

Mit 700 PS ist der Restomod stärker als ein Lamborghini Urus

Doch im neuen Chieftain Xtreme wird dem 6,2-Liter-V8 kurzerhand ein Kompressor aufgeschnallt. Das Ergebnis sind brutale 700 PS – ganz nebenbei rund 50 PS mehr als ein Lamborghini Urus. Bei so viel Power dürfte klar sein, dass Chieftain nicht einfach nur den Antrieb tauscht. Für dieses Projekt sind deutlich tiefgreifendere Veränderungen notwendig: Die Briten entwickelten in Eigenregie ein komplettes Chassis (das übrigens bei allen Chieftain Range Rover zum Einsatz kommt), setzten auf Einzelradaufhängungen statt Starrachsen, eine leistungsstarke AP Racing-Bremse und eine Achtgang-Automatik. Allradantrieb gehört bei einem Range Rover natürlich zum guten Ton – auch bei einem Restomod.
Chieftain Xtreme - Range Rover Restomod
Chieftain hat die klassische Optik des Range Rover beibehalten und vorsichtig verfeinert.

Detaillierte Fahrleistungen hat Chieftain noch nicht veröffentlicht. Als Referenzwert gibt der "normale", 430 PS starke Range Rover der kleinen Firma aber zumindest einen groben Anhaltspunkt: Er sprintet in 5,2 Sekunden auf 100 km/h und soll rund 210 km/h Höchstgeschwindigkeit schaffen. Mit 270 PS extra dürfte der Xtreme eher in Regionen um die 4,0 Sekunden für den Sprint auf Landstraßentempo unterwegs sein und trotz des cw-Werts eines Kühlschranks geschätzte 250 km/h erreichen. Doch um die reinen Fahrleistungen geht es bei diesem Projekt nicht. Stattdessen will Chieftain einen Range Rover Classic auf die grobstolligen Räder stellen, der so gut fährt, wie er aussieht – und vor allem zuverlässig ist. Denn wenn wir mal ehrlich sind: Klassische Range Rover sind jetzt nicht unbedingt die erste Wahl, wenn man einen alltagstauglichen Daily Driver sucht.
Hinweis
Gebrauchte Land Rover mit Garantie
Wichtig ist bei Restomods das unverkennbare Design des Originals, das im Idealfall nur behutsam angepasst wird. So geht auch Chieftain vor. Das Rendering zeigt einen zweitürigen Range Rover Classic in der Farbe "Bahama Gold" mit mattschwarzem Kühlergrill, einer LED-Lightbar an der Front, ausgestellten Radhäusern und neuen Felgen mit BF Goodrich All Terrain-Reifen. Das optische Highlight sind die vor dem Hinterrad montierten Sidepipes. Zum Preis machen die Briten noch keine Angaben. Da der "normale" Range Rover Chieftain allerdings umgerechnet schon über 170.000 Euro plus Mehrwertsteuer (147.500 Pfund) kostet, dürfte der 700 PS starke Xtreme wohl eher 300.000 Euro oder mehr kosten. Ernsthafte Anfragen bei konkretem Interesse beantwortet Chieftain auf Anfrage über seine Homepage. Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Der Chieftain Xtreme ist nicht limitiert. Soll heißen: Es werden so viele gebaut, wie bestellt werden. Vermutlich dürfte die Zahl dennoch sehr niedrig sein!