Geänderte Urlaubsplanung wegen hoher Spritkosten
Jeder Zehnte will auf den Sommerurlaub verzichten

Der Tankrabatt ist Geschichte! Seit Anfang Juli ist es an der Zapfsäule deutlich teurer, viele Autofahrer passen ihre Reiseplanung an. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wer im Urlaub sparen will – und wie viele die Reise aus Kostengründen streichen.
Bild: RAY
- Raphael Schuderer
Am 1. Juli 2026 war Schluss mit Tankrabatt. Bedeutet: Autofahrer müssen zur Hauptreisezeit für Benzin und Diesel wieder deutlich tiefer in die Tasche greifen. Um hohe Kosten zu vermeiden, ändern sogar mehr als die Hälfte (58 Prozent) ihre Reisepläne. Das ergab eine repräsentative Umfrage von AutoScout24 unter deutschen Autofahrern!
Mit Ende des Tankrabatts kostete der Liter Super E10 laut dem Vergleichsportal clever-tanken.de (Partner von AUTO BILD in der BILD-Gruppe) am 1. Juli um 14 Uhr im Bundesdurchschnitt 2,059 Euro, für einen Liter Diesel waren 2,004 Euro fällig – deutlich mehr als noch in der vergangenen Woche. Immerhin: Trotz höherer Kosten wollen sechs von zehn Deutschen (57,8 Prozent) weiterhin mit dem eigenen Fahrzeug in den Urlaub fahren.
Doch ein Großteil der Autoreisenden will das Urlaubsverhalten an die hohen Spritkosten anpassen. Jeder Zehnte (11,2 Prozent) will sogar komplett auf den Sommerurlaub verzichten! Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt bei Haushalten mit geringerem Einkommen. So verzichten 18,6 Prozent der Befragten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1500 Euro auf einen Sommerurlaub. Bei Haushalten mit einem Einkommen von mehr als 3800 Euro sind es dagegen lediglich 6,4 Prozent.
Jeder Dritte will spritsparender fahren
Jeder dritte Autoreisende plant, besonders spritsparend unterwegs zu sein. Gleichzeitig wollen 15,8 Prozent weniger Ausflüge am Urlaubsort unternehmen, um die Reisekasse zu schonen. Auch bei der Wahl des Reiseziels wird ans Sparen gedacht: 13,9 Prozent entscheiden sich bewusst für einen näher gelegenen Urlaubsort. Weitere 12,3 Prozent geben an, an anderer Stelle sparen zu wollen – etwa bei Unterkunft, Verpflegung oder Freizeitaktivitäten.
Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei AutoScout24: "Das Auto ist für viele Deutsche gerade im Urlaub ein Stück Freiheit. Viele Menschen sind deshalb bereit, ihre Reise anzupassen, bevor sie auf die Flexibilität des eigenen Fahrzeugs verzichten."
Berliner steigen aufs Flugzeug um
Aber nicht alle bleiben beim Auto: Zwischen den Bundesländern zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Wahl des Verkehrsmittels in den Urlaub. In Berlin fällt der Wechsel auf das Flugzeug besonders stark ins Gewicht: 14,3 Prozent der Befragten geben an, statt der ursprünglich geplanten Autofahrt in den Flieger zu steigen. Damit liegt der Wert in Berlin fast dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt (4,9 Prozent).
Auch Bahn und Fernbus profitieren von den hohen Spritpreisen. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt in Rheinland-Pfalz: Dort steigen 14,0 Prozent der Befragten von der ursprünglich geplanten Autofahrt auf öffentliche Verkehrsmittel um. Bundesweit sind es 6,2 Prozent.
Sachsen suchen günstigere Ziele
Im Bundesland Sachsen zeigt sich ein anderes Sparmuster. Dort verzichten Autofahrer nicht überdurchschnittlich häufig auf das Auto, sie suchen aber deutlich öfter nach günstigeren Reisezielen. Unter denjenigen, die weiterhin mit dem Wagen verreisen wollen, nennen 21,2 Prozent ein günstigeres Urlaubsziel als Reaktion auf die gestiegenen Kraftstoffkosten – bundesweit sind es 10,7 Prozent.
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