Smart-Fans dürfen sich freuen. Was lange wie ein Abschied für immer aussah, entpuppt sich nun als Comeback mit Ansage. Der legendäre fortwo kehrt 2026 zurück – unter neuem Namen, aber mit alter Idee. Smart-Deutschland-Chef Wolfgang Ufer hat jetzt erste Erlkönig-Fotos auf LinkedIn veröffentlicht. Dazu schreibt er selbstbewusst: "Aus einer Vision wird Realität."
Besonders bemerkenswert: Laut Ufer passt die Karosserie des früheren smart fortwo erstaunlich gut auf das Testfahrzeug. Ufer: "Trotz neuer Technologie bleibt die smart DNA spürbar: ultrakompakt, urban und zukunftsorientiert. In den kommenden Monaten testen wir Fahrverhalten, Sicherheit, Batterie und Software. Der smart #2 ist auf Kurs für seine Weltpremiere im nächsten Jahr."

Rückblick: vom Bonsai-Benz zum XXL-Smart

Zur Erinnerung: Smart-Fans der ersten Stunde waren in den letzten Jahren arg gebeutelt. Denn erst hat Mercedes die Hälfte der Marke an die Chinesen verschachert, dann haben sie den früher mal 2,50 Meter kurzen Bonsai-Benz mit dem #5 auf bis dato unvorstellbare 4,70 Meter aufgeblasen – und zu guter Letzt haben sie auch noch das Original eingestellt.
Im März war Schluss – und die Idee von minimalen Abmessungen für maximale Mobilität im urbanen Raum war Geschichte. Dachte zumindest jeder.
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Doch kürzlich belehrte uns Dirk Adelmann eines Besseren. Er ist Europachef des Joint Ventures und versprach fürs neue Jahr einen neuen fortwo. Der folgt zwar der aktuellen Nomenklatur und wird deshalb #2 heißen, soll sich aber sonst so weit als möglich am Original orientieren. "Zwei Sitze, minimale Abmessungen, erschwingliche Preise", fasste er die Eckpunkte zusammen.

Aus dem Smart fortwo wird der #2

Die kennt er gut. "Denn wir haben den fortwo nie vergessen, sondern vom Beginn des Joint Ventures an auf dem Zettel gehabt." Zwischenzeitlich hätten sie sich in der neuen Konstellation erst einmal neu aufstellen und das nötige Geld für so ein Projekt verdienen müssen. Und vor allem mussten sie lange rechnen und entwickeln, um die Idee zum Fliegen zu bringen.
Smart bringt den Fortwo als #2 zurück
Mit dem #2 erweitert Smart seine Modellpalette.
Bild: Smart
Schließlich mag der Vorgänger zwar viele Liebhaber gehabt haben, hat aber nie Gewinne eingefahren, sondern gilt als eines der ganz großen Millionengräber in der Mercedes-Geschichte. "Wir haben in der Vergangenheit gelernt, wie klein und spitz das Segment ist", sagte Adelmann diplomatisch. "Und vor allem haben wir hier in Europa nie aufgegeben. Schließlich sind wir der mit Abstand größte Markt für so ein kleines Auto."
Dass es jetzt doch noch einmal klappt mit dem Bonsai-Benz, hat viele Gründe: Es gibt neue Geldgeber in China und neue Entscheidungsträger in Stuttgart, und obendrein ist offenbar auch die Entwicklungsmannschaft weitergekommen.
Dabei lag die Last vor allem in China. Denn ein Design dürften sie in Stuttgart aus dem Ärmel geschüttelt haben, nachdem sie schon drei Generationen im Block hatten. Aber eine passende Plattform zu finden oder zu bauen und den richtigen Antrieb für so ein kleines Auto zu definieren, das dürfte eine große Aufgabe gewesen sein.

Reichweite soll verdoppelt werden

Wie sie die gelöst haben, wollte Adelmann noch nicht verraten. Doch mit dem Hinweis auf die eigene Architektur dürfte sich die 800-Volt-Technik von #1, #3 und #5 erledigt haben und womöglich auch die Lithium-Ionen-Zellen, die sonst bei Smart zum Einsatz kommen.
Dennoch können sich die Freunde der elektrischen Minimalmobilität über großen Fortschritt freuen: "Die Reichweite wollen wir mindestens verdoppeln", versprach Adelmann. Statt etwa 130 sollen also mindestens 260 Kilometer drin sein.
Smart bringt den Fortwo als #2 zurück
Der neue Smart #2 soll mit zwei Sitzen, kompakten Maßen und verdoppelter Reichweite das Erbe des fortwo antreten.
Bild: Smart
Bei den Maßen will Smart so nah wie möglich am Original bleiben – und Adelmann verspricht zumindest "eine zwei an erster Stelle", was den fortwo noch immer zum kürzesten Serienauto am Markt machen würde.

Keinen großen Sprung beim Preis

Beim Preis, der für das E-Modell am Ende mit 21.490 Euro begonnen hat, wollen sie dagegen trotz der größeren Reichweite keinen so großen Sprung machen. Nicht umsonst wird der #2 genau wie seine großen Geschwister künftig in China gebaut. Den genauen Preis will Adelmann natürlich noch nicht verraten. Aber er sagt, dass der kleinste Smart auch der günstigste wird und plant mit einem Einstiegspreis in den "unteren 20.000ern".
Damit läge er zwar auf dem Niveau von Viersitzern wie dem Hyundai Inster und Renault Twingo. Doch wären das immerhin 50 Prozent weniger als beim #1 und Grund genug für die Vermutung, dass der #2 als im Konzept weitgehend konkurrenzloses Auto und halbwegs bezahlbares Einstiegsmodell zumindest in Europa zum meistverkauften Auto in Portfolio aufsteigt – und so am Ende doch wieder Größe beweist.