Günstig tanken, das war einmal. Die Folgen des Ukraine-Kriegs haben die Spritpreise teilweise über die 2-Euro-Marke getrieben. Inzwischen hat sich die Lage etwas entspannt, doch nach dem Ende des Tankrabatts im Oktober 2022 sind Benzin und Diesel wieder teurer geworden.
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Minutengenauer Spritpreis-Check

So steht der Spritpreis an Tankstellen in der Umgebung!

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Um Geld für Kraftstoff zu sparen, lohnt es sich, den Tankstopp genauer zu planen. Denn im Tagesverlauf schwanken die Spritpreise um bis zu 12 Cent pro Liter, wie der ADAC herausfand. Das gilt sowohl für Super E10 als auch für Diesel. Bei einem leeren 50-Liter-Tank sind da Einsparungen von bis zu sechs Euro pro Tankfüllung drin.
Der ADAC hat sich im Juli 2022 die Preisentwicklung an sämtlichen rund 14.000 Tankstellen in Deutschland angeschaut und rät: am besten am Abend tanken.
Kurve der Spritpreisentwicklung im Tagesverlauf
Die Spritpreisanalyse des ADAC im Juli 2022 ergab rapide Schwankungen im Tagesverlauf.

Die niedrigsten Tagespreise an den Tankstellen werden zwischen 20 und 22 Uhr erreicht. Aber auch der Zeitraum zwischen 18 und 19 Uhr ist bereits relativ günstig.
Wer Geld sparen möchte, sollte auf keinen Fall morgens kurz nach 7 Uhr an die Zapfsäule fahren. Zwischen 5 und 11 Uhr schwanken die Preise recht stark und liegen fast immer über dem Niveau des restlichen Tages, wie der ADAC herausfand. Ab Mittag sinken die Durchschnittspreise für Benzin und Diesel in Wellenbewegungen tendenziell bis gegen 22 Uhr. Während der Nachtstunden gibt es kaum Preisänderungen. Insgesamt seien die Wellenbewegungen der Preise beider Kraftstoffsorten nahezu gleich, so die ADAC-Experten.
Symbolfoto Tankanzeige
Ebbe im Tank? Beherzigt man ein paar Tipps, dann sind pro Tankfüllung mehrere Euro Ersparnis drin!

Diese Schwankungen sind signifikant höher als noch im Jahr zuvor: 2021 ermittelte der ADAC lediglich sieben Cent Preisunterschied für den Liter Benzin und sechseinhalb Cent für Diesel.

Bis zu sieben Preissprünge pro Tag

Die Untersuchung ergab, dass es im Tagesverlauf maximal sieben Ausreißer nach oben gibt. Damit hat sich die Zahl der Preissprünge seit 2021 nicht erhöht. Es kann sich hier bereits lohnen, nur eine Stunde zu warten, um einige Cent pro Liter weniger zu zahlen.
Spritpeistafel an Tankstelle
Die Preise für Benzin und Diesel drohen nach Ende des Tankrabatts wieder deutlich zu steigen.
Nachts ist Sprit am teuersten, weil dann viele kleinere Stationen geschlossen sind und dadurch das Angebot verknappt wird. Am frühen Morgen seien dann viele Menschen im Berufsverkehr unterwegs, was sie zu potenziellen Tankkunden mache, erklärt Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken. Aber: "Ausnahmen bestätigen die Regel."

Beim Tanken sparen mit Internet, Navi oder App

Generell sollten sich preisbewusste Autofahrer im Internet, im Navi oder per App darüber informieren, welche Tankstelle in der Umgebung die günstigsten Preise hat. Hilfe beim Spritsparen gibt es bei Clever Tanken (gehört zur AUTO BILD-Gruppe), bei billig-tanken.de oder beim ADAC sowie in Navigationssystemen oder Apps für Smartphone, Tablet und Apple Watch.

Wer sein Smartphone im Auto nutzt – sinnvollerweise über eine Handyhalterung (hier zehn Smartphone-Halter im Test) –, der findet die günstigste Zapfsäule auch per Spracheingabe.

Zum Tanken runter von der Autobahn

Reisende, die an einer Autobahntankstelle haltmachen, müssen meist besonders tief in die Tasche greifen. Der ADAC ermittelte im Sommer 2019 in einer deutschlandweiten Preisanalyse an über 14.000 Tankstellen einen durchschnittlichen Preisaufschlag von gut 20 Cent je Liter (21,4 Cent bei Super E10 und 23,8 Cent bei Diesel) im Vergleich zum übrigen Straßennetz. Daran dürfte sich bis heute nicht viel geändert haben – im Gegenteil.
Anders ausgedrückt: Clevere Reisende mit zehn Minuten Zeit zum Abfahren von der Autobahn und einem 50-Liter-Tank im Auto sparten schon damals beim Volltanken mit Superbenzin mehr als zehn Euro, mit Diesel üblicherweise sogar fast zwölf Euro.
Das gilt auch für Tankstellen im Umkreis von Autobahnausfahrten, obwohl die Spritpreise hier noch um gut zwei Cent höher liegen als im restlichen Straßennetz abseits der Schnellstraßen (eine ADAC-Liste mit autobahnnahen Tankstellen gibt es hier). Zwischen den einzelnen Wochentagen stellte der ADAC allerdings nur geringe Preisunterschiede fest.