Tesla bietet in Deutschland künftig mehr als nur Elektroautos an: Der US-amerikanische E-Auto-Pionier steigt mit dem Start-up Octopus Energy in den deutschen Strommarkt ein. Damit hat sich Tesla einen weiteren Markt erschlossen und könnte in Zukunft die komplette energetische Versorgung des Haushalts durch eigene Produkte ermöglichen.
Die beiden Unternehmen wollen mit dem Ökostrom-Tarif ihren Kunden nach eigenen Angaben ein "sauberes, digitalisiertes Energiesystem" zur Verfügung stellen – mit einem niedrigen monatlichen Grundpreis, reduzierten Kosten pro Kilowattstunde ohne Aufschlag und einer flexiblen Kündigungsfrist von einem Monat. Zusätzlich soll eine Preisgarantie über zwölf Monate oder sogar mehr kommen. 
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So viel kostet der Tesla-Strom

Seit März 2021 wird das Angebot von Tesla und Octopus Energy in Baden-Württemberg getestet, Mitte Juli kam Bayern dazu. Zu Beginn will Tesla den Strom zum Einkaufspreis an die Kunden weiterreichen. Die Grundgebühr des jeweiligen Netzbetreibers und eine monatliche Pauschale kommen obendrauf. Wirft man einen Blick in entsprechende Foren, wird der Tarif dort zum Teil als recht teuer eingeschätzt. Der Preis schwankt abhängig von der Heimatregion des Interessenten.
Das Portal "Business Insider" hat sich auf der Webseite von Tesla ein konkretes Strom-Angebot eingeholt. Demnach würde Octopus Energy für einen Standort in Rheinland-Pfalz drei Euro Grundgebühr pro Monat für den Tesla-Strom berechnen. Dazu kämen 8,53 Euro monatliche Fixkosten des Netzbetreibers. Geht man von 29,65 Cent/kWh Arbeitspreis aus, betrügen die monatlichen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2500 kWh also 73 Euro. Im Vergleich mit grünem Strom von anderen Anbietern am gleichen Standort (74 bis 102 Euro pro Monat) wären Tesla und Octopus Energy günstig. Doch zunächst können nur Besitzer einer Solaranlage und einer sogenannten Tesla Powerwall das Angebot nutzen.
Die Tesla Powerwall ist ein 114 Kilogramm schwerer Lithium-Ionen-Akkumulator für zu Hause, der beispielsweise die von einer Photovoltaik-Anlage produzierte Energie zwischenspeichern kann. Die Powerwall hat 13,5 kWh Kapazität und kann bis 100 Prozent entladen werden. Typischerweise wird sie im Haus an einer Wand angebracht. Eine Powerwall kostet mehrere Tausend Euro.

Mehrere Tesla Powerwalls sollen ein virtuelles Kraftwerk schaffen

Mithilfe der Powerwall will Tesla die Grundlage für eine Disruption am Strommarkt schaffen. Mehrere Powerwalls sollen sich demnach zu virtuellen Kraftwerken zusammenschließen können. Bei Bedarf wird die gespeicherte Energie dann ins öffentliche Stromnetz eingespeist, und die Kunden erhalten einen Anteil der Einnahmen. Eine künstliche Intelligenz von Octopus Energy kümmert sich um den jeweils günstigsten Stromtarif. Das soll zum Teil sogar stündlich möglich sein.