Tokio 2011: Die Highlights
Aufbau Fernost

Neue Messe, alte Sorgen: In Tokio versuchen die japanischen Autobauer mit aller Macht, die Weichen für eine positive Zukunft zu stellen. Das Angebot stimmt, die Nachfrage im Katastrophenjahr 2011 bleibt aber schwach.
- Jochen Knecht
Es ist diesig in Tokio. Frühnebel verhängt den "großen Blick" auf die Bucht von Tokio, den das Messegelände "Big Sight" selbstbewusst im Namen trägt. Zum ersten Mal präsentiert sich die Tokyo Motor Show schick am Wasser. Die Probleme der Branche kann der Umzug aber nicht vergessen machen. Das Wetter als Spiegel der Stimmung der japanischen Hersteller. Die großen Namen haben große Pläne – und doch blickt keiner ungetrübt in die Zukunft. Zu sehr fehlen nach dem verheerenden Erdbeben die Umsätze im Inland, zu sehr drückt der starke Yen aufs so wichtige Export-Geschäft. Ein bisschen Optimismus gibt's dennoch fast überall. Weil das Angebot an neuen Autos, neuen Konzepten und neuen Ideen stimmt.
Alle Neuheiten auf der Tokyo Motor Show 2011

Neu in der Prius-Familie: Der Kleinwagen-Hybride Toyota Aqua auf Basis des Yaris.
Bild: Christian Bittmann
Hochbeiniger Hybride: VW zeigt in Tokio die SUV-Studie Cross Coupé

Hybrid-Studie aus Wolfsburg: Des VW Cross Coupé debütiert in Tokio.
Bild: Werk
Die gibt's bei den ehemaligen Freunden von Suzuki nicht. Star auf dem Suzuki-Stand ist der froschgrüne Regina – ein ultraleichter Kleinwagen, der gerade mal etwas über 700 Kilo auf die Waage bringt und mit einem um zehn Prozent geringeren cW-Wert glänzt, als aktuell in der Kompakt- und Kleinwagenklasse üblich. CO2-Emmision: 70 Gramm pro Kilometer. Davon bekam VW-Chef Martin Winterkorn nicht viel mit. Der machte einen demonstrativen Bogen um den Suzuki-Stand und nahm stattdessen intensiv die futuristischen Studien bei Honda unter die Lupe. Vor allem der viersitzige Plug-in Hybrid Honda AC-X hatte es dem VW-Boss angetan, auch wenn der eigentliche Star des Honda-Auftritts ein paar Meter weiter im Rampenlicht kreiste: der Honda EV-STER. Ein zweisitziger Elektro-Roadster auf Jazz-Basis, der in einer nicht allzu fernen Serien-Zukunft als Hybrid oder mit klassischem Antrieb in die Fußstapfen des CRX del Sol treten könnte.
Richtig viel zu sehen gab's auch bei Subaru: Neben der riesigen Studie Advanced Tourer zog vor allem das neue Sportcoupé BRZ die Blicke auf sich. Und der technische Bruder steht auch auf der Messe: Bei Toyota heißt der Celica-Nachfolger GT 86 und soll der Marke mit 200 PS und Heckantrieb wieder zu einem emotionaleren Auftritt verhelfen. Bildhübsch und als Serienmodell der nächste Mittelklasse-Knaller: die Mazda-Studie Takeri, die dem ebenfalls neuen Kompakt-SUV CX-5 lässig die Show stahl.
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