Toyota AE86 BEV Concept (2023): Elektro, Corolla, Levin, Umbau
Toyota AE86 mit Elektroantrieb und Handschaltung

Toyota hat einen AE86 auf Elektroantrieb umgebaut. Die Teile stammen aus der Großserie: Motor vom Tundra Hybrid, Akku vom Prius. Der Clou: Die Studie hat eine Handschaltung!
Bild: Noriaki Mitsuhashi/N-RAK PHOTO AGENCY
Können Petrolheads ihre Lieblingsautos auf diese Art noch länger genießen? Toyota hat auf dem Tokyo Auto Salon 2023 zwei mit interessanten Antrieben ausgestatteten Studien auf Basis des legendären AE86 gezeigt. So sollen auch Oldtimer besonders umweltverträglich werden und der Fahrspaß auch in Zukunft nicht zu kurz kommen!
Die Idee, automobile Klassiker mit Elektromotoren auszustatten ist grundsätzlich nicht neu. Schon seit vielen Jahren versuchen sich die unterschiedlichsten Firmen daran, Oldtimer mit Elektro-Antrieb salonfähig zu machen. So gibt es bereits elektrische 911, VW-Busse, Mercedes Kombis und viele, viele mehr. Auch Hersteller wie Opel haben mit dem Manta GSe Elektromod gezeigt, dass sie sich mit der Idee auseinandersetzen.

Bis auf den fehlenden Auspuff und die Aufkleber könnte der AE86 als normaler Verbrenner durchgehen.
Bild: Noriaki Mitsuhashi/N-RAK PHOTO AGENCY
Jetzt springt Toyota auf den Zug auf, wählt aber einen anderen Ansatz. Die Idee ist es, die automobilen Ikonen auch über das Jahr 2030 hinaus am Leben zu erhalten und die Faszination an die kommenden Generationen weiterzugeben. Dazu stand der Punkt Fahrspaß ganz oben im Lastenheft der Entwickler!
Elektroantrieb statt hochdrehendem 1,6-Liter-Vierzylinder
Als Basis wurde der Toyota Corolla AE86 auserkoren. Hierzulande spielte die Coupé-Version des Corolla (als Stufenheck Corolla GT genannt) zwar keine Rolle, doch außerhalb von Europa hat der AE86 mittlerweile Legendenstatus. In Japan wurde der AE86 in zwei Versionen angeboten, als Corolla Levin und Sprinter Trueno. Beide hatten auf Wunsch einen hochdrehenden 1,6-Liter-Vierzylinder unter der Haube, der die Kraft an die Hinterräder abgibt.
Auf dem Tokyo Auto Salon 2023 hat Toyota das kleine Coupé jetzt in einer elektrischen Version gezeigt. Die hört auf den Namen AE86 BEV Concept und ist zum aktuellen Zeitpunkt nur eine Studie.

Akku statt Rücksitze: Für eine optimale Gewichtsbalance wurde der Akku über der Hinterachse platziert.
Bild: Noriaki Mitsuhashi/N-RAK PHOTO AGENCY
Der elektrische AE86 (Corolla Levin) ist optisch erstmal nicht von einem normalen AE86 zu unterscheiden – wenn wir uns die Aufkleber wegdenken. Unterm Blech wird es interessant, denn Toyota setzt bei der Studie auf bewährte Großserientechnik. Der Elektromotor stammt aus dem Pick-up Tundra Hybrid und der Akku aus einem Prius. Zwar verraten die Japaner weder Leistungsdaten noch Reichweiten, doch dafür zeigen sie in einem Video eindrucksvoll, dass die Studie voll fahr- und sogar driftbereit ist!
Der Fahrspaß soll nicht zu kurz kommen
Die Ingenieure erklären, dass sie versucht haben, die gute Balance des AE86 beizubehalten und das Gewicht so weit möglich zu drücken. Und dann gibt es noch eine echte Überraschung: Der AE86 BEV ist ein Handschalter. Das manuelle Getriebe wurde aufwendig an den Elektro-Antriebsstrang angepasst, um dem Fahrer maximalen Fahrspaß zu bieten. Wer sich das Video bis zum Ende anschaut, wird sehen, dass dieses Vorhaben ganz offensichtlich geglückt ist.
Auch im Innenraum setzt Toyota auf Oldschool-Chic: Zuerst einmal wurde alles Überflüssige rausgeworfen, ein Paar Bride-Schalensitze mit Cusco-Fünfpunktgurten, ein geschüsseltes Sportlenkrad und ein Überrollkäfig installiert. Klingt nach Fahrspaß!
Der AE86 BEV Concept ist übrigens nicht die einzige Studie auf AE86-Basis, denn Toyota hat außerdem auch noch den AE86 H2 Concept präsentiert, bei dem der originale Vierzylinder mit modifizierten Einspritzdüsen und mehr auf Wasserstoffbetrieb umgerüstet wurde.
Umrüstung ist aufwendig und teuer
Auch wenn die Idee sicherlich charmant ist und das finale Produkt tatsächlich nach Fahrspaß aussieht, so dürfte die Nachfrage nach solchen Projekten (zumindest aktuell) doch eher gering sein. Denn seien wir mal ehrlich: Der Großteil der Petrolheads will die eigenen Klassiker vermutlich gar nicht auf Elektro- oder Wasserstoffantrieb umrüsten, denn aktuell ist das ja noch gar nicht nötig.
Und selbst die, die mit dem Gedanken spielen, dürften der hohe Aufwand und die enormen Umbaukosten abschrecken. Zum jetzigen Zeitpunkt scheinen E-Fuels hier tatsächlich die aussichtsreichere Alternative zu sein.
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