Zwei Manager – ein Ziel: Nikolas Iwan, Chef von H2 Mobility, und Thomas Mohnke, Chef der Taxi- und Mietwagenflotte SafeDriver, drehen in diesem Winter in Berlin den Wasserstoff-Hahn auf. Über den Taxidienst Uber können bald 200 Toyota Mirai, die Elektro-Limousine von Toyota mit Brennstoffzelle, gebucht werden.

Die zurzeit besten E-Autos

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Audi Q4 e-tron
BMW iX
Hyundai Ioniq 5
Kia Niro EV
Kia EV6
Mazda MX-30
Opel Corsa-e
Skoda Enyaq iV
Tesla Model 3
Toyota bZ4X

So sollen mehr Menschen in ein FCEV gebracht werden. Das steht für "Fuel Cell Electric Vehicle", also ein Elektroauto, das den Strom mit Wasserstoff und Brennstoffzelle über umgekehrte Elektrolyse im Auto selbst produziert und in einer Pufferbatterie zwischenspeichert. Um nicht nur lokal emissionsfrei zu fahren, braucht es "grünen" Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Aus dem Auspuff tröpfelt nur Wasser.
BMW iX5 Hydrogen
BMW will technologieoffen sein: iX5 Hydrogen als Alternative zu Batterie-Elektroautos.

"Wir zeigen den Leuten, dass Wasserstoff auch für Vielfahrer funktioniert", sagt Thomas Mohnke. Der Mann mit jahrzehntelanger Erfahrung als Mietwagen- und Taxiunternehmer ist Vorreiter bei der Flotten-Elektrifizierung. Die zweite Generation des Toyota Mirai, derzeit im AUTO BILD-Dauertest, eignet sich mit ihren rund 500 km Reichweite gut für einen Zwei-Schicht-Taxibetrieb.

Der Tankvorgang dauert nur Minuten

Einziges Problem: Die Zahl der Tankstellen, an denen Wasserstoff in die Tanks der Mirai strömt, ist noch überschaubar. Aber, so Mohnke, Tanken in Minuten sei ein Vorteil gegenüber Batterie-Taxis, die täglich bis zu zehn Stunden am Stecker hingen.
Opel Vivaro-e Hydrogen
Lokal emissionsfreie Lieferungen dank Brennstoffzelle: Opel Vivaro-e Hydrogen.

Nikolas Iwan, der Mann, der mit H2 Mobility den Ausbau des Tanknetzes in Deutschland vorantreibt, sieht die Brennstoffzelle gleichwertig neben batterieelektrischen Autos. Auch wenn bei den Pkw die Hersteller noch zaudern. Neben Toyota setzen aktuell Hyundai (Nexo) und Honda (Clarity Fuel Cell) diese Technik ein. BMW (iX5 Hydrogen) testet immerhin eine Kleinserie. Aber auch und vor allem bei Transporter-Modellen, Bussen und schweren Lkw hat die Brennstoffzelle eine Zukunft auf der Straße.

Das H2-Tankstellennetz muss noch wachsen

Nun muss auch das Tankstellennetz weiter wachsen. H2 Mobility betreibt derzeit in Deutschland rund 100 Stationen. "Damit", so Iwan, "erreichen wir schon mal mehr als sechs Millionen Fahrprofile in Deutschland." Heißt: Um zu tanken, beträgt der Umweg höchstens fünf Kilometer. "Wünschenswert wäre es, in 10 bis 15 Jahren rund 1000 Tankstellen in Deutschland zu haben."
Nikolas Iwan
Hat viel vor in Sachen Wasserstoff: Nikolas Iwan von H2 Mobility.

In Berlin können Taxikunden ab sofort die Toyota Mirai einfach über die Uber-App bestellen. Dafür wird eine separate Buchungsfunktion installiert: "Comfort EV Wasserstoff". Und das ist nicht teurer als normale Uber-Fahrten. Dieses "Experiment", wie Thomas Mohnke das Projekt "H2 moves Berlin" nennt, habe auch etwas Pädagogisches. "Die Idee ist es, Wissen zu den Menschen zu bringen." Deshalb werden besonders geschulte Fahrer in den Mirai sitzen.

Die Taxikunden nehmen das Projekt positiv auf

Die ersten 20 Toyota Mirai fahren bereits durch die Hauptstadt; bis Ende 2022 sollen es 50, bis März 2023 dann 200 Uber-Taxis mit Brennstoffzelle sein. "Durchweg positiv" seien die Rückmeldungen der Kunden bislang, sagt Thomas Mohnke von SafeDriver. Er kann das auch mit Zahlen belegen: Trinkgelder nach Mirai-Fahrten seien deutlich höher als die nach normalen Touren.