Der VW Golf 8 bekommt das R aufgesetzt. Hinter dem altbekannten Rezept – vier Zylinder, Allrad – verbirgt sich ein Dynamik-Feinschliff, der dem Top-Golf zu deutlich mehr Feuer und Fahrspaß verhelfen soll. Beste Zeugnisse dafür sind der neue Driftmodus, mit dem der Golf R künftig auch quer um Kurven getrieben werden kann, sowie ein neues R-Performance-Paket mit Vmax-Anhebung. Der 320 PS starke Golf 8 R ist seit Ende November 2020 erhältlich. Die Preise starten bei 49.400 Euro.

Erster Serien-Golf mit bis zu 270 km/h Topspeed

VW Golf 8 R
Golf R mit großem Diffusor und vier statt zwei Endrohren: noch mal eine Stufe schärfer als GTI und Clubsport.
Quell des Vortriebs ist der Zweiliter-Turbovierzylinder EA888 in der Ausbaustufe Evo4. Neu ist unter anderem eine vollelektrische Kühlmittelregelung: Sie verkürzt die Warmlaufphase und optimiert damit die Effizienz des Antriebs. Das Aggregat bringt es wie im Arteon R auf 320 PS und 420 Nm Drehmoment. Das sind je nach Ausbaustufe 10 bis 20 PS sowie 20 Nm mehr als beim Vorgänger – und zehn PS mehr als beim Konzernbruder Audi S3. Der Allradler sprintet mit DSG in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Optional ist das 2265 Euro teure R-Performance-Paket zu haben. Es hebt die Höchstgeschwindigkeit von 250 auf 270 km/h an.
Hinweis
VW Golf R mit bis zu 6422 Euro Ersparnis bei carwow.de
Das Performance-Paket beinhaltet zusätzlich einen größeren Heckspoiler, 19-Zoll-Räder (zum großen AUTO BILD-Sommerreifen-Test 2021) sowie die beiden zusätzlichen Fahrmodi "Special" und "Drift". Im Driftprogramm bietet das serienmäßige Siebengang-DSG einen echten manuellen Modus, schaltet am Begrenzer also nicht von selbst hoch. In Nordamerika wird der Golf 8 R standardmäßig mit einem manuellen Sechsganggetriebe ausgeliefert. Für Europa ist eine manuelle Option bis auf Weiteres nicht geplant. Gemunkelt wurde ursprünglich auch von bis zu 333 PS. Vielleicht schiebt VW hier noch eine zugespitzte R-Variante nach, analog zum GTI Clubsport.

Golf R Variant ab Mitte August 2021 erhältlich

Ganz neu im Programm ist der VW Golf R Variant. Ab Mitte August 2021 bietet VW den Golf R auch als Kombi für all diejenigen an, denen der Fünftürer zu wenig Platz bietet. Der Kofferraum des 4,63 Meter langen Golf R Variant fasst zwischen 611 und 1642 Liter bei umgeklappten Rücksitzen. Zudem ist der Sportkombi auch mit einer optionalen Anhängerkupplung für eine Zuglast von 1,9 Tonnen erhältlich. So viel zu den praktischen Fähigkeiten, doch der R Variant soll natürlich auch richtig sportlich sein. Er setzt auf die gleiche Antriebskombination wie der Fünftürer und ist gemeinsam mit dem Arteon R Shooting Brake der stärkste Sportkombi im Portfolio. Dank 320 PS, Siebengang-DSG sowie Allrad sprintet der 1630 Kilo schwere Golf R Variant in 4,9 Sekunden auf 100 km/h (0,2 Sekunden langsamer als der Fünftürer) und schafft 250 km/h Spitze.
Hinweis
VW-Modelle im Auto-Abo bei ViveLaCar
Das R-Performance-Paket ist natürlich auch für den Kombi lieferbar und erhöht den Topspeed auf 270 km/h. Durch den längeren Radstand soll der R Variant zudem eine ausgewogenere Achslastverteilung als der Fünftürer haben, verspricht VW. Bestellstart für den VW Golf R Variant ist der 8. Juli 2021. Der Basispreis beträgt 51.585 Euro. Mit Vollausstattung wird er an 70.000 Euro grenzen. Zum Vergleich: Der deutlich größere Arteon R Shooting Brake startet bei 61.980 Euro.

VW Golf R mit Driftmodus

VW Golf R Variant
Der Golf R Variant kann optional auch mit Anhängerkupplung geordert werden.
Auch im Golf R der achten Generation wird die Kraft auf alle vier Räder verteilt. Dank neuem Hinterachsgetriebe kann der 4Motion-Allrad das Drehmoment nicht nur zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern auch zwischen den Hinterrädern verteilen – und zwar bis zu 100 Prozent an ein einzelnes Rad. Beim Golf R ist neben dem Sperrdifferenzial und dem serienmäßigen Adaptivfahrwerk DCC neuerdings auch der Allradantrieb Teil des integrierten Fahrdynamik-Managers. Damit soll das Untersteuern kein Thema mehr sein, außerdem soll Allrad optimale Traktion, mehr Kurvenagilität und mehr Fahrpräzision garantieren. Wie sich das Ganze fährt, lesen Sie im Vergleichstest mit dem Porsche 718 Cayman.
Gegenüber dem GTI kommen beim R drei Fahrprofile hinzu. "Race" deaktiviert die Segel-Funktion, schärft den Auspuffsound und stellt alle Systeme auf Attacke. Die Einstellung "Special" ist auf den welligen Nürburgring ausgelegt und bereits vom GTI Clubsport bekannt. Es soll dem R gegenüber seinem Vorgänger einen Zeitvorsprung von 17 Sekunden in der "grünen Hölle" des Nürburgrings verschaffen. Gänzlich neu ist der Driftmodus. In der "ESP Sport"-Stellung verteilt das Allradsystem die Kraft so, dass Kurven quer genommen werden können, ähnlich wie bei Ford Focus RS oder Mercedes-AMG A 45 S.

Optionale Semislicks für die volle Querdynamik

Serienmäßig verfügt der Golf R über die aktive Dämpferregelung DCC, und er liegt 20 mm tiefer auf der Straße als der Serien-Golf. Feder- und Stabilisator-Raten wurden gegenüber dem Vorgänger um jeweils zehn Prozent erhöht, den Vorderrädern mehr negativer Sturz verpasst. Ein steiferer Alu-Hilfsrahmen erleichtert die Vorderachse um drei Kilogramm. Auch die Bremse mit 357 mm Scheiben vorne ist je Seite 600 Gramm leichter. Wer auf der Rennstrecke die letzten Zehntel herausfahren will, dem bietet VW für den Golf R optionale Semislicks in 19 Zoll an.

VW Golf R mit Titan-Auspuff von Akrapovic

VW Golf 8 R
Wie schon beim Golf 7 R ist auch für den 8er eine Titan-Auspuffanlage von Akrapovic zu haben.
Die R-Front wartet mit Clubsport-ähnlicher Schürze und eigenem Grill mit horizontalen Lamellen auf. Die LED-Scheinwerfer verbindet ein Leuchtenband mit blauem Zierstreifen und R-Logo. Im Profil fallen neue Schweller und R-spezifische Felgen auf. Basis sind 18 Zoll, optional sind 19-Zöller zu haben. Das Heck zieren ein mittiges R-Logo, ein schwarzer Diffusor und die vier Endrohre des Klappenauspuffs. Gegen Aufpreis ist wie gehabt ein Titan-Klappenauspuff von Akrapovic zu haben. Er macht den Golf um sieben Kilogramm Gewicht und das Portemonnaie um 3975 Euro leichter. Wer sich für das R-Performance-Paket entschieden hat, dem schraubt VW einen größeren Heckspoiler auf die Kofferraumklappe. Zu den dezenteren R-Insignien gehören glanzschwarze Akzente und die silbernen Außenspiegelkappen.

Die Schaltpaddel im Cockpit des Golf R sind gewachsen

VW Golf 8 R
Links am Lenkrad sitzt die R-Taste für die Fahrmodi. Dahinter lugen die gewachsenen Schaltpaddel hervor.
Im Innenraum gibt es keine großen Überraschungen. Fahrer und Beifahrer sitzen auf den bekannten Integral-Sportsitzen, die beim R mit schwarz-blauen Bezügen aufwarten. Zierteile im Carbon-Look, ein paar R-Logos, der schwarze Dachhimmel und Edelstahl-Pedale sorgen für Sport-Flair. Einen weiteren Akzent in dieselbe Richtung setzt das Lenkrad mit 6-Uhr-Markierung und – endlich –­ größeren Schaltpaddeln. Außerdem wandert der Knopf für die Einstellung der Fahmodi von der Mittelkonsole ans Lenkrad. Hinter dem Volant sitzt das Digital Cockpit Pro mit eigener R-Grafik und zwei zusätzlichen Ansichten. Neu ist, dass der Drehzahlmesser mittig platziert werden kann. "R-View" bringt einen horizontalen Drehzahlbalken, numerische Anzeigen und einen Schaltblitz mit. Das Digitalcockpit hält auch einen Laptimer und allerlei Fahrzeugdaten bereit – von Ladedruck, Getriebetemperatur und G-Kräften über den aktuellen Leistungsabruf bis hin zur Momentenverteilung des Allradantriebs.

Preise des VW Golf 8 R starten bei 49.400 Euro

VW Golf 8 R
Über die integralen Sportsitze verfügt auch der GTI. Der R hat darüber hinaus blaue Ziernähte und spezielle Bezüge.
Der VW Golf 8 R ist seit November 2020 bestellbar, die ersten Kundenfahrzeuge sind schon ausgeliefert. Vorerst gab es den Golf R nur als fünftürigen Kompakten, doch jetzt schieben die Wolfsburger den praktischen Variant nach. Die Preise für den neuen Golf R beginnen bei 49.400 Euro für den Fünftürer; den Basispreis des Variant hat VW noch nicht verraten, er dürfte jedoch bei über 50.000 Euro liegen.
Hinweis
Gebrauchte VW Golf mit Garantie

Gebrauchte VW Golf 7 R gibt es schon für rund 20.000 Euro

Wer sich für einen gebrauchten Golf R der Vorgänger-Generation interessiert, der hat eine riesige Auswahl. Gepflegte Vorfacelift-Exemplare starten auf dem Gebrauchtwagenmarkt bei rund 20.000 Euro. Für Facelift-Modelle werden rund 5000 Euro mehr fällig, wobei die Leistungsfrage 300 oder 310 PS keine große Rolle spielt. Für einen Golf 7 R Kombi muss man rund 23.000 Euro und mehr anlegen.