Wer sein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybridmodell zu Hause laden möchte, benötigt eine Wallbox, also eine spezielle Starkstrom-Steckdose für Elektroautos. Denn so eine Wandladestation füllt die Batterie des E-Autos bequem und sicher. Wichtig ist dabei eine fachgerechte Installation.

Das Wichtigste zur Wallbox in Kürze

  • Für die sichere Ladung zu Hause brauchen Sie eine Wallbox. Dauerhaftes Laden über die Haushaltssteckdose ist ohnehin zu langsam.
  • Die Installation einer Wallbox darf nur eine Elektrofachkraft erledigen.
  • Die Kosten für die Installation können eine mittlere vierstellige Euro-Summe erreichen. Das betrifft insbesondere Erdarbeiten zur Kabelverlegung.
  • Der Aufwand unterscheidet sich durch die Gegebenheiten vor Ort und von der Leistung der Wallbox. Bis 11 Kilowatt (kW) geht es oft einfacher, bei 22-kW-Modellen ist es aufwendiger.
AUTO BILD klärt die wichtigsten Fragen rund um die Installation einer Wallbox!

Was spricht für und gegen 11 kW?

Eine Wallbox lädt die Batterie von Elektroautos nicht nur viel schneller als eine Haushaltssteckdose mit 230 Volt, sondern auch sicherer, denn normale Steckdosen und Hausleitungen sind auf den Strombedarf eines E-Autos bzw. die stundenlange Dauerleistung nicht ausgelegt. Wallboxen gibt es ab 3,7 Kilowatt Ladeleistung, die stärksten Modelle bieten 22 kW – hier ein Wallbox-Test.
Für den Hausgebrauch empfiehlt sich die goldene Mitte: 11-kW-Wallboxen. Warum? Die meisten E-Autos unterstützen ohnehin keine höhere Wechselstrom-Ladeleistung (AC), nur bei den neuesten Modellen ziehen 22-kW-Wechselrichter ein. Hinzu kommt, dass für eine 22-kW-Wallbox oft eine umfangreichere Umrüstung der Elektroinstallation nötig wird. Außerdem muss der Netzbetreiber eine Wallbox dieser Leistung genehmigen, während Sie eine 11-kW-Wallbox nur anmelden müssen.
Nutzungsbeispiel: Das aktuelle Basismodell des kompakten VW ID.3 Neo hat einen 50 kWh großen Akku. An einer 11-kW-Wallbox würde das Aufladen von 0 auf 100 Prozent ungefähr fünfeinhalb Stunden dauern – nicht fünf Stunden, weil zu Beginn und zum Schluss langsamer geladen werden muss, um den Akku zu schonen. 11 kW genügen also, um das Auto über Nacht wieder frisch zu machen.

Was spricht für und gegen 22 kW?

22 kW Wechselstrom verdauen vor allem große und neue Autos. Eines der günstigsten Modelle ist der kompakte Renault Megane E-Tech. Ab der 2. Ausstattungsstufe "boost charge" nimmt er dreiphasiges Laden mit jeweils 7,4 kW, also zusammen 22 kW an. Für ein Auto, das nur mit 11 kW geladen werden kann, ist eine 22-kW-Wallbox unnötig. Den Antrag zur Genehmigung einer 22-kW-Wallbox kann der Netzbetreiber im Übrigen auch ablehnen. Wenn die Zeit knapp ist: Der Netzbetreiber kann sich zwei Monate Zeit lassen mit der Genehmigung.
Doch bei besonders geringer einphasiger Ladeleistung kann eher eine 22-kW-Box empfehlenswert sein. Warum? Weil Automodelle mit besonders geringer Ladeleistung nur einphasig laden. Das führt dazu, dass sie bei einer 11-kW-Box über eine von drei Phasen nur halb so viel Strom bekommen, wie sie eigentlich verkraften. Ein Beispiel ist das Basismodell "Standard Charge" vom Renault Megane E-Tech. Es kann Wechselstrom mit maximal 7,4 kW laden, sodass an einer 11-kW-Wallbox nur 3,6 kW ankommen. Hier wäre also eine 22-kW-Box das Mittel der Wahl.
AUTO BILD hat Ende 2025 Wallboxen getestet. In unserer Bestenliste finden Sie die Ergebnisse.

Die besten Wallboxen

Charger Pro 2 22 kW + 7,5m Kabel
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1.
Elli
Charger Pro 2 22 kW
1,4
sehr gut
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2.
go-e
Charger Gemini 2.0 22kW
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3.
wallbox
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Amtron 4You C2 510Externe Verlinkung
4.
Mennekes
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Connect Solar 11kW 7,5m (00.779.3057)Externe Verlinkung
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Heidelberg Amperfied
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ENECTOR AC 3.7/11 (10532947)Externe Verlinkung
7.
Kostal
Enector 11 kW
2,6
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Komplette Liste: Die besten Wallboxen

So teuer ist die Installation einer Wallbox

Die Anschaffung einer Wallbox ist schon eine gewichtige Investition. Das Gerät allein schlägt – je nach Modell – grob geschätzt mit 500 bis 2000 Euro zu Buche (einige Stromversorger haben rabattierte Wallboxen für Neu- und Stammkunden im Angebot). Zum Gerätepreis kommt noch die Installation, die nur ein Fachbetrieb durchführen darf. Da lassen sich die Kosten nur schwer beziffern, sie hängen von den häuslichen Gegebenheiten ab. Beispiel: Ist der Weg vom Stellplatz zum Sicherungskasten im Haus weit, treibt das die Kosten in die Höhe, weil mehr Erdkabel vergraben werden muss – das ist teuer.
Müssen Wände durchbrochen werden, verteuert das die Installation deutlich. Ist die Elektroinstallation im Haus schon älter, muss sie möglicherweise aufgerüstet werden, es gilt, die aktuellen Normen für Stromkästen einzuhalten. Das kann bedeuten, viele Meter Kabel zu erneuern, weil z. B. der Querschnitt alter Kabel zu gering ist für Dauerleistung – oder gleich ein neuer Stromkasten. Auch das hat Auswirkungen auf die Rechnung des Elektrikers.
Wer mit mindestens 1000 bis 2000 Euro für die Installation rechnet, hat einen groben Richtwert. Bei weiteren Anforderungen – beispielsweise einem unterdimensionierten Hausanschluss, kann die Summe auch auf 4000 Euro steigen – die allerdings bei jeder nötigen Erneuerung der Hauselektrik fällig werden, wie für eine Wärmepumpe oder eine PV-Anlage auf dem Dach.

Der richtige Ort für die Installation einer Wallbox

Der Name Wallbox deutet zwar darauf hin, dass die Ladestation an einer Wand angebracht werden kann. Eine andere Stelle eignet sich aber auch. Um kurze Wege für das Ladekabel zu erreichen, sollte die Wallbox möglichst nah am Stellplatz angebracht werden. Ob der sich in einer Einzelgarage, in einer Tiefgarage, unter einem Carport oder neben dem Haus befindet, ist zweitrangig.
Die meisten Wallboxen sind nach Norm wasserdicht und vertragen daher Regenwasser. Wie gut geschützt sie sind, verrät die IP-Schutzklasse (steht für International Protection Class) – IP54 schützt gegen Spritzwasser, IP55 gegen Strahlwasser. Allerdings empfiehlt sich stets eine Anbringung unter Dach, damit die Wallbox vor Witterung dauerhaft geschützt ist.
Eine Wallbox lässt sich an einer Stele oder an der Hauswand anbringen.
Bild: E.ON/Malte Braun

Benötige ich für die Wallbox-Montage einen Bauantrag?

Grundsätzlich dürfen Hausbesitzer genauso wie Wohnungseigentümer und Mieter an ihrem Fahrzeugstellplatz eine Wallbox einrichten. Das geht ohne Baugenehmigung. Mieter haben seit 2020 ein gesetzlich verbrieftes Anrecht auf Installation einer Wallbox durch den Vermieter.
Eine Zustimmung der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ist dafür nicht mehr nötig, ein Antrag aber schon, denn die Gemeinschaft hat ein Mitbestimmungsrecht bei der Ausführung. Mieter müssen den Antrag über den Wohnungseigentümer stellen lassen und grundsätzlich selbst für die Kosten aufkommen.

Förderung für mehrere Wallboxen in Mehrfamilienhäusern

Für Mehrfamilienhäuser gibt es seit Kurzem sogar Förderung von Wallboxen inklusive der notwendigen Ertüchtigung der elektrischen Infrastruktur. Dabei geht es nicht um einzelne Wallboxen, sondern um Sammelanlagen ab sechs Stellplätzen. Antragsteller können Hauseigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) oder Immobilienunternehmen sein.

Das sollten Hausbesitzer beachten

Im Eigenheim dürfen Sie eine Wallbox installieren. Allerdings sollten Hausbesitzer mit ihrer jeweiligen Versicherungsgesellschaft Kontakt aufnehmen und sie über die Installation der Wallbox informieren. Der Versicherer sieht in der Wallbox vermutlich eine zusätzliche Gefahrenquelle. Das zieht möglicherweise eine erhöhte Prämie nach sich.

Kann ich eine gebrauchte Wallbox installieren?

Nach mehr als einem Jahrzehnt der E-Mobilität gibt es inzwischen auf Kleinanzeigenportalen auch viele gebrauchte Wallboxen. Da sie naturgemäß billiger als Neuware sind, stellt sich die Frage: Sollte man am Ende eine gebrauchte Box kaufen und installieren lassen?
Der ADAC rät vor solch einem Vorgehen entschieden ab: Bei einem gebrauchten Wandanschlusskasten kann viel kaputt sein, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt. Vor allem: "Es ist nicht möglich, eine Second-Hand-Wallbox auf alle ihre Funktionen hin zu testen", sagt ein ADAC-Experte. Da der Installationsaufwand häufig höher ist, als die Kosten für die Wallbox selbst, gilt: kein Risiko eingehen, lieber neu kaufen.

So finden Sie einen Elektrobetrieb für die Wallbox-Installation

Die Installation der Wallbox sollte unbedingt eine zertifizierte Elektrofachkraft vornehmen. Die Strom-Profis prüfen vorab, ob die Leitungen für den Betrieb der Box ausgelegt sind und ertüchtigen sie gegebenenfalls. Zudem sichern sie ihre Installation entsprechend ab, verlegen die nötigen Kabel und rüsten notwendige Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) und Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) nach.
Das Internet oder die örtliche Handwerkskammer können bei der Suche nach so einem Elektriker helfen. Einige Stromanbieter haben Komplettlösungen im Angebot, bei denen sich der Anbieter um Anmeldung, Beauftragung eines Elektrikers und um alles andere kümmert. Dazu kommen Start-ups, die ebenfalls alle Leistungen rund um die Wallbox-Installation aus einer Hand anbieten.

Fazit

Wer eine Wallbox kaufen will, muss sich mit dem Thema Installation befassen. Einbauen darf die Wallbox nur eine Elektrofachkraft. Wie kompliziert (und teuer) die Installation gerät, hängt von den Gegebenheiten vor Ort und dem Wallbox-Modell ab. Ratsam ist oft eine mit 11 kW, weil meist weniger Umbauten nötig sind und keine Genehmigung vom Netzbetreiber nötig ist. Durch das Recht auf eine Wallbox können auch Mieter und Wohnungseigentümer ihren Wunsch einer Wallbox durchsetzen, müssen sich aber mit Vermieter und/oder Eigentümergemeinschaft absprechen.