Mister Cool unter Campern
Heckgarage? Heckhalle trifft es für den XL-Stauraum
eher.
Die Gallier sollen mutig gewesen sein, aber auch ängstlich – sie fürchteten sich davor, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Asterix-Leser kennen das, einige Carthago-Fahrer womöglich auch. Okay, spätestens hier ist eine Erklärung nötig: Kollegen beklagten nach Touren im Dauertest-Carthago chic c-line I 4.2, dass sich das Hubbett während der Fahrt selbstständig machte. Stellen Sie sich vor, Sie juckeln gemütlich über die Landstraße, und auf einmal kommt das Bett runter – langsam zwar, aber stetig. Kann nicht sein? Ist aber passiert! Tatsächlich war die Ursache harmlos und im Grunde eine Fehlbedienung: Das oben in der Fahrerkabine eingebaute Hubbett wird mit einem integrierten Vorhang vor neugierigen Blicken geschützt.

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Die kultigsten Wohnmobile
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Genau dieser Stoff kann sich beim Hochklappen in der Hubmechanik verhakeln und so ein sauberes Arretieren verhindern. "Das darf nicht passieren. Da werden wir auf jeden Fall nachbessern", verspricht Carthago-Sprecher Christof Folkerts. Richtig so! Denn ansonsten ist der Carthago ein rundum solides Haus auf Rädern. Stabil gebaut, hochwertig eingerichtet und einfach zu fahren. O-Ton aus dem Fahrtenbuch: "Kein Knistern, keine sonstigen Geräusche, alles wirkt auf schlechten Straßen enorm stabil."

Der Verbrauch geht in Ordnung

Mister Cool unter Campern
Das Cockpit ist übersichtlich, der Schaltknüppel liegt griffgünstig.

Klar, so was darf man bei einem Grundpreis von rund 85.000 Euro erwarten. Und doch gibt es natürlich auch Kritik: für die kratzempfindliche Duschwanne etwa oder die fummelig zu öffnende Motorhaube. Aber keine echten Defekte – abgesehen von zwei zickenden Außenklappen-Schlössern. Andere Ärgernisse gehen aufs Konto der Ducato-Basis, etwa der kaum ablesbare Ölstand, weil die Peilspirale im Bogen verläuft und immer wieder Öl mitnimmt. Oder der Fernlichtschalter, der den Blinker mit anstellt: ein echter Ducato-Klassiker. Das automatisierte Schaltgetriebe mit seinen bedächtigen Gangwechseln bleibt eine 1935 Euro teure Temperamentfrage. Anhänger der Automatik merken an, dass der Selbstschalter der Entschleunigung dient – und gut zum komfortablen Wesen des Carthago passt. Dem Verbrauch schadet der Automat jedenfalls nicht: 10,5 Liter waren es im Schnitt.

Fazit

Viel Platz, hochwertige Einrichtung und problemloses Handling – mir hat der Carthago viel Spaß gemacht. Auch mit dem Hubbett hatte ich keine Probleme. Trotzdem könnte eine weitere Sicherung nicht schaden – Carthago will’s ändern.