Scheinwerfer-Test 2007
Gutes Licht muss nicht teuer sein

Teure Technik leuchtet gut, so viel ist klar. Aber auch billige Autos können strahlen. Das beweist der AUTO BILD Scheinwerfer-Test 2007.
Es ist schon eine nette Tradition: In jedem Herbst bittet AUTO BILD zum Scheinwerfer-Test ins westfälische Lippstadt. Dort, bei den Beleuchtungs-Spezialisten von Hella, steht einer der größten Lichtkanäle der Welt: 140 Meter Bundesstraße, eingebaut in eine Halle und ausgerüstet mit modernster Messtechnik. Dort beurteilt AUTO BILD seit 1995 die Scheinwerfer ungestört von Umwelteinflüssen wie Mondschein oder Regen. In diesem Jahr bemühten sich 24 Modelle, die totale Finsternis im Lichtkanal aufzuhellen. 18 davon mit serienmäßigem Halogenlicht, vier mit Xenonscheinwerfern und der Audi R8 sowie der 600hLS mit neuartigen LED-Strahlern. Die sind mit Sondergenehmigung seit Kurzem für die Hauptlichtfunktionen Fern- und Abblendlicht erlaubt, eine EU-Regelung dazu wird für 2008 erwartet.
BMW: Variable Lichtverteilung in Xenon-Scheinwerfern
Ähnlich war es auch 1991 bei Einführung des Xenon-Lichts. Inzwischen ist dieses Gasentladungslicht, das statt mit Glühlampen mit Lichtbögen leuchtet, ab der oberen Mittelklasse fast schon Standard. Auch in diesem Segment gibt es wieder etwas Neues: BMW bietet für 5er und eine variable Lichtverteilung an, die noch etwas mehr kann, als die von Mercedes vorgestellte Variante im vorigen Jahr. Mini und VW Tiguan traten mit aufpreispflichtigem Bi-Xenon-Licht an. Bi bedeutet in diesem Fall, dass Fern- und Abblendlicht von einer Lichtquelle produziert werden. Das gibt es neuerdings auch mit Halogenlampen. Dann steckt wie bei Ford Mondeo, Opel Corsa und den beiden eine kräftige H7-Lampe im Scheinwerfer. Das nennt sich dann Bi-Halogen.
Mercedes beim G-Modell übervorsichtig
Sogar ganz alte Helden erstrahlen noch einmal in neuem Licht. Mercedes hat seinem Veteranen G-Modell bei der letzten Modellpflege serienmäßige Bi-Xenon-Scheinwerfer spendiert. Die lassen eigentlich überragendes Licht erwarten, schließlich liegt ihre optische Achse 92 Zentimeter über der Straße. Mercedes ist aber übervorsichtig, schreibt bei der Einstellung der Scheinwerfer 1,3 Prozent Neigung des Lichtkegels vor. Das kostet natürlich Reichweite. Schade, schließlich ist beim Xenonlicht eine automatische Leuchtweitenregulierung serienmäßig vorgeschrieben. Blendung des Gegenverkehrs ist damit fast ausgeschlossen, sodass die gesetzlich vorgeschriebene Neigung von 1,0 Prozent einige Meter Reichweite zusätzlich gebracht hätte.
Wie das Licht dann aussehen kann, demonstriert der VW Tiguan: Sein Licht leuchtet in einer Liga mit den besten bisher getesteten Fahrzeugen wie dem BMW X5 oder Mercedes GL. Leider kommt aber auch der Schlechteste in diesem Jahr aus dem Lager der Offroader - der Opel Antara. Trotz starker H7-Lampe und modernem Freiflächen-Reflektor bringt er kaum Licht auf die Straße, auf der linken Seite versiegt die Helligkeit schon nach 20 Metern. Dazu irritieren helle Flecken das Auge, was ärgerlich ist. Denn helle Punkte ziehen die Pupillen an, sodass der Blick in die Ferne gestört wird. Dort aber ist es - nicht nur bei Nacht - doch wirklich interessant. Denn was ich erst 20 Meter vor dem Auto erkenne, ist in der nächsten Sekunde bereits überrollt. Deshalb legen wir so viel Wert auf die Reichweite.
LED bei Lexus schon in Serie
Angegeben in der Tabelle ist der Schnittpunkt des Lichtkegels mit dem Mittelstreifen. Rechts - am Fahrbahnrand - reichen gute Scheinwerfer noch etliche Meter weiter. Die besten tippen am Ende des Lichtkanals an die Wand, schaffen also mehr als 140 Meter. Auch die beiden Neulinge im Test, die LED-Scheinwerfer. Die LED (Licht emittierende Diode) haben wir schon öfter erklärt, überraschend ist ihr hohes Entwicklungstempo. Denn erst vor zwei Jahren hat Hella uns den ersten Prototyp gezeigt, heute gibt es LED für 600hLSLexus bereits in Serie und demnächst auch für den R8. Aber es braucht nicht immer die teuerste Technik, um gut zu sehen. Daihatsu Cuore und Renault Twingo holen selbst aus der altbackenen H4-Lampe genügend Licht für entspannte Nachfahrten, Opel Corsa und die Skoda leuchten gar noch besser. Gutes Licht ist also keine Frage des Geldbeutels. Die Testergebnisse auf einen Blick können Sie hier kostenlos herunterladen.
Immer Ärger mit dem Streulicht

Eine Frage der Einstellung

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