Elektroautos: Vergleich CO2-Bilanz

CO2-Bilanz: Elektroautos im Vergleich

So umweltfreundlich sind E-Autos wirklich!

Der ADAC hat die CO2-Bilanz von E-Autos mit Verbrennern verglichen – und Erstaunliches über dicke Diesel herausgefunden.
Auf den ersten Blick scheint die Sache klar: Elektroautos sind umweltfreundlicher als Verbrenner, weil sie mit Strom statt mit Benzin oder Diesel fahren. Oder? Ganz so einfach ist es dann doch nicht: Denn Energie wird bei Autos nicht nur beim Fahren, sondern auch für die Herstellung und das spätere Recyceln sowie für die Bereitstellung von Kraftstoffen aufgewendet. Bei elektrifizierten Fahrzeugen (also auch bei Hybridautos) kommt noch ein nicht unerheblicher Energieaufwand für die Batterie hinzu. Das alles wirkt sich auf die CO2-Bilanz und damit aufs Klima aus. Der ADAC hat nun Vertreter aus drei Segmenten miteinander verglichen. Die große Frage: Fahren E-Autos klimafreundlicher? Ergebnis: Eine generelle Aussage sei unmöglich. Aber: Elektrofahrzeuge in Deutschland seien bereits heute in vielen Fällen eine gute, weil umweltfreundliche Wahl. Allerdings könnten sie eine noch deutlich bessere CO2-Bilanz aufweisen, würden sie ausschließlich mit regenerativem Strom fahren.

Elektroautos und ihre Reichweite: Ranking

Bei einem elektrischen Kleinwagen wie dem BMW i3 ist für die CO2-Bilanz die Laufleistung besonders wichtig.

Im Fokus des ADAC waren Diesel-, Benzin-, Erdgas- und Autogas-Pkw sowie Hybridfahrzeuge, Plug-in-Hybride und E-Autos der Segmente "Kleinwagen" (Mazda2, Mitsubishi Space Star, Toyota Yaris, BMW i3), "Kompaktklasse" (Mazda3, VW Golf, Mercedes B 200, Dacia Logan MCV, Toyota Prius, Toyota Prius Plug-in Hybrid, Hyundai Ioniq Electric) und "obere Mittelklasse" (Mercedes E 220 d, Mercedes E 400 Coupé, Volvo XC90 Twin Engine, Tesla Model X). Diese Modelle hatten im vergangenen ADAC EcoTest jeweils am besten abgeschnitten. Zugrunde gelegt wurde eine Gesamtlaufleistung von 150.000 Kilometern und der deutsche Strommix von 2013 mit 23 Prozent Anteil regenerativer Energie, da es laut einer aktuellen Aussage des ADAC damals noch keine gesicherten aktuelleren Zahlen gab. Inzwischen bestätigte das Umweltbundesamt einen deutschen Brutto-Strommix von 2017, in dem der Anteil regenerativer Energien auf gut 33 Prozent gestiegen ist. Dementsprechend würde sich nun ein Vorteil für Elektroautos und Hybride ergeben, neue Testwerte gibt es aber noch nicht.

Elektroautos: Irrtum und Wahrheit

Erstaunlich: Nur in der Kompaktklasse hatte das E-Auto mit 22,5 Tonnen CO2 die beste Ökobilanz (mit ausschließlich grünem Strom wären es sogar nur zehn Tonnen). Am meisten Kohlendioxid kam vom Benziner mit 30 Tonnen. Gegenüber dem Benziner amortisiert sich das mit dem Strommix geladene E-Auto aus Umweltsicht schon nach etwa 45.000 Kilometern. Bei den Kleinwagen hat das Elektroauto zwar auch die Nase vorn, allerdings nur mit dem optimistischen Wert von 150.000 Kilometern Laufleistung. In der Realität werden kleine E-Pkw oft als Zweit- oder Stadtwagen benutzt. Und bei 50.000 Kilometern Fahrstrecke kann das E-Auto die hohen CO2-Emissionen aus Pkw-Herstellung, Recycling und Strombereitstellung nicht ausgleichen. Überraschende Erkenntnis in der oberen Mittelklasse: Hier liefert der Diesel mit 33 Tonnen CO2 auf 150.000 Kilometer das beste Ergebnis! Da das E-Auto (mit Strommix 41 Tonnen CO2) bei der Batterieherstellung und beim Recycling sehr viel Kohlendioxid verursacht, würde es sich im Vergleich zum Diesel erst nach 580.000 Kilometern rentieren.

Elektroautos: Vergleich CO2-Bilanz

Stichworte:

CO2-Emission

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen