Jeep Compass (2017): Fahrbericht

Jeep Compass (2017): Fahrbericht

— 16.03.2017

Tiguan-Alternative für Individualisten

Nach elf Jahren wird es Zeit für einen komplett neuen Jeep Compass. AUTO BILD hat getestet, wie er sich im Gelände schlägt. Fahrbericht!

Der Jeep Compass ist kein Blender: Auch hartes Gelände ist kein Problem für das Kompakt-SUV.

Mit der Neuauflage des kompakten Jeep Compass hat sich der Fiat-Chrysler-Konzern reichlich Zeit gelassen. Stolze elf Jahre hat sich das Vorgängermodell auf dem Markt gehalten, jetzt geht die Baureihe als komplette Neuentwicklung an den Start. "Eigentlich gar nichts", bekommt man bei Jeep auf die Frage hören, welche Elemente des Vorgängermodell gut genug waren, um übernommen zu werden. Tatsächlich könnte der Sprung nach vorn kaum größer sein. Zwar sind die Abmessungen mit einer Länge von 4,39 Metern und 1,64 Meter Höhe ähnlich geblieben, nur die Breite hat mit 1,87 Metern deutlich zugelegt. Doch der Compass fühlt sich an, als hätte er mindestens eine Generation übersprungen.

Der Jeep Compass überrascht im Gelände

Und damit unterstreicht er die Premium-Ambitionen, die sich stilistisch in der Nähe zum Spitzenmodell Grand Cherokee manifestieren: Dieses Auto will nach oben. Und dabei dürften es widrige Fahrbahn- und Bodenverhältnisse kaum aufhalten: Der Compass, der sich seine Plattform mit dem kleineren Renegade teilt, profiliert sich abseits befestigter Wege mit geradezu unglaublichem Klettervermögen – jedenfalls dann, wenn die "Trailhawk"-Variante gewählt wurde, die mit erhöhter Bodenfreiheit und Geländeuntersetzung aufwartet. Bei den Einstiegsversionen "Longitude" und "Limited" liegt der Schwerpunkt hingegen auf Design, Komfort und Praktikabilität. Auf dem US-Markt dient die Ausstattungslinie "Sport" als Basis – uns bleibt sie bis auf Weiteres vorenthalten.

Neue SUVs bis 2021

Erlkönig Jeep Grand Cherokee Trackhawk Audi Q1 Illustration Mercedes GLA Illustration

Hochwertiges Interieur im Jeep

Wer oft im Gelände unterwegs ist, der ordert den Compass mit Allradantrieb.

Der Premium-Charakter des neuen Compass manifestiert sich auch im Interieur: Die Material- und Farbkonzepte unterscheiden sich je nach Modellvariante deutlich. Insgesamt wirkt dieser Jeep hochwertig, obwohl die Formensprache konventionell bleibt. Das Raumangebot ist auf allen Plätzen großzügig – auch wenn die Vordersitze weit nach hinten geschoben werden, gibt es reichlich Auflade- und Ablagemöglichkeiten. Übrigens haben die Jeep-Designer im Compass eine ganze Reihe sogenannter "Ostereier" versteckt: humorvolle Anspielungen auf die Jeep-Historie und den Fahrzeugcharakter, die dem Besitzer ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollen – und deren Platzierung hier deshalb auch nicht verraten wird. Nur eines: Wir haben unter anderem das sagenumwobene Ungeheuer von Loch Ness gesichtet.

Spezielle Turbomotoren für Europa

Speziell für den europäischen Markt gibt es verschiedene Turbomotoren, auch die Automatik wurde überarbeitet.

Unser Testwagen, den wir auf und abseits der Pisten im US-Staat Texas gefahren sind, war übrigens mit einem 2,4-Liter-Saugmotor ausgerüstet, der in Deutschland nicht angeboten wird. Er geht so phlegmatisch ans Werk, dass man Jeep zu dieser Entscheidung nur beglückwünschen kann. Bei uns werden ausschließlich Turbomotoren angeboten: Einstiegsmodell ist ein 1,4-Liter-Benziner mit 140 PS, darüber rangiert eine 170-PS-Variante des gleichen Motors, die ihre Kraft an alle vier Räder schickt. Zudem gibt es einen 1,6-Liter-Diesel mit 120 PS sowie einen 2,0-Liter-Diesel mit 140 PS. Je nach Motorisierung können Sechsgang-Handschaltung oder ein von ZF zugelieferter Neunstufen-Automat spezifiziert werden, und es gibt sowohl Front- als auch Allradantrieb. Die in der US-Version träge agierende Automatik soll für Europa deutlich nachgeschärft, die Schaltzeiten verkürzt werden.

Der neue Compass ist deutlich besser als der Vorgänger

Das Fahrwerk des neuen Compass ist harmonisch und komfortabel abgestimmt, es ist jedoch auch für eine sportliche Gangart ausreichend straff. Der Aufbau lässt sich kaum aus der Ruhe bringen, für Dynamik-Exzesse ist dieser Jeep allerdings nicht ausgelegt. Das ist auch nicht die Aufgabe dieses rundum überzeugenden neuen Jeep-Modells, das übrigens in Mexiko vom Band rollen wird. Vielmehr dient der Compass als dezidiert amerikanische individualistische Alternative zu Modellen wie dem VW Tiguan, die das Segment dominieren. Man darf sich nur nicht vom Namen täuschen lassen. Denn seinem eher durchschnittlichen Vorgänger lässt dieser neue Compass weit hinter sich. Im Juli 2017 steht er bei den Händlern – zu Preisen ab 25.000 Euro.

Jeep Compass (2017): Fahrbericht

Autor: Jens Meiners

Stichworte:

Kompakt-SUV

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung