Mercedes S-Klasse Facelift (2017): Vorstellung

Mercedes S-Klasse Facelift (2017): Vorstellung

Mercedes S-Klasse Facelift (2017): Vorstellung

— 18.04.2017

Alle Infos zum S-Klasse Facelift

Zum Marktstart des Mercedes S-Klasse Facelift gibt es vier neue Motorisierungen und frische Assistenzsysteme. AUTO BILD hat alle Infos zum Luxusliner!

Vorstellung: Ab Juli 2017 steht das S-Klasse Facelift beim Händler (Update!)
Interieur: Sitzprobe im Luxustempel von Mercedes (Update!)
Fahren: Mitfahrt im Prototyp
Ausstattung: Neue Kurvenneigefunktion in der S-Klasse (Update!)
Connectivity: Das Smartphone wird zur Fernsteuerung (Update!)
Motoren: V8-Biturbo und Plug-in geplant (Update!)
Technische Daten und Preise: Alle Motoren zum Marktstart mit Allrad (Update!)
Gebrauchtwagen: Aktuelle S-Klasse ab 63.000 Euro kaufen

Vorstellung: Ab Juli 2017 steht das S-Klasse Facelift beim Händler

Nach vier Jahren bekommt die Mercedes S-Klasse ein Facelift: Es gibt nicht nur eine optische Frischzellenkur, auch bei der Technik legt Daimler nach. Die Front des Flaggschiffs wurde leicht überarbeitet, neu sind der Kühlergrill und der Stoßfänger. Vorne sind die Sechs- und Achtzylindermodelle am Grill mit drei Doppellamellen und schwarzen Stäben zu erkennen. Die V12- und Langversionen bekommen Chromstäbe, für den Mercedes-Maybach gibt's eine Extraladung Chrom. Mit den aufpreispflichtigen Multibeam-LED-Scheinwerfern hält zudem eine neue Lichtisgnatur Einzug. Die Rückleuchten wurden ebenfalls umdesignt und strahlen in Kristalloptik. Die Heckstoßstange wurden im unteren Bereich leicht verändert.

Gerade beim Thema Assistenzsysteme hatte die neue E-Klasse zuvor den Standard erhöht, sodass die S-Klasse etwas ins Hintertreffen geriet. Das S-Klasse Facelift macht einen weiteren Schritt in Richtung autonomes Fahren. Dahinter verbirgt sich eine wichtige Neuerung: Ab dem Facelift greift die aktive Abstandsregelung "Distronic" beim automatisierten Fahren auf Kartenmaterial zurück, das Kreisverkehre, Mautstellen, Kurven und Kreuzungen berücksichtigt. Den Geschwindigkeitsbereich, in dem Distronic arbeitet, haben die Entwickler auf E-Klasse-Niveau angehoben – bis 210 km/h (vorher 200 km/h) hält die S-Klasse die Spur und den Abstand zum Vorausfahrenden. Um das Auto selbstständig die Spur wechseln zu lassen, reicht künftig das Antippen des Blinkerhebels. Weltpremiere des S-Klasse Facelift ist auf der Auto Shanghai (19. bis 28. April 2017), im Juli kommt die Luxuslimousine mit vier Motorisierungen ab voraussichtlich 94.000 Euro auf den Markt.

Auto Shanghai (2017): Messe-Highlights

Interieur: Sitzprobe im Luxustempel von Mercedes

Das Zweispeichen-Lenkrad ist Geschichte. Auch die Knöpfe sind neu. Die Touch-Flächen kennen wir aus der E-Klasse.

Es ist ein erhabenes Gefühl, das einen beim Einstieg beschleicht – egal ob vorne oder hinten. Üppige Platzverhältnisse und feine Materialien sorgen für Noblesse. Das war beim Vorfacelift nicht anders. Trotzdem: Die geliftete S-Klasse legt im innenraum noch eine kleine Schippe drauf. Denn die beiden großen 12,3-Zoll-Displays gehen nun nahtlos ineinander über – wesentlich eleganter als bislang. Die Bedienung übernimmt die S-Klasse aus der kleineren E-Klasse, die mit der Neuauflage dreist am Flaggschiff vorbeigedüst war. Im Klartext: Am neugestalteten Lenkrad mit dem ausgeformten Pralltopf finden sich die bekannten Daumen-Touchpads für die Steuerung des Infotainments. Apropos Lenkrad – das mondäne Zweispeichendesign gehört der Vergangenheit an. In Zukunft hat die S-Klasse ein konventionelles Dreispeichen-Volant. Um den Wohlfühlfaktor im Innenraum des Parade-Benz zu steigern, verbaut Mercedes ein Ambientelicht, das die Insassen mit insgesamt 64 Farben und individualisierbaren Farbzonen beglücken soll. Wem das noch nicht genügt, der kann sich von sechs Komfortprogrammen mit Hilfe von Duft, Licht, Massagefunktionen und Musik energetisieren oder beruhigen lassen.

Fahren: Mitfahrt im Prototyp

AUTO BILD bei der Mitfahrt im Prototyp des S-Klasse Facelifts.

Der nächste Schritt Richtung autonomes Fahren hat vor allem mit der aktiven Abstandsregelung Distronic zu tun. Das System greift nun auf Kartenmaterial von Here zurück, sodass Kreisverkehre, Mautstellen, Kurven und Kreuzungen hinterlegt sind und automatisch angebremst werden. In der Realität funktioniert das so: Vor einem Kreisverkehr erscheint im Instrumentenbildschirm das Kreisverkehrsymbol, damit der Fahrer informiert ist, was die S-Klasse so treibt. Dann reduziert der Benz die Geschwindigkeit, und der Fahrer übernimmt für die Einfahrt ins Rondell die Kontrolle. Sobald der Kreisverkehr verlassen ist, unterstützt der aktive Lenkassistent wieder und lenkt (vom Fahrer überwacht) weiter – natürlich nur bei eingeschalteter Distronic. Brav hält die S-Klasse die Geschwindigkeitslimits ein, zirkelt den Prototyp automatisiert durch die Kurven und folgt in Baustellen zuverlässig der Spur. Fehlen die Fahrbahnmarkierungen, fordert das System den Fahrer zur Übernahme auf.

Alle Mercedes-Modelle bis 2021

Mercedes-AMG GT4 Illustration Mercedes GLA Illustration

Ausstattung: Neue Kurvenneigefunktion in der S-Klasse

Traditionell bekommt das Mercedes-Flagschiff eine üppige Serienausstattung und eine noch üppigere Sonderausstattung. Besonderes Augenmerk beim S-Klasse Facelift liegt auf dem Thema autonomes Fahren. Nicht nur die Abstandsregelung Distronic bekommt ein Update – im Notfall bremst das S-Klasse Facelift bis zum Stillstand ab, ein Notruf wird abgesetzt und die Türen werden entriegelt, damit Rettungskräfte den offenbar nicht handlungsfähigen Fahrer erreichen können. Zusätzlich hat Mercedes den aktiven Spurwechsel-Assistenten überarbeitet. Auf mehrspurigen Straßen reicht bei aktivierter Distronic jetzt ein Antippen des Blinkerhebels, um die S-Klasse die Spur wechseln zu lassen. Die Sensoren geben den Spurwechsel frei, sobald sich eine Lücke auftut. Ist die Nachbarspur blockiert, die Lücke zu klein oder ein anderes Fahrzeug nähert sich von hinten, merkt sich die S-Klasse den Wunsch des Fahrers für zehn Sekunden und führt ihn aus, sobald sich die Möglichkeit ergibt.

Neue Scheinwerfer mit drei sogenannten Lichtfackeln kennzeichnen das S-Klasse Facelift.

Für maximalen Komfort wurde das "Magic Body Control"-Fahrwerk inklusive Straßenüberwachung ("Road Surface Scan") überarbeitet. Neu ist die Kurvenneigefunktion ("Curve"), bei der sich die Karosserie um bis zu 2,65 Grad neigt, um Querkräfte für die Insassen zu reduzieren. Bei der sogenannten "Energizing"-Komfortsteuerung spricht Mercedes von einer Weltneuheit. Hierbei werden Klimaanlage, Sitze, Licht und Musik individuell aufeinander abgestimmt. Sechs Programme (Frische, Wärme, Vitalität, Freude, Behaglichkeit und Training) sind wählbar. So soll die S-Klasse zur Wellness-Oase mutieren. Das Angebot an Innenraumfarben hat Mercedes zudem überarbeitet. Neu sind die Kombinationen Magmagrau/Espressobraun und Mahagonibraun/Seindebeige. Das High-End-Soundsystem von Burmester mit 1520 Watt wurde um drei Lautsprecher ergänzt. Sieben neue Felgendesigns in den Größen 17 bis 20 Zoll stehen zur Wahl.

Connectivity: Das Smartphone wird zur Fernsteuerung

Statt des bislang zweigeteilten Bildschirms sind die hochauflösenden Monitore jetzt nahtlos verbunden.

In der neuen Mercedes S-Klasse wird das Smartphone zum Autoschlüssel. So lässt sich die Luxuslimousine nicht nur per Near-Field-Communication öffnen und schließen, sondern auch parken – falls der Nebenmann mal wieder die Fahrertür zugeparkt hat. Grundsätzlich soll sich die S-Klasse vorwärts und rückwärts in Längs- und Querparklücken einparken lassen. Im sogenannten "Explore"-Modus kann der Oberklasse-Benz sogar bis zu 15 Meter geradeausfahren (vorwärts und rückwärts) – auch hier steuert der Fahrer das Auto per Telefon. Laut Mercedes sollen Hindernisse dabei umfahren werden. Wird es eng, zum Beispiel in der Garageneinfahrt, kann der Fahrer ferngesteuert die Spiegel einklappen. Mit dem Facelift-Modell lassen sich geeignete Smartphones zudem induktiv laden. Die Business-Telefonie im Fond wurde erweitert, sodass Telefonate automatisch von vorne nach hinten durchgestellt werden können. Wie es sich für ein Topmodell gehört, ist der Concierge-Service in 20 europäischen Ländern am Start und hilft bei der Reservierungen und Routentipps.

Mercedes S-Klasse Facelift (2017): Vorstellung

Motoren: V8-Biturbo und Plug-in geplant

Weniger Hubraum, mehr Leistung. Der 5,5-Liter-V8 wird im S 63 durch einen Vierliter-V8 ersetzt. Die Leistung steigt von 585 PS auf 612 PS.

Zum Marktstart im Juli 2017 gibt es vier völlig neue Motoren für die S-Klasse, je zwei Diesel und zwei Benziner. Bei den Selbstzündern sind es die neuen Sechszylinder-Diesel S 350 d (286 PS und 600 Nm) und S 400 d (340 PS und 700 Nm). Der S 400 d ist der stärkste Seriendiesel bei Mercedes und soll im Durchschnitt mit nur 5,6 Litern Diesel auskommen. Den bisher 455 PS starken Achtzylinder-Benziner aus dem S 500 ersetzt ab Juli der S 560 mit 469 PS und ebenfalls 700 Nm. Das vorläufige Topmodell ist der Mercedes-AMG S 63 4Matic+. AMG ersetzt dabei den 5,5-Liter-V8-Biturbo mit 585 PS durch den kleineren Vierliter-V8-Biturbo mit 612 PS aus dem neuen Mercedes-AMG E 63 S 4Matic+. Alle vier Motorisierungen werden serienmäßig mit dem Allradantrieb 4Matic ausgestattet. Spätestens Ende 2017 folgen zudem Reihensechszylinder-Benziner mit neuem 48-Volt-Bordnetz und Hinterradantrieb. Das Prestigemodell Mercedes-AMG S 65 mit weiterhin 630 PS wird ebenfalls nachgereicht. Außerdem ist wieder ein Plug-in-Hybrid mit rund 50 Kilometer elektrischer Reichweite geplant.

Neue Motoren bei Mercedes

Technische Daten und Preise: Alle Motoren zum Marktstart mit Allrad

Mercedes-Benz S 350 d 4Matic • Motor: Sechszylinder-Diesel • Hubraum: 2925 ccm • Leistung: 210 kW (286 PS) • max. Drehmoment: 600 Nm • Verbrauch: 5,5 l/100 km.

Mercedes-Benz S 400 d 4Matic • Motor: Sechszylinder-Diesel • Hubraum: 2925 ccm • Leistung: 250 kW (340 PS) • max. Drehmoment: 700 Nm • Verbrauch: 5,6 l/100 km.

Mercedes-Benz S 560 4Matic • Motor: Achtzylinder-Benziner • Hubraum: 3982 ccm • Leistung: 345 kW (469 PS) • max. Drehmoment: 700 Nm • Verbrauch: 8,5 l/100 km.

Mercedes-AMG S 63 4Matic+ • Motor: Achtzylinder-Benziner • Hubraum: 3982 ccm • Leistung: 450 kW (612 PS) • max. Drehmoment: 900 Nm bei 2750 - 4500 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 3,5 sek • Verbrauch: 8,9 l/100 km.

AUTO BILD vermutet, dass die Preise für das S-Klasse Facelift bei rund 94.000 Euro beginnen.

Gebrauchtwagen: Aktuelle S-Klasse ab 63.000 Euro kaufen

Seit 2013 ist die Mercedes S-Klasse der Baureihe W222 auf dem Markt. Die Preise für gebrauchte Exemplare beginnen bei rund 55.000 Euro – dafür gibt es die Limousine als S 350 (258 PS). Für einen gebrauchten S 500 werden etwa 60.000 Euro fällig. Ein S 600 mit Vorbesitzer liegt deutlich darüber: Für die Topversion sollten Interessenten mindestens 107.000 Euro einplanen. Sobald das Facelift auf den Markt kommt, dürften die Preise allerdings fallen.

Autoren: Peter R. Fischer, Jan Götze

Stichworte:

Luxuslimousine

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