Audi RS 6/Audi RS 7/Audi S8: Vergleich
Audi max

Fragt man einen Motorenentwickler, so gelten 500 Kubikzentimeter Einzelzylindervolumen als Idealmaß für einen Pkw-Hubkolbenmotor. Hochgerechnet auf ein V8-Aggregat kommen wir so auf vier Liter Hubraum. Jetzt noch an jede Zylinderbank einen Turbolader geklemmt, und fertig ist der vielleicht beste Kompromiss, um einerseits immer strengeren CO2-Vorgaben nachzukommen und auf der anderen Seite die leistungshungrige Kundschaft nicht zu verprellen. Der Vierliter-Biturbo-V8 bietet eine sehr große Schnittmenge aus zahlreichen zuwiderlaufenden Anforderungen: Er ist relativ kompakt und leicht, auf dem Prüfstand schön sparsam und auf der Straße schön schnell – denn sein Potenzial reicht bis weit über 600 PS.
Das Herz der drei Audis ist groß und kraftvoll

Der Muskel der starken Audis: Aus vier Litern Hubraum holt der Biturbo-V8 605 PS und 700 Nm.
Bild: Lena Willgalis
Am Lausitzring zeigen die Ringträger, was in ihnen steckt

Kombi, Fließheck und Stufenheck: RS 6 Avant, RS7 Sportback und S8 in Formationsfahrt.
Bild: Lena Willgalis
Mit dem S8 hat Audi den sanften Reisesportler im Programm

Gebremster Schaum: Der S8 gibt sich etwas zahmer als seine Brüder – unsportlich ist er aber nicht.
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Für einen Zweitonner geht der RS 7 erstaunlich gut ums Eck

Querverkehr: Mit der schieren Kraft und deaktiviertem ESP lässt sich der RS 7 schön im Drift bewegen.
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Doch wie ist es um die Längsdynamik bestellt? Gleiche Leistung, vergleichbares Gewicht – ein totes Rennen? Nicht ganz, denn die Aerodynamik hat auch ein Wörtchen mitzureden. Bei der Beschleunigung bis 200 km/h trennt die drei Boliden maximal eine halbe Sekunde. Ab 250 km/h macht sich beim RS 6 Avant jedoch der mäßige cW-Wert von 0,35 klar bemerkbar. Mit Widerstandsbeiwerten von 0,30 (RS 7) und 0,28 (S8) flutschen die Motorenbrüder deutlich flüssiger durch die Luft, deren Widerstand bekanntlich quadratisch zur Geschwindigkeit steigt. Damit mag auch zusammenhängen, dass der Kombi aus 200 km/h am besten verzögert, wohingegen die Bremswege aus 100 km/h, wo der Luftwiderstand keine derart große Rolle mehr spielt, auf vergleichbarem Niveau liegen.
Mit seinem hohen Nutzwert fährt der RS6 den anderen davon

Praktischer Dynamiker: In Sachen Fahrfreude liegt der RS 6 Avant gleichauf, im Alltag schlägt er seine Brüder.
Bild: Lena Willgalis
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Fazit
Der RS 6 Avant Performance holt sich den Sieg – dank seiner Alltagsqualitäten und des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Er kompensiert in diesen beiden eher langweiligen Kapiteln aber nicht etwa Fahrdynamik-Schwächen, sondern fährt auch dort ganz vorn. Im Vergleich mit seinen Motorenbrüdern fächert der RS 6 seine Talente am weitesten auf – ein Kombi ohne Reue. Der teurere, etwas enger geschnittene RS 7 Performance bietet bei identischer Technik und vergleichbarem Gewicht ein ebenso brillantes Handling – und kann sich aufgrund seiner besseren Aerodynamik im obersten Geschwindigkeitsfenster vom RS 6 absetzen. Fast ebenso sauschnell wie der RS 7 Performance, optisch aber wesentlich unaufdringlicher, hat uns der S8 Plus am meisten überrascht. Trotz seines eher auf die Langstrecke denn auf agiles Handling zugeschnittenen Wesens kann er querdynamisch mit den RS-Rabauken gut mithalten. Er muss dazu ein bisschen gezwungen werden, dann scheint es aber auch ihm großen Spaß zu bereiten. Ein rollendes Understatement für echte Gentlemen!
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