Auto-Experte warnt: E-Auto-Förderung nutzt Importeuren
E-Auto-Förderung "Unterstützung für chinesische Autobauer"

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Seit Januar wird der Kauf von Elektroautos wieder mit Steuergeldern gefördert. Die Kunden freuen sich, aber Auto-Experte Prof. Ferdinand Dudenhöffer warnt vor Nachteilen für deutsche Hersteller.
Bild: Johannes Neudecker
Die Staatsprämie für den Kauf von Elektroautos und Plug-in-Hybriden ermöglicht Käufern günstigere Fahrzeuge. Bestenfalls fördert die Subvention auch noch die hiesigen Hersteller und damit Arbeitsplätze in Deutschland. Auto-Experte Prof. Ferdinand Dudenhöffer befürchtet allerdings, dass größtenteils Importeure von der Prämie profitieren.
Mit maximal 6000 Euro unterstützt der Steuerzahler den Kauf eines neuen Elektroautos, bei Plug-in-Hybriden werden im besten Fall 4500 Euro gespart. Rund drei Milliarden Euro stehen für 2026 zur Verfügung, laut ADAC reicht dies für etwa 800.000 Fahrzeuge. Durch die Ausgestaltung der Prämie profitieren einkommensschwache Familien mit zwei Kindern am meisten vom Fördergeld – wenn sie sich für einen Elektro-Neuwagen entscheiden.
Als Nebeneffekt soll auch für die Hersteller etwas abfallen. Aber welchen Autobauern nutzt die Prämie? Bisher wurden keine Zahlen über den Zugriff auf die Fördergelder veröffentlicht. Allerdings liegt nahe, dass vor allem günstige Modelle vom Käufer gewählt werden. Und da liegt möglicherweise das Problem: In der unteren Preisklasse haben viele deutsche Hersteller wenig anzubieten.
Wem nutzt die E-Auto-Förderung?
Prof. Ferdinand Dudenhöffer beobachtet mit seinem Center Automotive Research (CAR) den Automarkt sehr genau. Bereits im Februar äußerte der Auto-Experte Kritik gegenüber BILD: "Mit deutschem Steuergeld kann jetzt BYD Preise für Elektroautos ausloben, die vermutlich stärker als jedes große Marketing-Programm von BYD wirken", so der Experte.
Tatsächlich stützen aktuelle Zahlen seine Kritik: Laut Angaben des CAR ist der Marktanteil von BYD in Deutschland im Mai 2026 auf 2,6 Prozent hochgeschossen, im Gesamtjahr 2025 lag der Wert von BYD in Deutschland bei 0,8 Prozent. "Autobauer wie BYD, die derzeit rund 60 Prozent ihrer Neuwagen in Deutschland als Plug-in-Hybrid verkaufen, profitieren doppelt von der Prämie: einmal beim BEV und einmal beim Plug-in-Hybriden. Damit gelingt es BYD, seine Präsenz und Markenbekanntheit in Deutschland mit der staatlichen Prämie deutlich auszubauen", merkt der Experte an.
BYD hat in der Vergangenheit die Zulassungszahlen auch mit Kurzzulassungen gesteigert. Laut Dudenhöffer habe der Hersteller die Anzahl der Kurzzulassungen aber mittlerweile zurückgefahren.
Neben BYD, dem Weltmarktführer bei Elektroautos, komme die Prämie laut Dudenhöffer auch anderen Herstellern zugute – leider aber weniger den deutschen. "Die staatliche Prämie ist eine willkommene Unterstützung für chinesische Autobauer und preisgünstige Importe aus Frankreich, Italien, Spanien oder Ost-EU-Staaten", so der Autofachmann.
"Elektroautos werden wieder teurer"
Die Bundesregierung gibt online bekannt: "Das Förderprogramm entlastet gezielt Familien mit kleineren und mittleren Einkommen. Gleichzeitig kurbelt es die Autoindustrie an und stärkt den Klimaschutz." Stellt sich die Frage, welche Autoindustrie angekurbelt wird. Dudenhöffer sieht das kritisch: "Deutsche Premiumhersteller wie Audi, BMW, Mercedes und Porsche und ihre Jobs in Deutschland haben wenig davon."
Der Experte beobachtet zudem, dass die Förderprämie Elektroautos wieder teurer mache als Verbrenner. Sein Fazit: "Verbrenner werden für Verbraucher wieder attraktiver. Oder anders ausgedrückt: Elektroautos wieder teurer. Die staatliche Elektroautoprämie erzielt damit das Gegenteil von dem, was mit Steuergeld beabsichtigt war. Die Elektroautoprämie war ein Weihnachtsgeschenk der Grünen an BYD."
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