Elektroautos ziehen Strom an der privaten Wallbox schon heute billiger als Verbrenner den Sprit an der Tankstelle. Noch deutlich günstiger geht es mit dynamischen Stromtarifen – seit 1. April 2025 hat jeder Stromkunde ein Anrecht auf solche Tarife. Dann lädt man das E-Auto mitunter sogar für 0 Euro Netto-Strompreis!
Das folgt dem Prinzip von Angebot und Nachfrage: Wie der Spritpreis schwankt auch der Autostrom-Preis stark – je nachdem, wie viel Strom gerade produziert, an der Strombörse angeboten und nachgefragt wird. Seit wenigen Monaten bieten einige Energieversorger Tarife, die sich an diesen Echtzeit-Preisen orientieren. Seit 1. April ist die gesamte Energiebranche verpflichtet, solche Tarife anzubieten. Damit sollen die Stromnetze entlastet werden: Günstige Preiszonen, so die Strategie, locken Verbraucher dazu, außerhalb der Stoßzeiten zu laden.

Die besten Wallboxen

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Komplette Liste: Die besten Wallboxen
Denn in diesen weniger nachgefragten Tages- und Nachtzeiten sinkt der Strompreis auf Preise, die weit unter dem Durchschnittstarif liegen. So etwas beobachtet zum Beispiel Stefan Seidenglanz aus Brandenburg regelmäßig – und nutzt diese Zeit dann zum Elektroauto-Laden. Mit seinem Opel Corsa-e pendelt der Familienvater mehrmals in der Woche 40 Kilometer nach Berlin ins Büro. Jeden Morgen schaut er auf die Smartphone-App seines Stromversorgers Rabot Energy, um zu prüfen: Wann lohnt es sich zu laden?
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Die Digitalisierung macht den Unterschied: Wer einen Smart Meter (intelligenter Stromzähler) hat, kann dynamische Stromtarife nutzen.
Bild: MICHAEL BUHOLZER

Tarif orientiert sich an Strombörsen-Preisen

Die App zeigt ihm, was der Strom voraussichtlich im Tagesverlauf an der Strombörse kostet. Das wird aufgrund einer Prognose von Angebot und Nachfrage berechnet. Mitunter sieht Seidenglanz die Anzeige 0 Euro! Kein Softwarefehler, sondern die Folge von Überangebot und zu wenig Nachfrage. Zu solchen paradiesischen Zeitpunkten kostet Strom an der Börse nichts.
Das passiert gar nicht so selten, bestätigt Enrico Keil aus Haldensleben (Sachsen-Anhalt). Der 44-Jährige ist Kunde von Ostrom, einem weiteren der disruptiven Energieversorger. "Erst vergangenes Wochenende gab es zwei Stunden, in denen der Strompreis auf null stand", sagt Keil. Er hat dem Anbieter komplett die Wahl überlassen, wann das E-Auto – ein Skoda Enyaq – geladen werden soll. "Aber so, dass der Akku um 8 Uhr morgens voll ist – und bitte immer dann laden, wenn der Strom am günstigsten ist. Bevorzugt also zum Nulltarif."
Kaum zu glauben: Die App von Rabot kündigt morgens um 6:37 Uhr an, dass um 13 Uhr desselben Tages ein Strompreis von 0 Euro gilt. Das ist kein Fehler.
Bild: Rabot Energy
Natürlich fallen trotzdem Kosten an: Durchleitungsgebühren und Stromsteuer. Am Ende zahlt der Elektroautofahrer aus Brandenburg rund 16 Cent pro Kilowattstunde. Das ist weniger als die Hälfte des Strompreises für Bestandskunden, der im bundesweiten Durchschnitt aktuell bei 35,41 Cent liegt. Rabot-Kunde Seidenglanz aus Brandenburg: "Wir sparen bestimmt die Hälfte im Vergleich zu früher!"

"Die günstigsten Preise mittags oder nachts"

Der Elektroautofahrer hat gerade den Sommerurlaub für die ganze Familie gebucht. Er meint: "Ich weiß nicht, ob wir das früher so leichten Herzens gemacht hätten." Die Tarifwahl ist inzwischen Routine für ihn, nach wenigen Wochen "Herumspielen" mit der App des Stromversorgers hatte er den Bogen raus: "Die günstigsten Preise gibt es mittags oder nachts."
Hintergrund von den geschilderten Spar-Erfolgen ist eine Änderung des sogenannten "Messstellenbetriebsgesetzes". Es betrifft die Stromzähler: Seit 1. Januar hat jeder Haushalt in Deutschland das Recht, einen intelligenten Stromzähler, auch "Smart Meter" genannt, installieren zu lassen. Dieser Zähler kann aus der Ferne ein- und ausgeschaltet werden. Die Nachfrage ist gewaltig, Elektrizitätswerke kommen gerade mit der Installation nicht hinterher.

Dynamische Stromtarife für Großverbraucher

Die neue Technik machen sich einige Stromversorger-Start-ups auf dem Markt schon zunutze: Sie bieten dynamische Stromtarife an, die sich an den volatilen Preiskurven der Strombörse orientieren. Wer gut planen kann, richtet seinen Stromverbrauch nach diesen Schwankungen aus. Für den Fernseher oder die Waschmaschine spielt das keine große Rolle, weil ihr Energieverbrauch kaum ins Gewicht fällt. Aber für den Großverbraucher Elektroauto.

Die besten E-Autos bis 48.000 Euro

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Einer dieser neuen Anbieter auf dem Strommarkt ist das Berlin-Münchener Unternehmen Rabot Energy. Kunde Seidenglanz ist gleich doppelt mit Rabot verbunden: Er hat nicht nur einen Stromvertrag, er arbeitet auch für das Start-up. Auf seinen Tarif hat das allerdings keinen Einfluss, sagt er. So wie Seidenglanz profitieren rund 80.000 Kunden von den dynamischen Stromtarifen. Alle Viertelstunde wird der Tarif an der Strombörse Leipzig neu festgelegt – in diesen Intervallen ticken Rabot und die anderen.
Ein Blick auf die App sagt dem Elektroauto-Besitzer Seidenglanz, wann der Strompreis besonders niedrig ist und sich das Anstöpseln lohnt.
Bild: Rabot Energy
Die Kunden können selbst bestimmen, wann der Akku ihres E-Autos gefüllt werden soll – oder sie übertragen diese Entscheidung komplett an die App. Dann sucht der Stromversorger selbstständig den günstigsten Tarif. "Das ist in der Regel dann, wenn die Nachfrage gering ist", erklärt Rabot-Gründer Jan Rabe. Ihm zufolge lassen sich bis zu 80 Prozent Kosteneinsparungen erzielen.
Neben Rabot sind das weitere Neo-Stromversorger wie Ostrom, Octopus Energy oder Tibber, die den Markt mit dynamischen Tarifen aufmischen. "Im März hatten wir bereits zehn Tage, an denen der Strompreis mittags auf 0 Euro oder sogar darunter gefallen ist", berichtet Matthias Martensen, CEO von Ostrom. Im Sommer werde es dank vieler Sonnenstunden täglich solche 0-Euro-Phasen geben. Der Anbieter aus Berlin hat rund 100.000 Kunden, davon bis zu 10.000 mit E-Auto.
Natürlich tun Rabot, Ostrom und die anderen das nicht aus Menschenfreundlichkeit: Sie sind klein gestartet und wollen mit neuen Kunden wachsen. Von den eingesparten Kosten genehmigen sie sich Provision – bei Rabot sind es zum Beispiel 20 Prozent. Außerdem fällt (wie immer) ein Grundpreis an, bei Rabot beträgt er 4,99 Euro, bei Ostrom 6 Euro. Das ist im Vergleich zu konventionellen Anbietern ebenfalls günstig.

Energiewende sorgt für verändertes Angebot

Das neue Geschäftsfeld sprießt als – noch – niedliches Pflänzchen aus der Saat der Energiewende. "Früher gab es wenige Stromversorger mit Großkraftwerken, die sind den täglichen Bedarf der Verbraucher abgefahren", beschreibt es Jan Rabe. Es gab zumeist Einheitstarife mit Fixpreisen. Rabe: "Darin lassen sich hohe Margen gut verstecken." Der Öko-Strukturwandel hat das Feld verändert, der Markt ist volatiler geworden.
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Vor allem nachts ist der Netto-Strompreis meist sehr niedrig, weil die meisten Menschen dann schlafen und die Nachfrage rapide abfällt – beste Zeit zum Laden.
Bild: Charge Amps AB
Solaranlagen liefern vor allem zur Mittagsstunde Strom, der aber bisher nicht ausreichend genutzt werden kann. Windkraft fällt auch mitten in der Nacht an, wenn alles schläft. Hier kommt das E-Auto als Abnehmer ins Spiel. Und in wenigen Jahren auch als Zwischenspeicher, wenn bidirektionales Laden etabliert sein wird. Schon heute lässt sich über die Smart Meter der Verbrauch kalkulieren und optimieren. Rabot passt für jeden Kunden individuell zur Verbrauchs-Historie die Belieferung per Algorithmus an, sagt der Gründer.
Entscheidend ist dabei, dass ein gewisser Entscheidungs-Spielraum bleibt. Wer täglich pendelt, tagsüber ohne Zugang zur Wallbox parken und sich nachts den Akku "bis zum Rand" vollknallen muss, um genügend Reichweite zu haben, kann nicht so viel Geld sparen. Aber das sollten nicht allzu viele E-Autofahrer sein.
Jemand wie Seidenglanz hingegen, der wenig Kilometer fährt und tageweise aussetzt, kann auch damit leben, wenn nur eine Stunde in der Nacht oder mittags der Strom besonders günstig ist.