Der Schwenk zur Elektromobilität auf dem riesigen Automarkt Deutschland verläuft immer schneller. Zwar steht nicht jeder potenzielle Autokäufer unmittelbar vor dem Kauf eines neuen E-Modells, doch verändert die Kaufprämie (bis zu 9000 Euro für reine E-Autos und bis zu 6750 Euro für Plug-in-Hybride) mehr und mehr die Präferenzen beim Autokauf. Mittlerweile übertrifft die Zahl der monatlich neu zugelassenen Elektrofahrzeuge die der neuen Dieselautos. Und laut der jüngsten Aral-Studie "Trends beim Autokauf" liegen elektrifizierte Antriebe beim Neuwagen-Interesse mittlerweile gleichauf mit Verbrennern.
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Wie viele Autos wurden schon gefördert?

Die Kaufprämie für Elektromobilität kurbelt den Verkauf von elektrifizierten Fahrzeugen in Deutschland enorm an. Seit Beginn der Förderung wurden bislang 744.952 Fahrzeugkäufe bezuschusst (Stand: 1. August 2021). Nach Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurde die Förderung allein im ersten Halbjahr 2021 für 273.614 Fahrzeuge beantragt, mehr als im gesamten Vorjahr. So wurden 152.989 reine E-Autos (BEV) und 163.571 Plug-in-Hybride (PHEV; mit Verbrenner und von außen aufladbarem Elektroantrieb) neu zugelassen.

Zuschuss von bis zu 9000 Euro – plus gesparter Steuer

Mit dieser erhöhten Kaufprämie unterstützt der Bund den Absatz elektrisch betriebener Neufahrzeuge in Deutschland bis mindestens Ende 2025. Käufer von E-Autos können bis dahin mit einem Zuschuss von bis zu 9000 Euro rechnen, darunter 6000 Euro vom Staat. Ursprünglich war nur ein Umweltbonus von 3000 Euro bis 2025 geplant. Als Resultat eines "Autogipfels" wird die Innovationsprämie als Verdoppelung des Umweltbonus vier weitere Jahre bis 31. Dezember 2025 gewährt. So ist zumindest der politische Beschluss. Ohne Einfluss ist dies alles auf die Prämie der Hersteller – sie beteiligen sich wie bisher mit bis zu 3000 Euro pro verkauftem Auto. Zudem spart man bei der Mehrwertsteuer. Auch eine doppelte Unterstützung durch Länderhilfen ist nach einem zwischenzeitlichen Stopp wieder möglich (siehe unten). Diese betrifft meist lokales Gewerbe oder Selbstständige, wie zum Beispiel Taxi-, Handwerker- oder Fahrschulbetriebe, Mietwagenunternehmer, Kurier- oder Lieferdienste.

Wie hoch fällt der Zuschuss für E-Autos bis 40.000 Euro aus?

Die Innovationsprämie gilt rückwirkend für Erstzulassungen ab dem 3. Juni 2020 (hier gibt es Beispiele), für mehr als 700 Modellvarianten in Deutschland. Am meisten profitieren Käufer eines reinen E-Autos bis 40.000 Euro Netto-Listenneupreis (mit 19 Prozent Mwst. 47.600 Euro brutto). Damit sollen vor allem kleine und kompakte Stromer gefördert werden, die umweltfreundlicher und auch für Normalverdiener attraktiv sind. Plug-in-Hybridmodelle mit einem Verbrennungsmotor und einem von außen aufladbaren E-Antrieb werden mit bis zu 6750 Euro gefördert, müssen aber ab 2022 für eine Prämie eine elektrische Mindestreichweite von 60 Kilometern (oder höchstens 50 g/km CO2-Ausstoß) vorweisen können, ab 2025 sogar eine E-Reichweite von 80 Kilometern.

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E-Autos bis 40.000 Euro
E-Autos und Plug-in-Hybride bis 46.400 Euro
E-Autos und Plug-in-Hybride bis 46.400 Euro
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E-Autos und Plug-in-Hybride bis 40.000 Euro netto
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Gibt es einen Zuschuss für elektrische Leichtfahrzeuge?

Derzeit noch nicht, aber er soll kommen. In dem Entwurf einer geänderten Förderrichtlinie ist die Klausel enthalten, dass auch sogenannte Elektroleichtfahrzeuge künftig förderfähig sein sollen. Damit dürften Kleinstwagen wie der Renault Twizy, aber auch die neu auf den Markt kommenden Fahrzeuge wie Microlino, Opel Rocks oder der Citroën Ami gemeint sein. Doch damit ist wohl erst nach der Bundestagswahl 2021 zu rechnen.

Gibt es den Umweltbonus noch bis 2025?

Den Umweltbonus ja, die Innovationsprämie als Aufstockung des staatlichen Anteils noch nicht ganz offiziell. Aber: Das Wirtschaftsministerium gab nun die notwendige Änderung der Förderrichtlinie für die Verlängerung in die Ressortabstimmung. Die Umweltprämie verteilt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das dem Wirtschaftsministerium zugeordnet ist. Die Autohersteller wollen in den kommenden Monaten und Jahren zahlreiche E-Autos auf den Markt bringen, auch im Massenmarkt. Um die Klimaziele 2030 zu schaffen, sind bis dahin sieben bis zehn Millionen E-Autos in Deutschland notwendig, so steht es im "Masterplan Ladeinfrastruktur" der Bundesregierung. (Hier gibt es eine Übersicht über alle neuen E-Autos bis 2024!)

Welche Verschärfung könnte es für Plug-in-Hybride geben?

Bei der geänderten Förderrichtlinie soll die Regelung zu Plug-in-Hybriden strenger gefasst und auf den elektrischen Antrieb fokussiert werden. So soll ab dem 1. Oktober 2022 das Alternativ-Kriterium von höchstens 50 g/km CO2 wegfallen und zwingend eine rein elektrische Mindestreichweite von 60 Kilometern nötig sein. Ab dem 1. Januar 2024 müssen Plug-in-Hybride laut dem Entwurf der Förderrichtlinie mindestens 80 Kilometer stromern können, um förderfähig zu sein.

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Tesla Model S Facelift
BMW iX3 Facelift
CUPRA Born
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Alle neuen E-Autos im Überblick
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Wie man an die Innovationsprämie kommt

Eingeführt wurde der Umweltbonus 2016, seit der Erhöhung des Zuschusses durch die Innovationsprämie zogen die Zulassungszahlen elektrifizierter Fahrzeugen sehr stark an. Bei Interesse am Umweltbonus für die Elektromobilität: Hier geht es zum Online-Antragsformular, hier zur offiziellen Förderliste des zuständigen BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

Fragen und Antworten zur Umweltprämie

Alle Infos zur Elektro-Kaufprämie

Wie hoch ist der Elektro-Umweltbonus?

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Der Umweltbonus mit Innovationsprämie beträgt bis zu 9000 Euro bei Kauf oder Leasing eines reinen E-Autos (BEV) oder eines Wasserstofffahrzeugs mit einem Listenneupreis von bis zu 40.000 Euro (6000 Euro vom Bund, 3000 Euro vom Hersteller). Für teurere Elektro- oder Wasserstoffautos bis 65.000 Euro Nettopreis liegt der Zuschuss bei 7500 Euro (5000/2500). Wer ein Plug-in-Hybridfahrzeug (PHEV; mit Elektro- und Verbrennungsmotor) in der niedrigen Preisklasse kauft, der bekommt 6750 Euro (4500/2250). Für entsprechende Fahrzeuge bis 65.000 Euro liegt der Bonus seit dem am 8. Juli 2021 (rückwirkend zum 3. Juni 2020) bei 5625 Euro (3750/1875). Dieser Umweltbonus gilt nach der Verlängerung des Programms laut politischem Willen bis Ende 2025. Durch den Herstelleranteil (der Listenpreis wird netto gerechnet) sparen private Autokäufer auch noch einen Teil der auf den Kaufpreis entfallenden Mehrwertsteuer. Bei einem Nettolistenpreis eines Fahrzeugs von 40.000 Euro sind dies 570 Euro.

Wo kann ich die Kaufprämie beantragen?

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Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verwaltet die Prämienauszahlung, wie schon bei der Abwrackprämie für Altautos 2009.

Wer darf einen Antrag stellen?

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Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird.

Wird der Kauf aller Elektrofahrzeuge gefördert?

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Nein, es gibt die Prämie nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 65.000 Euro (siehe oben). Eine Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge gibt es hier, sie wird kontinuierlich erweitert.
Plug-in-Hybride (PHEV) werden bislang gefördert, wenn sie mindestens 40 Kilometer weit rein elektrisch fahren oder eine CO2-Bilanz von maximal 50 g/km vorweisen können. Ab 2022 erhöht sich die nötige Mindestreichweite auf 60 Kilometer, wodurch voraussichtlich einige bekannte PHEVs wie der Audi Q8 TFSI e (46 Kilometer E-Reichweite) oder der Land Rover Defender PHEV (43 km) aus der Förderung fallen. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Zulassung, vorher kann kein Antrag gestellt werden. Ab 2025 müssen es sogar mindestens 80 Kilometer sein, damit ein Kauf von der Prämie unterstützt wird.

Wie kommt man als Autokäufer an die Prämie?

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Anträge für die Prämien können nur online beim BAFA gestellt werden. Der Schriftweg steht nicht zur Verfügung.

Wie lange läuft das Programm?

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Der erhöhte Umweltbonus aus dem Konjunkturprogramm soll bis 2025 gewährt werden. Im Entwurf für den Bundeshaushalt sind dafür allein 2022 2,1 Milliarden Euro eingeplant. 

Welche Unterlagen sind nötig?

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Zum Erhalt der Prämie muss man eine Rechnungskopie vom Autohändler sowie den Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorlegen. Das muss binnen eines Monats nach Eingang des Antrags beim BAFA geschehen. Achtung: Um den Bonus vom Staat für ein E- oder Plug-in-Hybridauto zu bekommen, muss auf der Rechnung vom Autohändler stehen, dass der Hersteller eine Prämie in gleicher Höhe vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat. Die Dokumente können beim Antrag als Kopie hochgeladen werden.

Werden auch Gebrauchtwagen gefördert?

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Der Umweltbonus wird nicht nur für Neufahrzeuge gezahlt, sondern auch bei der Zweitveräußerung, beim Weiterverkauf. Das heißt, auch junge gebrauchte Elektrofahrzeuge können die Umweltprämie kassieren. Voraussetzungen: Der Wagen wurde am 4. November 2019 oder später innerhalb der EU erstzugelassen (generell gilt ein maximales Alter von zwölf Monaten), er ist noch nicht mehr als 15.000 Kilometer gelaufen und wurde noch nicht gefördert. Die Förderung erfolgt in Höhe der Zuschüsse für Neufahrzeuge von 40.000 bis 65.000 Euro, also 7500 Euro für E-Autos und 5625 Euro für Plug-in-Hybridmodelle. Allerdings gibt es eine prozentuale Preisgrenze, die der Gebrauchte nicht überschreiten darf. Beim Nachweis der erfüllten Voraussetzungen kann ein DAT-Gutachten helfen. Alle Einzelheiten sind in einem Merkblatt des BAFA nachzulesen.

Wie ist das Prozedere bei einem Leasingfahrzeug?

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Den Umweltbonus gibt es fürs private wie auch fürs gewerbliche Leasing. Allerdings wird der Betrag nach der Laufzeit gestaffelt. Dabei muss der Kunde für den Anteil des Bundes erst mit einer Sonderzahlung in Vorleistung treten. Diese lässt er sich mit dem Prämienantrag beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) später erstatten. Beim Antrag benötigt werden folgende Dokumente: der Leasingvertrag, die verbindliche Bestellung, die Kalkulation der Leasingrate, die Zulassungsbescheinigung Teil II und das Nachweispaket bei Gebrauchtwagen. Gewerbetreibende können den Bundesanteil auch direkt an den Händler abtreten, das Formular gibt es hier.

Gibt es weitere Möglichkeiten der Förderung?

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Ja, Käufer von Elektroautos können seit dem 16. November 2020 wieder doppelte Förderung beantragen, denn sie dürfen Förderprogramme von Bund UND Ländern gleichzeitig in Anspruch nehmen, beispielsweise zur Umrüstung von Taxis, Mietwagen, Carsharingautos oder kommunalen Fahrzeugen. Nach einem "Kumulationsverbot" des Wirtschaftsministeriums im Sommer 2020 war eine Doppelförderung zwischenzeitlich nicht mehr möglich. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Fördermittelgeber eine Verwaltungsvereinbarung mit dem Bundeswirtschaftsministerium abgeschlossen hat. Diese legt fest, wie die Förderprogramme ineinandergreifen und stellt sicher, dass die haushalts- und beihilferechtlichen Vorgaben eingehalten werden.
Derzeit (Stand: 8. August 2021) sind folgende Förderprogramme mit dem Umweltbonus kombinierbar: Sofortprogramm Saubere Luft (zuständig: Bundesumweltministerium/BMU) – Flottenaustauschprogramm Sozial und Mobil (BMU) – Förderrichtlinie Elektromobilität (Bundesverkehrsministerium/BMVI) – Förderrichtlinie Markthochlauf NIP2 (BMVI) – Klimaschutzoffensive für den Mittelstand (Kreditanstalt für Wiederaufbau/KfW) – Wirtschaftsnahe Elektromobilität – WELMO (Land Berlin) – Klimaschutzförderrichtlinie Unternehmen (Mecklenburg-Vorpommern) – BW-e-Gutschein (Baden-Württemberg) – Förderprogramm Inklusionstaxi Berlin (Land Berlin). Die Liste gibt es auch beim BAFA.

Wie viele Anträge wurden schon gestellt?

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Bis Ende August 2021 gingen beim BAFA insgesamt 795.346 Förderanträge ein. Nach der Statistik entfielen 438.627 Anträge auf reine E-Autos, 356.510 auf Plug-in-Hybride und 209 auf Wasserstoff-Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle. Und das Tempo nimmt weiter zu, wie an der Zahl der Neuzulassungen zu erkennen ist: In den ersten acht Monaten 2021 wurden 207.313 reine E-Autos (BEV) und 218.222 Plug-in-Hybride (PHEV; mit Verbrenner und von außen aufladbarer Batterie) neu zugelassen.

Für wen lohnt sich ein Elektroauto?

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E-Autos eignen sich vor allem für Autofahrer, die häufig Kurzstrecke fahren und über eine Lademöglichkeit verfügen – idealerweise eine eigene Garage mit Wallbox oder zumindest eine Ladestation um die Ecke. Und: Sie sollten bereit sein, sich den geänderten Anforderungen beim Betrieb von E-Autos anzupassen – hier geht es etwa ums häufigere Nachladen und den Blick auf die verbleibende Restreichweite. Auch sind E-Autos trotz Prämie meist teurer als vergleichbare konventionell angetriebene Modelle. Nachdem die Spritpreise durch die CO2-Abgabe anziehen, könnte sich allerdings der höhere Anschaffungspreis im Laufe eines Autolebens schneller amortisieren (zum ausführlichen Kostenvergleich: Lohnt sich der Umstieg auf ein E-Auto?).

Warum fördert der Staat den E-Auto-Kauf mit der Umweltprämie?

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Der Staat will die Autoindustrie als deutsche Schlüsselbranche mit 830.000 Arbeitsplätzen und 370 Milliarden Euro Jahresumsatz fördern. Sie soll den Anschluss an Zukunftstechnologien wie E-Mobilität oder autonomes Fahren nicht verpassen. So werden die Zulieferer laut Beschluss des jüngsten Autogipfels mit einem Milliardenprogramm gefördert. Denn der Klimaschutz erfordert immer geringere CO2-Emissionen. Durch die steigende CO2-Abgabe macht der Staat daher das Fahren eines Verbrenners immer unattraktiver.

Wie stehen die Autokäufer zu E-Autos und Hybridmodellen?

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Elektrifizierte Antriebe liegen laut der jüngsten Aral-Studie ("Trends beim Autokauf 2021") beim Neuwagen-Interesse gleichauf mit Verbrennern. 15 Prozent der Befragten wollen als nächstes Fahrzeug ein reines Elektroauto, 27 Prozent ein Hybridmodell erwerben – zusammen 18 Prozentpunkte mehr als 2019. Benziner fielen von 55 auf 32 Prozent zurück, der Diesel erholte sich etwas (von 12 auf 16 Prozent). Insgesamt beschäftigen sich 40 Prozent der Probanden konkret mit einem Autokauf in den kommenden 18 Monaten, der zweithöchste Wert seit Ersterhebung der Studie im Jahr 2003.

Mit Material von dpa und Reuters