Reichweite von E-Autos

E-Autos: Kaufprämie, Förderung und Antragsformular

Infos zur Kaufprämie für Elektroautos

Die Kaufprämie für E-Autos und Hybridfahrzeuge wird erhöht und bis 2025 verlängert: Für Batterieautos unter 40.000 Euro Kaufpreis gibt es künftig 6000 Euro! Alle Infos zum Umweltbonus.
(dpa/Reuters/cj/lhp/brü) Eine deutlich höhere Kaufprämie für Elektroautos und mehr Ladestationen - das sind Kernergebnisse des "Autogipfels" vom 4. November 2019. Damit wollen Politik und Autoindustrie sicherstellen, dass die Autokäufer Elektroautos besser annehmen und ein Massenmarkt entsteht. Hier die Beschlüsse des "Autogipfels" im Kanzleramt

Bis zu 6000 Euro Kaufprämie für E-Autos

Autokäufer können sich auf höhere Zuschüsse einstellen, wenn sie ein E-Auto anstelle eines Verbrenners  kaufen. Konkret soll der Zuschuss um 50 Prozent bei E-Fahrzeugen bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro und um 25 Prozent bei teureren Fahrzeugen bis zu einer Grenze von 65 000 Euro steigen. Das bedeutet, dass die Prämie für rein elektrische Autos unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro von derzeit 4000 Euro auf 6000 Euro steigt, beispielsweise für den neuen VW ID.3. Der Zuschuss für Autos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro steigt auf 5000 Euro. Auch für Plug-in-Hybride soll der Zuschuss steigen. Die Kaufprämie soll verlängert werden - und zwar Plänen zufolge bis Ende 2025. Bund und Autoindustrie wollen wie bisher jeweils zur Hälfte die Kosten übernehmen - zu den genauen Summen gab es keine Angaben, es dürfte sich aber um Milliarden handeln. Für die bestehende Prämie steuern Bund und Industrie jeweils 600 Millionen Euro bei. Mit der höheren Prämie werde es nun ermöglicht, weitere 650.000 bis 700.000 Elektrofahrzeuge zu fördern, teilte die Bundesregierung mit.
Die Autohersteller wollen in den kommenden Monaten und Jahren zahlreiche E-Autos auf den Markt bringen, auch im Massenmarkt. Um die Klimaziele 2030 zu schaffen, sind bis dahin sieben bis zehn Millionen E-Autos in Deutschland notwendig, wie aus einem "Masterplan Ladeinfrastruktur" der Bundesregierung hervorgeht.

Ausbau des Ladenetzes: 50.000 neue Stationen

Ein flächendeckendes Ladenetz gilt als zentrale Voraussetzung für den Erfolg der E-Mobilität. Derzeit gibt es rund 21.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Vor allem auf dem Land muss man oft lange suchen. Unter vielen Autofahrern kursiert eine "Reichweitenangst – die Sorge, dass sie auf der Fahrt mit dem E-Auto mit leerem Akku liegenbleiben. Vereinbart wurde nun, dass in den kommenden zwei Jahren 50.000 neue öffentliche Ladepunkte entstehen sollen – die Automobilwirtschaft soll davon 15.000 beisteuern. Doch ob das reicht? Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) machte deutlich, er halte das für zu wenig - er hatte vor dem Spitzentreffen 100.000 öffentliche Ladepunkte bis spätestens 2021 gefordert.

E- und Hybridautos in Deutschland

Die Bundesregierung hatte in ihrem Klimapaket angekündigt, langfristig eine Million öffentliche Ladepunkte zu schaffen, und zwar bis 2030. Auch die Verbraucherfreundlichkeit soll steigen: So sollen Authentifizierung, Freischaltung, Bezahlung und Abrechnung beim Aufladen künftig ohne Probleme erfolgen. Der Bund will in den nächsten Jahren mehr als drei Milliarden Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren. Außerdem sollen verstärkt Ladepunkte an Kundenparkplätzen zum Beispiel an Supermärkten gefördert werden. An allen Tankstellen sollen auch Ladepunkte angeboten werden.

Mehr Ladepunkte in Garagen möglich

Ein anderer wichtiger Hebel: Im Miet- und Wohnungseigentumsrecht soll es Erleichterungen geben. Im Kern ist ein Rechtsanspruch für Wohneigentümer und Mieter vorgesehen, etwa in einer Tiefgarage eine Ladestation zu errichten. Bisher gibt es dafür hohe Hürden. Die Neuregelungen sollen nach derzeitigen Planungen in der Regierung aber erst Ende 2020 in Kraft treten.

Umweltbonus weniger als 150.000 Mal beantragt

Der sogenannte Umweltbonus für E-Autos war vor drei Jahren eingeführt worden, erfüllte die Erwartungen bisher jedoch nicht. Bis Ende September 2019 wurde sie lediglich 141.427 Mal beantragt.

Gebrauchtwagensuche: Elektroautos

Immerhin aber wurden laut neuer KBA-Zahlen von Januar bis Oktober 2019 in Deutschland knapp 53.000 E-Autos zugelassen, rund 89 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von Hybridautos mit Elektro- und Verbrennungsmotor wurden bislang 190.000 Exemplare zugelassen, drei Viertel mehr als noch ein Jahr zuvor. E-Autos und Hybride haben damit bei Neuwagen einen Marktanteil von acht Prozent erreicht. Knapp 58 Prozent haben einen Benzinmotor, rund 31 Prozent fahren mit Diesel. Interessieren Sie sich für den Umweltbonus für die Elektromobilität? Hier geht es zum Online-Antragsformular, hier zur offiziellen Förderliste des zuständigen BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Außerdem beantwortet AUTO BILD alle Fragen zum Prozedere.

Alle Infos zur Elektro-Kaufprämie

Was sind die wichtigsten Fakten?

4000 Euro gibt es derzeit bei Kauf oder Leasing eines reinen E-Autos. Wer ein Hybridfahrzeug (Elektro- und Verbrennungsmotor) kauft, der erhält eine als Umweltbonus umschriebene Prämie von 3000 Euro. Die Kosten des Förderprogramms von 1,2 Milliarden Euro, das der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen soll, teilen sich Bund und Autohersteller je zur Hälfte. Zu Start der Aktion erhoffte die Bundesregierung den Kauf von "mindestens 300.000 Fahrzeugen" anzuschieben, die Prämie reicht für 300.000 bis 400.000 Fahrzeuge. Bis Ende September 2019 wurde sie gut 141.000 abgerufen.
Ab 2020 wird die Prämie vermutlich auf 6000 Euro für Elektroautos und 4500 Euro für Hybride unter 40.000 Euro Netto-Kaufpreis erhöht. Darüber soll der Bonus auf 5000 bzw. 4000 Euro steigen.

Wo kann ich die Kaufprämie beantragen?

Wie schon die Abwrackprämie für Altautos 2009 verwaltet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Auszahlung der Prämie.

Wer darf einen Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird. Die Zulassung muss nach dem 18. Mai 2016 erfolgt sein.

Wird der Kauf aller Elektroautos gefördert?

Nein, es gibt die Prämie nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro fürs Basismodell. Eine Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge gibt es hier, sie wird kontinuierlich erweitert.

Wie kommt man als Autokäufer an die Prämie?

Anträge für die Prämien können online beim BAFA gestellt werden. "Schnell, voll elektronisch und sicher" verläuft die Abwicklung laut BAFA-Chef Arnold Wallraff, nicht auf dem Schriftweg. 

Welche Unterlagen sind nötig?

Wer die Prämie bekommen will, muss eine Rechnungskopie vom Autohändler sowie den Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorlegen. Dafür hat man einen Monat Zeit nach Eingang des Antrags beim BAFA. Achtung: Um den Bonus vom Staat für einen reinen Stromer oder für einen Hybrid-Wagen zu bekommen, muss auf der Rechnung vom Autohändler stehen, dass der Hersteller eine Prämie in selber Höhe vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat. Die Dokumente können beim Antrag als Kopie hochgeladen werden.

Wie lange läuft das Programm?

Die Förderung hat eine befristete Laufzeit bis Ende 2020. Allerdings ist eine Verlängerung wahrscheinlich.

Welche Hersteller beteiligen sich?

Die deutschen Autobauer wie Volkswagen, Daimler und BMW sind dabei, aber auch viele ausländische Hersteller. So beteiligen sich Citroen, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo. Einzelne Anbieter legen sogar auf die Prämien noch einen Zuschlag drauf, um E-Auto-Kunden anzulocken.

Woher kommt das Fördergeld?

Finanziert wird der Stromer-Anschub über den Energie- und Klimafonds. Das ist ein Sondertopf beim Bundesfinanzministerium, der im Zusammenhang mit der Energiewende eingerichtet worden war.

Für wen lohnt sich ein Elektroauto?

Stromer sind vor allem eine Alternative für Autofahrer, die relativ viel Kurzstrecke fahren und über eine Lademöglichkeit verfügen – idealerweise eine eigene Garage mit Wallbox oder zumindest eine Ladestation um die Ecke. Und: Sie sollten Idealisten sein, denn auch mit Prämie sind Elektroautos meist teurer als vergleichbare konventionell angetriebene Modelle. Zwar gilt laut einer Auswertung der Management-Consultants Horváth&Partner, dass die Energiekosten je Kilometer bei einem Verbrenner trotz niedriger Ölpreise um den Faktor 2,4 höher sind als bei einem reinen E-Auto. Doch muss man wirklich viel fahren, um das wieder reinzuholen: Selbst mit 4000 Euro Höchstprämie bleibe ein Großteil der E-Modelle bei den Kosten pro Kilometer deutlich teurer als Benziner oder Diesel, heißt es beim ADAC. Sollten die Spritpreise dagegen deutlich anziehen, ist es aber denkbar, dass sich der höhere Anschaffungspreis im Laufe eines Autolebens amortisiert.

Warum hilft der Staat überhaupt?

Die Autoindustrie ist eine deutsche Schlüsselbranche mit 800.000 Arbeitsplätzen und 370 Milliarden Euro Jahresumsatz. Daher unterstützt der Staat die Autobauer, damit sie den Anschluss an Zukunftstechnologien wie E-Mobilität oder autonomes Fahren nicht verpassen. Zudem ist die Politik durch EU-Vorgaben in Sachen Klimaschutz unter Druck.
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