Reichweite von E-Autos

E-Autos: Kaufprämie, Förderung und Antragsformular

Alles zur Kaufprämie für Elektroautos

Die Kaufprämie für E-Autos und Hybridfahrzeuge wird bis Ende 2020 verlängert – das bestätigte Wirtschaftsminister Altmaier. Infos zum Umweltbonus für Elektromobilität!
(dpa/cj/cr/lhp/brü) Um die weiter schwache Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland ankurbeln, verlängert die Bundesregierung die staatliche Kaufprämie bis zum 31. Dezember 2020. Das kündigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am 31. Mai 2019 an. Die Förderung erfolge bis zur vollständigen Auszahlung der hierfür vorgesehenen Bundesmittel in Höhe von 600 Millionen Euro. "Wir brauchen Kontinuität bei der Förderung", sagte der Minister. Außerdem wird künftig der Einbau eines akustischen Warnsystems ins Auto als Hilfe für blinde und sehbehinderte Menschen mit 100 Euro gefördert.

Vorerst keine Erhöhung für kleine Stromer

Das Ressort von Wirtschaftminister Altmaier ist federführend bei der E-Auto-Kaufprämie.

Der sogenannte Umweltbonus war vor drei Jahren eingeführt worden, erfüllte die Erwartungen bisher jedoch nicht. Ursprünglich sollte er zum Ende Juni 2019 auslaufen. Erhöht wird die Elektro-Kaufprämie vorerst jedoch nicht. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte vorgeschlagen, den Förderanteil des Bundes für E-Autos mit einem Preis unter 30.000 Euro von 2000 auf 4000 Euro zu verdoppeln. Diese wären dann insgesamt nicht mehr nur 4000 Euro, sondern 6000 Euro günstiger geworden (inklusive des Herstelleranteils von 2000 Euro). Für teurere Wagen sollte es nach den Vorstellungen Scheuers 2500 Euro Bundesanteil geben.

E- und Hybridautos in Deutschland

Gebrauchtwagensuche: Elektroautos

Bis Ende April 2019 wurden rund 114.000 Förderanträge beim Neukauf eines E-Autos oder eines Hybridfahrzeuges gestellt, entsprechend einer Fördersumme von rund 400 Millionen Euro. Die Nachfrage blieb damit deutlich hinter den Erwartungen. Angesichts der von der Bundesregierung angeordneten Umtauschprämie für alte Diesel war die Fördermaßnahme zuletzt ein wenig in den Hintergrund geraten. Seit dem 1. September 2018 durch das strengere Abgasmessverfahren WLTP und die CO2-Grenze von 50 g/km neue Einschränkungen für Hybridautos. So sind einige Modelle von der offiziellen Förderliste des zuständigen BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gestrichen worden, weil sich ihr offizieller Verbrauchswert durch WLTP erhöht hat – oder sie bekommen den Zuschuss nur per Ausnahmegenehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Interessieren Sie sich für den Umweltbonus für die Elektromobilität? Hier geht es zum Online-Antragsformular. Außerdem beantwortet AUTO BILD alle Fragen zum Prozedere.

Alle Infos zur Elektro-Kaufprämie

Was sind die wichtigsten Fakten?

4000 Euro gibt es bei Kauf oder Leasing eines reinen E-Autos. Wer ein Hybridfahrzeug (Elektro- und Verbrennungsmotor) kauft, der erhält eine als Umweltbonus umschriebene Prämie von 3000 Euro. Die Kosten des Förderprogramms von 1,2 Milliarden Euro, das der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen soll, teilen sich Bund und Autohersteller je zur Hälfte. Zu Start der Aktion erhoffte die Bundesregierung den Kauf von "mindestens 300.000 Fahrzeugen" anzuschieben, die Prämie reicht für 300.000 bis 400.000 Fahrzeuge.

Wo kann ich die Kaufprämie beantragen?

Wie schon die Abwrackprämie für Altautos 2009 verwaltet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Auszahlung der Prämie.

Wer darf einen Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird. Die Zulassung muss nach dem 18. Mai 2016 erfolgt sein.

Wird der Kauf aller Elektroautos gefördert?

Nein, es gibt die Prämie nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro fürs Basismodell. Eine Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge gibt es hier, sie wird bei Bedarf erweitert.

Wie kommt man als Autokäufer an die Prämie?

Anträge für die Prämien können online beim BAFA gestellt werden. "Schnell, voll elektronisch und sicher" verläuft die Abwicklung laut BAFA-Chef Arnold Wallraff, nicht auf dem Schriftweg. 

Welche Unterlagen sind nötig?

Wer die Prämie bekommen will, muss eine Rechnungskopie vom Autohändler sowie den Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorlegen. Dafür hat man einen Monat Zeit nach Eingang des Antrags beim BAFA. Achtung: Um die 2000 Euro Bonus vom Staat für einen reinen Stromer oder 1500 Euro für einen Hybrid-Wagen zu bekommen, muss auf der Rechnung vom Autohändler stehen, dass der Hersteller eine Prämie in selber Höhe vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat. Die Dokumente können beim Antrag als Kopie hochgeladen werden.

Wie lange läuft das Programm?

Die Förderung hat eine befristete Laufzeit bis maximal 30. Juni 2019. Allerdings ist eine Verlängerung wahrscheinlich.

Welche Hersteller beteiligen sich?

Die deutschen Autobauer wie Volkswagen, Daimler und BMW sind dabei, aber auch viele ausländische Hersteller. So beteiligen sich Citroen, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo. Einzelne Anbieter wollen sogar auf die Prämien noch einen Zuschlag drauflegen, um E-Auto-Kunden anzulocken.

Woher kommt das Fördergeld?

Finanziert wird der Stromer-Anschub über den Energie- und Klimafonds. Das ist ein Sondertopf beim Bundesfinanzministerium, der im Zusammenhang mit der Energiewende eingerichtet worden war.

Für wen lohnt sich ein Elektroauto?

Stromer sind vor allem eine Alternative für Autofahrer, die relativ viel Kurzstrecke fahren und über eine Lademöglichkeit verfügen – idealerweise eine eigene Garage mit Wallbox oder zumindest eine Ladestation um die Ecke. Und: Sie sollten Idealisten sein, denn auch mit Prämie sind Elektroautos meist teurer als vergleichbare konventionell angetriebene Modelle. Zwar gilt laut einer Auswertung der Management-Consultants Horváth&Partner, dass die Energiekosten je Kilometer bei einem Verbrenner trotz niedriger Ölpreise um den Faktor 2,4 höher sind als bei einem reinen E-Auto. Doch muss man wirklich viel fahren, um das wieder reinzuholen: Selbst mit 4000 Euro Höchstprämie bleibe ein Großteil der E-Modelle bei den Kosten pro Kilometer deutlich teurer als Benziner oder Diesel, heißt es beim ADAC. Sollten die Spritpreise dagegen deutlich anziehen, ist es aber denkbar, dass sich der höhere Anschaffungspreis im Laufe eines Autolebens amortisiert.

Warum hilft der Staat überhaupt?

Die Autoindustrie ist eine deutsche Schlüsselbranche mit 800.000 Arbeitsplätzen und 370 Milliarden Euro Jahresumsatz. Daher unterstützt der Staat die Autobauer, damit sie den Anschluss an Zukunftstechnologien wie E-Mobilität oder autonomes Fahren nicht verpassen. Zudem ist die Politik durch EU-Vorgaben in Sachen Klimaschutz unter Druck.
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