Nach Kaufprämie: die beliebtesten E-Autos

E-Autos: Kaufprämie, Förderung und Antragsformular

Alles zur Kaufprämie für Elektroautos

Wegen der neuen WLTP-Abgasmessung bekommen Audi A3 e-tron und andere Hybridmodelle den Umweltbonus nicht mehr ohne Weiteres. Alle Infos zur Kaufprämie für Elektroautos!
(dpa/cj/cr/lhp/brü) Angesichts der von der Bundesregierung angeordneten Umtauschprämie für alte Diesel ist sie ein wenig in den Hintergrund geraten: die Kaufprämie für E-Autos und Hybridfahrzeuge, jeweils zur Hälfte von Staat und Herstellern finanziert. Noch bis Mitte 2019 soll sie helfen, den Verkauf von E-Autos in Deutschland anzukurbeln. Allerdings gelten seit dem 1. September 2018 durch das strengere Abgasmessverfahren WLTP und die CO2-Grenze von 50 g/km neue Einschränkungen für Hybridautos. So sind einige Modelle von der offiziellen Förderliste des zuständigen BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gestrichen worden, weil sich ihr offizieller Verbrauchswert durch WLTP erhöht hat – oder sie bekommen den Zuschuss nur per Ausnahmegenehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA).

A3 und 225xe brauchen Ausnahmegenehmigung

Der Audi A3 e-tron ist wegen WLTP nur noch eingeschränkt förderfähig.

Das betrifft unter anderem den Audi A3 e-tron und den BMW 225xe, die beiden meistgeförderten Plug-in-Hybridautos. Sie brauchen künftig eine Ausnahmegenehmigung, wenn sie nach dem 31. August 2018 zugelassen wurden. Gleiches gilt für den Mercedes C 350e, einige Varianten des Toyota Prius und die GTE-Versionen von VW Golf und Passat. Wie großzügig das KBA bei den Genehmigungen verfährt, ist noch unklar. Die Hybridvarianten von Volvo V60, XC60, S90 und V90 fallen zum Großteil aus der Förderfähigkeit bei einer Neuzulassung seit dem 1. September 2018.

Finanzausschuss winkt Steuererleichterung durch

Die Nachfrage nach dem Umweltbonus ist derweil weiter relativ gering. Bis Ende Oktober 2018 gingen beim Bafa genau 83.967 Förderanträge ein, 3693 kamen damit im Oktober hinzu. (Die Top Ten der meistgeförderten Modelle finden Sie in der Bildergalerie, genau wie die Fahrzeuge, die jetzt mit Einschränkungen zu kämpfen haben.) Immerhin hat die im Koalitionsvertrag angekündigte Steuererleichterung für E-Autos und Plug-in-Hybride mit dem Finanzausschuss des Bundestages eine weitere Hürde genommen. So wird der Basisbetrag für die Dienstwagenbesteuerung (Bemessungsgrundlage) zum 1. Januar 2019 halbiert. Statt ein Prozent des Bruttolistenpreises sollen bei der Besteuerung durch den Nutzer für solche Fahrzeuge, die zwischen 2019 und 2021 angeschafft werden, nur noch 0,5 Prozent angesetzt werden. Interessieren Sie sich für den Umweltbonus im Bereich Elektromobilität? Hier geht es zum Online-Antragsformular. Außerdem beantwortet AUTO BILD alle Fragen zum Prozedere.

Was sind die wichtigsten Fakten?

4000 Euro gibt es bei Kauf oder Leasing eines reinen E-Autos. Wer ein Hybridfahrzeug (Elektro- und Verbrennungsmotor) kauft, der erhält eine als "Umweltbonus" umschriebene Prämie von 3000 Euro. Die Kosten des Förderprogramms von 1,2 Milliarden Euro, das der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen soll, teilen sich Bund und Autohersteller je zur Hälfte. Zu Start der Aktion erhoffte die Bundesregierung den Kauf von "mindestens 300.000 Fahrzeugen" anzuschieben, die Prämie reicht für 300.000 bis 400.000 Fahrzeuge.

E-Autos und Plug-in-Hybride: Das bringt die Kaufprämie

Wo kann ich die Kaufprämie beantragen?

Wie schon die Abwrackprämie für Altautos 2009 verwaltet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Auszahlung der Prämie.

Wer darf einen Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird. Die Zulassung muss nach dem 18. Mai 2016 erfolgt sein.

Ratgeber gebrauchte E-Autos

Wird der Kauf aller Elektroautos gefördert?

Es gibt die Prämie nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro fürs Basismodell. Eine Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge gibt es hier, sie wird bei Bedarf erweitert.

Wie kommt man als Autokäufer an die Prämie?

Anträge für die Prämien können online beim BAFA gestellt werden. "Schnell, voll elektronisch und sicher" verläuft die Abwicklung laut BAFA-Chef Arnold Wallraff, nicht auf dem Schriftweg. 

Welche Unterlagen sind nötig? 

Wer die Prämie bekommen will, muss eine Rechnungskopie vom Autohändler sowie den Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorlegen. Dafür hat man einen Monat Zeit nach Eingang des Antrags beim BAFA. Achtung: Um die 2000 Euro Bonus vom Staat für einen reinen Stromer oder 1500 Euro für einen Hybrid-Wagen zu bekommen, muss auf der Rechnung vom Autohändler stehen, dass der Hersteller eine Prämie in selber Höhe vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat. Die Dokumente können beim Antrag als Kopie hochgeladen werden.

Wie lange läuft das Programm?

Die Förderung hat eine befristete Laufzeit bis maximal 30. Juni 2019. Es gilt: Wer zuerst kommt, kassiert zuerst. Sind die geplanten 1,2 Milliarden Euro abgerufen, ist das Programm vorbei. Vermutlich reicht das Geld für 300.000 bis 400.000 E-Autos und Hybride.

Gebrauchtwagensuche: Hybridfahrzeuge

Welche Hersteller beteiligen sich?

Die deutschen Autobauer wie Volkswagen, Daimler und BMW sind dabei, aber auch viele ausländische Hersteller. So beteiligen sich Citroen, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo. Einzelne Anbieter wollen sogar auf die Prämien noch einen Zuschlag drauflegen, um E-Auto-Kunden anzulocken.

Woher kommt das Fördergeld?

Finanziert wird der Stromer-Anschub über den Energie- und Klimafonds. Das ist ein Sondertopf beim Bundesfinanzministerium, der im Zusammenhang mit der Energiewende eingerichtet worden war. 

Für wen lohnt sich ein Elektroauto?

Stromer sind vor allem eine Alternative für Autofahrer, die relativ viel Kurzstrecke fahren und über eine Lademöglichkeit verfügen – idealerweise eine eigene Garage mit Wallbox oder zumindest eine Ladestation um die Ecke. Und: Sie sollten Idealisten sein, denn auch mit Prämie sind Elektroautos meist teurer als vergleichbare konventionell angetriebene Modelle. Zwar gilt laut einer Auswertung der Management-Consultants Horváth&Partner, dass die Energiekosten je Kilometer bei einem Verbrenner trotz niedriger Ölpreise um den Faktor 2,4 höher sind als bei einem reinen E-Auto. Doch muss man wirklich viel fahren, um das wieder reinzuholen: Selbst mit 4000 Euro Höchstprämie bleibe ein Großteil der E-Modelle bei den Kosten pro Kilometer deutlich teurer als Benziner oder Diesel, heißt es skeptisch beim ADAC. Sollten die Spritpreise dagegen deutlich anziehen, ist es aber denkbar, dass sich der höhere Anschaffungspreis im Laufe eines Autolebens amortisiert.

E- und Hybridautos in Deutschland

Neben dem vermutlich steigenden Ölpreis gibt es aber noch einen weiteren Aspekt, der E-Autos in naher Zukunft finanziell attraktiver machen dürfte: Branchenexperten gehen davon aus, dass der Preis für die Auto-Akkus drastisch sinkt und sich bis 2020 sogar mehr als halbiert. Damit lägen rein batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge 2018 ohne Rabatte oder sonstige Kaufanreize preislich zwar noch über einem vergleichbaren Benziner, die niedrigeren Kraftstoff- und Wartungskosten würden dies jedoch ausgleichen – mit Prämie wären die E-Autos ab 2018 günstiger als Diesel und Benziner!

Warum hilft der Staat den Autokonzernen?

Die Autoindustrie ist eine deutsche Schlüsselbranche mit 800.000 Arbeitsplätzen und 370 Milliarden Euro Jahresumsatz. Daher unterstützt der Staat die Autobauer, damit sie den Anschluss an Zukunftstechnologien wie E-Mobilität oder autonomes Fahren nicht verpassen.
AUTO BILD zeigt, wie viel E-Autos und Hybridfahrzeuge abzüglich einer Kaufprämie kosten würden (Stand: April 2017).

E-Autos und Plug-in-Hybride: Das bringt die Kaufprämie

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