Fällt die Elektroauto-Förderprämie in Kürze weg? Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will sie baldmöglichst abschaffen. Jetzt gibt es darüber Streit innerhalb der Bundesregierung!
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"Wenn es nach mir geht, werden die Kaufprämien für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride gestrichen", sagte der FDP-Politiker der WELT am SONNTAG. Die Autos würden bisher über ihre Lebensdauer mit bis zu 20.000 Euro subventioniert. Das sei zu viel, man könne Milliarden sparen.

Warum Grüne und SPD gegen Lindners Vorschlag sind

Prompt kam vom Wirtschaftsministerium die Retourkutsche: Ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte, die Prämie sei relevant für die Verkehrswende. Jetzt sprang ihm SPD-Fraktionsvize Detlef Müller bei: Es sei "nicht der richtige Weg, die Streichung einzelner Förderungen wie der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge ohne vorherige Evaluation voranbringen zu wollen".
Der Wirtschaftsminister hatte im April vorgeschlagen, die Förderprämie für Plug-in-Hybridautos Ende 2022 komplett zu streichen und die für E-Autos schrittweise zu senken. Der Vorschlag ist noch in der Ressortabstimmung, das hat die Regierung also noch nicht beschlossen.
Auch die Autohersteller reagieren erwartungsgemäß verschnupft: "Ein abrupter Wegfall der E-Auto-Prämie würde einen schweren Vertrauensbruch bedeuten", sagte Reinhard Zirpel vom Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK). Bereits die Diskussion würde bei Kunden zu Verunsicherung führen.
Aktuell erleichtert der Staat den Kauf eines neuen lokal emissionsfreien Autos, also E-Autos, Wasserstoffautos und in begrenztem Maße auch Plug-in-Hybride mit einer Kaufprämie von bis zu 9000 Euro. Allerdings wird die bestehende Innovationsprämie nur noch bis Ende 2022 ausgezahlt, danach dürfte sich einiges ändern. Hier sind Infos zur aktuellen Förderung und zu den geplanten Änderungen!

Umweltbonus oder Innovationsprämie?

Die Gesamtsumme der Förderung wird Umweltbonus oder auch Elektro-Kaufprämie genannt; der Betrag, mit dem der Staat seinen Anteil verdoppelt, heißt Innovationsprämie.

Welche Autos bekommen aktuell die Förderung?

Batterieelektrische Autos bis 40.000 Euro (Nettolistenpreis) werden von staatlicher Seite mit 6000 Euro gefördert, dazu kommt ein Herstelleranteil von 3000 Euro. Durch die Mehrwertsteuerersparnis können Autokäufer gar mit einem Zuschuss von 9570 Euro rechnen. Kostet das E-Auto zwischen 40.000 und 60.000 Euro (Nettolistenpreis), dann beträgt der Bundesanteil 5000 Euro plus 2500 vom Hersteller, also 7500 Euro. Die laut Förderrichtlinie geltende Prämie wurde von der Ampelregierung zuletzt bis Ende 2022 verlängert.

Wie hoch ist die Kaufprämie für Plug-in-Hybride?

Ebenfalls gefördert, wenn auch nicht ganz so stark, werden Plug-in-Hybride, weil sie dank des aufladbaren Akkus lokal emissionsfrei fahren können. Auch hier ist die Förderung nach Nettolistenpreis gestaffelt: Bei Fahrzeugen bis 40.000 Euro gibt es eine Bundesförderung von 4500 Euro plus 2250 vom Hersteller, macht 6750 Euro. Käufer von Plug-in-Hybriden zum Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro kommen in den Genuss einer reduzierten staatlichen Förderung von 3750 Euro plus 1875 Euro von den Herstellern, unterm Strich also 5625 Euro.

So hoch ist die Umweltprämie (Stand: Juni 2022)

Fahrzeugtyp
Netto-Listenpreis Basismodell
Bundesanteil (verdoppelt)
Herstelleranteil (netto)
Gesamt (netto)
Abzweigung
Elektroauto (BEV)
Abzweigung
Abzweigung
Elektroauto (BEV)
Abzweigung
Abzweigung
Plug-in-Hybrid
Abzweigung
Abzweigung
Plug-in-Hybrid
Abzweigung
bis 40.000 Euro
40.000 bis 65.000 Euro
bis 40.000 Euro
40.000 bis 65.000 Euro
6000 Euro
5000 Euro
4500 Euro
3750 Euro
3000 Euro
2500 Euro
2250 Euro
1875 Euro
9000 Euro
7500 Euro
6750 Euro
5625 Euro

Welche Autos gefördert werden

In die Förderung fallen Neuwagen, die nach dem 3. Juni 2020 zugelassen wurden, oder Gebrauchtfahrzeuge, die erstmals seit dem 4. November 2019 und zum zweiten Mal nach dem 3. Juni 2020 zugelassen wurden. Entscheidend ist eine Förderliste, die beim BAFA, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, vorliegt.
Beantragt wird die Prämie über ein Online-Antragsformular. Auch geleaste E-Autos können gefördert werden, erhalten allerdings erst ab 23. Monaten Leasingdauer die volle Förderung, darunter wird die Prämie gestaffelt. 
Auch für nicht geförderte junge gebrauchte Elektrofahrzeuge kann die Förderung beantragt werden. Allerdings gibt es eine prozentuale Preisgrenze, die der Gebrauchte nicht überschreiten darf. Beim Nachweis der erfüllten Voraussetzungen kann ein DAT-Gutachten helfen. Alle Einzelheiten sind in einem Merkblatt des BAFA nachzulesen.

Was gilt beim Fahrzeug-Leasing?

Den Umweltbonus gibt es fürs private wie auch fürs gewerbliche Leasing. Allerdings wird der Betrag nach der Laufzeit gestaffelt. Dabei muss der Kunde für den Anteil des Bundes erst mit einer Sonderzahlung in Vorleistung treten. Diese lässt er sich mit dem Prämienantrag beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) später erstatten.
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Beim Antrag benötigt werden folgende Dokumente: der Leasingvertrag, die verbindliche Bestellung, die Kalkulation der Leasingrate, die Zulassungsbescheinigung Teil II und das Nachweispaket bei Gebrauchtwagen. Gewerbetreibende können den Bundesanteil auch direkt an den Händler abtreten, das Formular gibt es hier.

Wie lang ist die Haltedauer?

Um in den Genuss der Kaufprämie zu kommen, muss man ein E-Auto mindestens sechs Monate halten. Beim vorzeitigen Verkauf ist das BAFA unverzüglich zu informieren.

Wer die Förderung bekommen kann

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird.

Welche Änderungen bei der E-Auto-Förderung 2023 kommen könnten

In der Ressortabstimmung der Bundesregierung liegt ein Entwurf, wonach ab 2023 die Innovationsprämie nur noch für Kfz auszugeben ist, "die nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt haben". Das könnte einen Schwenk der Förderung auf reine E-Autos bedeuten (BEV und Brennstoffzelle). Sie dürften den Plänen zufolge bis 2025 gefördert werden.
Im Gespräch ist ein einheitlicher Fördersatz ab dem 1. Januar 2023; die Fördergrenze von 40.000 Euro entfiele, allerdings gäbe es einen Deckel bei einem Gesamtfahrzeug-Bruttopreis von 65.000 Euro inklusive Extras und Rabatt. Pro Auto würde es nur pauschal einen Bundesanteil von 4000 Euro geben, der ab 2024 auf 3000 Euro absinken würde. 
Für Gebrauchte, die für eine Förderung infrage kommen, soll die Förderung zunächst 3200 und ab 2024 noch 2400 Euro betragen. Sollten die Hersteller mitmachen, würde deren Anteil ab 2023 noch 2000 Euro, ab 2024 1500 Euro betragen. Damit würde die Förderung ab 2023 auf insgesamt 6000 Euro sinken, ab 2024 auf 4500 Euro. Die Mindesthaltedauer für geförderte Fahrzeuge dürfte den Plänen zufolge von sechs auf zwölf Monate steigen.

Was sich für Plug-in-Hybride 2023 ändern dürfte

Für Autos mit Plug-in-Hybridantrieb könnte gemäß des Plans von Bundeswirtschaftsminster Robert Habeck (Grüne) am 1. Januar 2023 die Förderung komplett entfallen. Das Problem liegt in der nur schwer erfassbaren rein elektrischen Fahrleistung, denn nur sie sorgt für den angestrebten Klimaeffekt.
Laut Ansicht der Bundesregierung sind die Fahrzeuge mittlerweile "marktgängig", bedürfen also keiner Förderung mehr. Damit sollten sich Kaufinteressenten für einen Plug-in-Hybriden zeitnah darum kümmern, ein lieferbares Fahrzeug zu bestellen.

Das sind die zurzeit besten E-Autos:

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
BMW iX
UVP ab 77.300 EUR, Ersparnis: bis zu 13.386  EUR
Kia EV6
UVP ab 44.990 EUR, Ersparnis: bis zu 14.069 EUR / im Leasing schon ab 274  EUR
Mercedes EQS
UVP ab 97.807 EUR, Ersparnis: bis zu 6152  EUR
Hyundai Ioniq 5
UVP ab 41.900 EUR, Ersparnis: bis zu 12.280 EUR / im Leasing schon ab 234  EUR
Audi Q4 e-tron
UVP ab 41.900 EUR, Ersparnis: bis zu 12.420 EUR / Leasing-Bestpreis: 89  EUR
Skoda Enyaq iV
UVP ab 34.600 EUR, Ersparnis: bis zu 11.584 EUR / Leasing-Bestpreis 124  EUR
Mazda MX-30
UVP ab 34.490 EUR, Ersparnis: bis zu 13.035 EUR / im Leasing schon ab 90  EUR
Smart EQ fortwo
UVP ab 21.940 EUR, Ersparnis: bis zu 8240 EUR / im Leasing schon ab 77  EUR
Tesla Model 3
UVP ab 46.560 EUR; Ersparnis: bis zu 7975 EUR / Leasing-Bestpreis 289 ,00 EUR
Opel Corsa-e
UVP ab 30.400 EUR; Ersparnis: bis zu 11.920 ,00 EUR
Volvo XC40 Recharge
UVP ab 48.650 EUR; Ersparnis: bis zu 9570 ,00 EUR

Welches Datum ist entscheidend für die Förderbewilligung?

Für die Bewilligung der Förderung maßgeblich ist die Zulassung des Fahrzeugs. Der Antrag muss binnen eines Jahres nach Erstzulassung gestellt werden.
Bislang wurden mehr als 1,125 Millionen Anträge auf Förderung gestellt. Damit wurde die Anzahl der E-Autos auf deutschen Straßen massiv angekurbelt, der Wandel zur Elektromobilität beschleunigt.
In den ersten vier Monaten des Jahres 2022 waren knapp 22 Prozent aller in Deutschland neu zugelassenen Fahrzeuge elektrifiziert, der Anteil von reinen Benzinern und Diesel betrug zusammen knapp 50 Prozent. Der Rest entfiel auf Vollhybride und Gasautos. Zahlen für Mai lagen zuletzt noch nicht vor. 

Wie viele Elektrofahrzeuge wurden bislang gefördert?

Weiterhin zeigt die Zahl der geförderten Fahrzeuge, dass batterieelektrische Autos (BEV) insgesamt stärker nachgefragt wurden als Plug-in-Hybride. Zum Stichtag 1. Mai 2022 wurden 686.909 reine E-Fahrzeuge gefördert, gegenüber 533.626 geförderten teilelektrifizierten Plug-ins, berichtete das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Mit den 269 geförderten Wasserstoffautos (Brennstoffzellenfahrzeuge) ergibt das 1.220.804 E-Fahrzeuge, die seit Beginn der Förderung 2016 bezuschusst wurden.

Renault Zoe mehr als 73.000 Mal gefördert

Das am meisten geförderte E-Auto in Deutschland seit 2016 ist mit 73.757 Anträgen der Renault Zoe, der zuletzt mit einer Null-Sterne-Wertung beim Euro NCAP Crashtest in die Schlagzeilen geriet (hier ein Kommentar dazu). Im Alltime-Ranking der Hersteller führt allerdings Volkswagen an (181.729) vor Mercedes-Benz (124.163), BMW (110.661), Renault (102.661) und Tesla (76.394).

Was soll die Elektro-Kaufprämie bewirken?

Um die Klimaziele 2030 zu schaffen, seien bis dahin sieben bis zehn Millionen E-Autos in Deutschland notwendig – so sieht es der "Masterplan Ladeinfrastruktur" der ehemaligen Bundesregierung vor.
Die Ampelregierung strebt nun zum Beginn der neuen Dekade 15 Millionen vollelektrische Pkw auf deutschen Straßen an. Die Autohersteller bringen derzeit immer mehr E-Autos auf den Markt, auch im Massenmarkt.

Bildergalerie

E-Auto bis 40.000 Euro
Skoda Enyaq iV 80
Peugeot e-2008
Kamera
E-Autos mit Förderung für 25.000 bis 40.000 Euro

Wie komme ich an die Elektro-Kaufprämie?

Die Prämie erhält, wer eine Rechnungskopie vom Autohändler sowie den Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorlegen kann. Das muss binnen eines Monats nach Eingang des Antrags beim BAFA geschehen.
Achtung: Um den Bonus vom Staat für ein E- oder Plug-in-Hybridauto zu bekommen, muss auf der Rechnung vom Autohändler stehen, dass der Hersteller eine Prämie in gleicher Höhe vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat.
Die Dokumente können beim Online-Antragsformular als Kopie hochgeladen werden. Eingeführt wurde der Umweltbonus 2016, seit der Erhöhung des Zuschusses durch die Innovationsprämie zogen die Zulassungszahlen elektrifizierter Fahrzeuge sehr stark an. Mit Material von AFP, dpa und Reuters