Das Auslaufen der staatlichen Förderprämie zum Kauf neuer E-Autos war für viele, die an Elektroautos interessiert sind, ein herber Schlag: Gaben doch zwei Drittel der Neuwagenkäufer in der Marktstudie "DAT Report 2024" an, erst die Förderprämie habe sie dazu gebracht, sich mit dem Thema Elektromobilität zu beschäftigten. Und für 33 Prozent kommt demnach der Elektroauto-Kauf ohne Prämie derzeit "nicht infrage".
Bedeutet das Förder-Aus nun ein Stoppschild für die Verbreitung von E-Autos? Zumindest hat die Streichung auch den Missbrauch beendet. Denn bis zuletzt wurden E-Autos – vermutlich mit Vorsatz – erworben, um sie nach kurzer Zeit mit Gewinn im EU-Ausland wieder zu verkaufen.

Auch 2023 wurde die Kaufprämie missbraucht

Immerhin hat der rapide Förder-Stopp den massenhaften Missbrauch der staatlichen Prämie beendet. Wie Experten kürzlich berechneten, wurden allein 2023 mehr als 138.000 Elektroautos mit reduziertem Kaufpreis erworben und nach dem Ablauf der vorgeschriebenen Haltedauer ins EU-Ausland verschoben. Rückschluss erlaubt die Bestandsliste des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA).
Eindeutiges Indiz für den fleißigen Export: Obwohl die Neuzulassungen von E-Autos kräftig stiegen, sanken die Bestandszahlen! So registrierte das KBA zur Jahreswende 2023/24 insgesamt 3039 Elektroautos der chinesischen Marke BYD, während allein im vergangenen Jahr 4139 Einheiten neu zugelassen wurden. Oder Polestar: Bestand zum Jahreswechsel 4636, Neuzulassungen im Vorjahr 6288! Besonders heftig zeigt sich das "Spiel" bei Tesla: Mehr als 18.000 Elektroautos der US-Marke "verschwanden" vom deutschen Markt.
Es scheint sicher, dass viele gewiefte Käufer den Umweltbonus kassiert und das geförderte Fahrzeug schnell weiterverkauft haben – in Märkte, wo die Preise höher waren, auch aufgrund geringerer oder gar keiner Förderung.
Hyundai Kona Elektro
Staatliche Förderung für den Hyundai Kona Elektro gibt es nicht, dafür aber 7000 Euro Rabatt vom Hersteller.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das Center of Automotive Research (CAR) in Bochum hatte für das Vorjahr bereits das ungefähre Missbrauchs-Level ermittelt. Laut offiziellen Zahlen wurden 2022 in Deutschland 470.559 vollelektrische Autos neu zugelassen. Der Fahrzeugbestand stieg im selben Jahr aber nur um 394.549 Autos. Das heißt: 76.010 E-Autos aus diesem Zulassungsjahr gelangten zwischenzeitlich ins Ausland, das entspricht 16,2 Prozent der 2022 neu zugelassenen Fahrzeuge. So wurden bis zum Ende der Förderprämie Steuergelder in dreistelliger Millionenhöhe abgezweigt.

Hohe Hersteller-Rabatte noch bis Ende März

Immerhin: Bis voraussichtlich Ende März 2024 hat eine Vielzahl von Herstellern eigene Förderprämien und Rabattprogramme ausgerollt, sodass Interessenten zunächst weiterhin vergünstigte E-Autos kaufen können. Fast alle Autohersteller gewähren seit Jahresbeginn hohe Nachlässe auf viele neue Elektromodelle. Diese Rabatte reichen zwar in der Breite nicht heran an die ehemalige Innovationsprämie. Sie laufen nach jetziger Planung am Quartalsende aus und sind freiwillig. Aber sie sind teils beachtlich. So reduziert Renault den Preis für den kompakten Megane E-Tech um bis zu 6700 Euro – damit kostet das Basismodell nun ab 35.600 Euro. Auch Hyundai reduziert den Preis für drei E-Modelle vorerst um 7000 Euro!
Und wer genau schaut: Vereinzelt gibt es diese kommunale Förderung für den Kauf eines neuen Elektroautos.

So fördern Städte den Kauf eines Elektroautos

Frankfurt (Oder)

Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) im östlichen Brandenburg geben beim Kauf eines Elektroautos 500 Euro dazu. Allerdings ist die Bewilligung an die Bedingung geknüpft, sich eine Wallbox des Stromversorgers zuzulegen. Somit handelt es sich eher um die Förderung einer Wallbox für alle Kunden der Stadtwerke, die sich ein Elektroauto zugelegt haben.

Limburg

Die hessische Stadt Limburg fördert den Kauf von Elektrofahrzeugen. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen: Wer sich ein gebrauchtes Elektroauto (Pkw, Kleinbus, Lieferwagen) anschafft, erhält bis zu 1000 Euro Beihilfe, maximal 25 Prozent des Nettopreises.
Wer ein neues Leichtfahrzeug mit Elektroantrieb der Klasse L1e bis L4e kauft, wird mit 500 Euro gefördert. Für ein Elektro-Leichtfahrzeug der Klasse L5e bis L7e gibt es bis zu 1000 Euro. Beispiel: Der Renault Twizy ist je nach Antrieb ein Leichtfahrzeug der Klasse L6e (bis 45 km/h) oder L7e (über 45 km/h).

Lindau

Die Stadtwerke von Lindau am Bodensee fördern den Kauf eines neuen Elektroautos mit 200 Euro. Bedingungen: Man muss Kunde sein und für mindestens drei Jahre einen Stromvertrag geschlossen haben. Es wird nur eine Förderung pro Jahr und Kunde gewährt. Es werden überdies nur Privatpersonen sowie kleine und mittelständische Unternehmen gefördert.

Solingen

Die Stadtwerke Solingen fördern den Kauf eines neuen Elektroautos mit 500 Euro. Käufer müssen einen Ökostromvertrag mit den Stadtwerken haben und dies durch einen Aufkleber "Ich fahre mit Ökostrom der Stadtwerke Solingen" gut sichtbar am Fahrzeug öffentlich bekennen. Die Aufkleber müssen volle 24 Monate am Fahrzeug verbleiben. Die Förderung wird nachträglich gewährt, sobald der Aufkleber angebracht ist.

St. Wendel

Die Stadtwerke St. Wendel (Saarland) fördern jedes Elektroauto eines Kunden mit jährlich 60 Euro über den Zeitraum von fünf Jahren, sodass sich die Beihilfe auf 300 Euro summiert. Dazu muss ein Stromvertrag abgeschlossen sein. Auch der Kauf eines E-Gebrauchtwagens wird subventioniert. Es werden auch Dienstfahrzeuge gleichermaßen gefördert. Für Plug-in-Hybride gibt es 30 Euro jährlich, also summa summarum 150 Euro. Pro Haushalt wird nur ein Elektroauto gefördert.

Versmold

Die Stadtwerke Versmold unterstützen den Kauf eines Elektroautos mit 300 Euro. Es wird kein Unterschied zwischen Neu- und Gebrauchtwagen gemacht, sodass auch ein elektrischer Gebrauchtwagen förderfähig ist. Das Auto darf aber ausschließlich der privaten Nutzung dienen. Bedingung ist außerdem (wie üblich) ein aktueller Stromvertrag mit den Stadtwerken.

Zweibrücken

In Zweibrücken wird der Kauf eines Elektroautos von den lokalen Stadtwerken mit 500 Euro gefördert. Das kann ein Pkw, aber auch ein Nutzfahrzeug mit Elektroantrieb sein. Bedingung ist wie immer ein aktueller Stromlieferungsvertrag mit den Stadtwerken Zweibrücken.

Was der Kaufprämien-Stopp für E-Auto-Käufer bedeutet

Ob eine bundesweite Förderung wieder aufgenommen wird, ist nicht absehbar. Für die Elektromobilität ist das Streichkonzert jedenfalls ein schwerer (Pauken-)Schlag. Dass mittlerweile die Lieferzeiten für E-Autos kürzer ausfallen, nützt da nichts. Experten bewerten das Auslaufen der Förderung als Rückschritt der Elektromobilität in Deutschland.

Kritik vom Verband der Deutschen Automobilindustrie

Das Auslaufen der Umweltprämie gefährdet nach Einschätzung des Branchenverbandes VDA den Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland. VDA-Präsidentin Hildegard Müller spricht von einer Fehlentscheidung, durch die das im Koalitionsvertrag festgehaltene Ziel in Gefahr komme, die Zahl der Elektroautos in Deutschland bis 2030 auf 15 Millionen zu steigern: "Die Koalition offenbart in ihrer Einigung eine fehlende langfristige Strategie für Wachstum, Wohlstand und Klimaneutralität."

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Diese Förderung bieten Hersteller an

Nach dem Förder-Aus reagierte eine Vielzahl von Autoherstellern auf die Kritik empörter Autokäufer: Sie zahlen für 2023 meist die volle, vorgesehene Fördersumme freiwillig aus eigener Tasche. Als Erstes kamen Stellantis und Kia damit heraus, Mercedes, Toyota, Hyundai und auch VW zogen nach. Auch könnte der Ausfall der Prämie gewiefte Autokäufer herausfordern, beim Kauf eines neuen Autos verstärkt einen Rabatt einzufordern.

Wie groß das Interesse an E-Autos zuletzt war

Der Elektro-Trend zeigt sich auch in der Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). In der Jahresbilanz 2023 wurden 524.219 batterieelektrische E-Autos neu zugelassen, das ist gegenüber den 470.559 Batterieautos im Jahr 2022 ein Plus von 11,4 Prozent.

So wurde der Kauf eines E-Autos gefördert

Wie viel Umweltbonus es 2023 gab

Das waren die bisherigen Regeln: E-Autos bis 40.000 Euro netto wurden bei Zulassung bis 17. Dezember 2023 noch mit 4500 Euro vom Staat bezuschusst. Bei einem Nettolistenpreis von über 40.000 bis 65.000 Euro waren es 3000 Euro. Der Herstellerzuschuss lag entsprechend bei der Hälfte (2250 Euro/1500 Euro).
Anspruchsberechtigt waren zuletzt nur Privatpersonen, also keine Unternehmen mehr, wie auch Selbstständige, Stiftungen, Körperschaften und Vereine. Auch Arztpraxen, Rechtsanwaltskanzleien, Architekturbüros und sonstige freiberufliche Einrichtungen waren zuletzt von der Förderung ausgeschlossen.

Elektro-Kaufprämie 2023*

Elektro-Kaufprämie 2023*
Elektroauto (BEV)
bis 40.000 Euro
4500 Euro**
2250 Euro**
6750 Euro**
Elektroauto (BEV)
40.000 bis 65.000 Euro
3000 Euro**
1500 Euro**
4500 Euro**
Elektroauto (BEV)
bis 45.000 Euro ab 01.01.2024
Plug-in-Hybrid
Keine Förderung
Keine Förderung
Keine Förderung

Gibt es noch Förderung für Plug-in-Hybride?

Seit dem Ende der Bundesförderung für Plug-in-Hybride brach der Verkauf dieser Antriebsart um gut 50 Prozent ein, der Marktanteil sank im Jahresverlauf auf rund sechs Prozent (2022 waren es noch 12 Prozent).
Trostpflaster: Der Steuervorteil bei der Dienstwagen-Regelung bleibt erhalten: 0,25 Prozent vom Kaufpreis/Monat werden bei E-Autos als geldwerter Vorteil angesetzt (Plug-ins 0,5 Prozent, Verbrenner 1,0 Prozent).
THG Prämie für Wallboxen
Die THG-Prämie bringt jährlich etwas Geld zurück, sowohl für E-Autos als auch für (öffentlich zugängliche) Wallboxen.
Bild: AUTO BILD MONTAGE Wallbox / Roman Rätzke

Wie groß war der Fördertopf für E-Autos?

Seit Einführung des Umweltbonus im Jahr 2016 wurden 2,23 Millionen elektrische und teilelektrifizierte Fahrzeuge staatlich gefördert (Stand: 1. Dezember 2023). Darunter waren 1,43 Millionen rein batterieelektrische Autos (knapp 64 Prozent) und knapp 805.000 Plug-in-Hybride (36 Prozent). Insgesamt zahlte das Bundesamt über zehn Milliarden Euro an Fördermitteln aus.
VW ID.3 Produktion
Die Produktion von E-Autos in Deutschland läuft zügig, die Lieferzeiten schrumpfen seit Monaten.
Bild: Volkswagen AG

Wie groß war der Boom bei E-Autos 2022?

Die Kürzung der E-Auto-Förderung führte zuletzt im Dezember 2022 zu einem Elektro-Boom: Mit 104.325 Einheiten wurden mehr rein elektrische Pkw neu zugelassen als Benziner (64.525) und Diesel (33.925) zusammen! Damals gab's letztmalig den Umweltbonus von bis zu 9000 Euro – 6000 Euro vom Staat und 3000 Euro vom Hersteller.

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Gibt es weitere Förder- und Verdienstmöglichkeiten?

Verdienstmöglichkeit durch die THG-Quote

Einen kleinen Zuverdienst bietet bislang die THG-Prämie. Hintergrund ist die gesetzlich festgelegte Treibhausgasquote (THG-Quote) für Unternehmen.
Dank des Handels mit Emissionszertifikaten ist für den Besitz eines umweltfreundlichen Elektroautos derzeit ein Zuschuss von rund 100 Euro drin – pro Jahr. Es lohnt sich also, alle Infos zur THG-Prämie genauer anzuschauen und die besten Anbieter zu checken.

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Wie hoch war der Umweltbonus für Elektroautos bis 17. Dezember 2023?

Der Umweltbonus 2023 betrug bis Auslaufen der Förderung bis zu 6750 Euro (4500 Euro vom Bund, 2250 Euro vom Hersteller) bei Kauf oder Leasing eines reinen E-Autos (BEV) oder eines Brennstoffzellenfahrzeugs mit einem Netto-Listenneupreis von bis zu 40.000 Euro. Für Elektro- oder Brennstoffzellenautos bis 65.000 Euro Nettopreis liegt der Zuschuss bei 4500 Euro (3000/1500 Euro). Ausschlaggebend war der Preis des Basismodells.
Der Herstelleranteil wird frühzeitig vom Nettopreis abgezogen, sodass private Autokäufer auch noch Mehrwertsteuer (19 Prozent) sparen. Bei einem Herstellerzuschuss von 2250 Euro sind dies 427,50 Euro (2250 Euro x 0,19).

Wie konnte man die Kaufprämie beantragen?

Anträge auf Förderung mussten bis einschließlich 17. Dezember 2023 online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Der Schriftweg steht nicht zur Verfügung. Antragsberechtigt waren seit 1. September 2023 nur Privatpersonen, die das Neufahrzeug auf ihren Namen zuließen.
Für die Bewilligung der Förderung maßgeblich ist die Zulassung eines neuen Fahrzeugs. Seit dem 18 Dezember nimmt das BAFA keine Anträge mehr an.
Um in den Genuss der Kaufprämie zu kommen, musste man ein E-Auto mindestens zwölf Monate behalten. Beim vorzeitigen Verkauf ist das BAFA unverzüglich zu informieren.
Das Fahrzeug darf nachweislich noch nicht durch den Umweltbonus oder eine vergleichbare staatliche Förderung in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union gefördert worden sein.

Was änderte sich am 1. September 2023 an der Förderung?

Vom 1. September bis 17. Dezember 2023 konnten nur noch Privatpersonen einen Antrag auf Förderung eines E-Autos stellen. Damit wurde der Kreis der Antragsberechtigten stark eingeengt; E-Autos für Unternehmen, Selbstständige, Stiftungen, Körperschaften und Vereine sind nicht mehr förderfähig. Auch Arztpraxen, Rechtsanwaltskanzleien, Architekturbüros und sonstige freiberufliche Einrichtungen sind jetzt von der Förderung ausgeschlossen.

Gibt es 2024 E-Auto-Förderung?

Die geplante staatliche Förderung ab 1. Januar 2024 entfällt. Allerdings springen die allermeisten Hersteller ein und steuern eine Käufprämie in ursprünglich geplanter Höhe aus eigener Tasche bei. Das Angebot einer Firmen-Kaufprämie gilt meist bis Ende März 2024. Hier sind Details der Hersteller-Förderprogramme.

Förderung, Kaufprämie, Umweltbonus oder Innovationsprämie?

Die Gesamtsumme der Förderung wird Umweltbonus oder auch Elektro-Kaufprämie genannt. Sie besteht aus einem staatlichen und einem Hersteller-Anteil. Der Betrag, mit dem der Staat seit Juni 2020 seinen Anteil verdoppelt, heißt Innovationsprämie.
Mit Material von AFP, dpa und Reuters