Wer sich jetzt für ein neues E-Auto interessiert, der muss sich bereits auf eine geringere Förderung durch die Elektro-Kaufprämie einstellen. Grund sind die langen Lieferzeiten, die eine Zulassung noch in diesem Jahr in den meisten Fällen unmöglich machen.
Denn: Die Förderung für reine E-Autos sinkt zum Jahreswechsel 2022/23 – und entscheidend für die Höhe ist das Datum der Zulassung. Plug-in-Hybride mit einem zusätzlichen Verbrennermotor an Bord werden ab 1. Januar 2023 gar nicht mehr gefördert. Aber immerhin: Das Förderprogramm läuft grundsätzlich weiter.

Die zurzeit besten E-Autos

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Audi Q4 e-tron
BMW iX
Hyundai Ioniq 5
Kia Niro EV
Kia EV6
Mazda MX-30
Opel Corsa-e
Skoda Enyaq iV
Tesla Model 3
Toyota bZ4X

Wie hoch wird der Umweltbonus 2023 und 2024 sein?

Ab 2023 gelten folgende Subventionsregeln: E-Autos bis 40.000 Euro netto werden statt wie bisher mit 6000 nur noch mit 4500 Euro vom Staat bezuschusst. Bei einem Nettolistenpreis von über 40.000 bis 65.000 Euro sind es nur noch 3000 Euro. Der Herstellerzuschuss sinkt entsprechend auf die Hälfte (2250 Euro/1500 Euro). Ab dem 1. September 2023 können nur noch Privatleute einen Antrag stellen.

So hoch ist die Umweltprämie bis 31.12.2022*

Fahrzeugtyp
Netto-Listenpreis Basismodell
Bundesanteil (verdoppelt)
Herstelleranteil (netto)
Gesamt (netto)
Abzweigung
Elektroauto (BEV)
Abzweigung
Abzweigung
Elektroauto (BEV)
Abzweigung
Abzweigung
Plug-in-Hybrid
Abzweigung
Abzweigung
Plug-in-Hybrid
Abzweigung
bis 40.000 Euro
40.000 bis 65.000 Euro
bis 40.000 Euro
40.000 bis 65.000 Euro
6000 Euro
5000 Euro
4500 Euro
3750 Euro
3000 Euro
2500 Euro
2250 Euro
1875 Euro
9000 Euro
7500 Euro
6750 Euro
5625 Euro

Elektro-Kaufprämie 2023 und 2024*

Fahrzeugtyp
Netto-Listenpreis (Basismodell)
Geplanter Bundesanteil ab 01.01.2023
Herstelleranteil (netto) ab 01.01.2023
Gesamt (netto) ab 01.01.2023
Geplanter Bundesanteil ab 01.01.2024
Herstelleranteil (netto) ab 01.01.2024
Gesamt (netto) ab 01.01.2024
Abzweigung
Elektroauto (BEV)
Abzweigung
Abzweigung
Elektroauto (BEV)
Abzweigung
Abzweigung
Elektroauto (BEV) ab 01.01.2024
Abzweigung
Abzweigung
Plug-in-Hybrid
Abzweigung
bis 40.000 Euro
40.000 bis 65.000 Euro
bis 45.000 Euro
alle Preisklassen
4500 Euro**
3000 Euro**
nicht mehr gefördert
2250 Euro**
1500 Euro**
nicht mehr gefördert
6750 Euro**
4500 Euro**
nicht mehr gefördert
3000 Euro***
nicht mehr gefördert
1500 Euro***
nicht mehr gefördert
4500 Euro***
nicht mehr gefördert

Ab dem 1. Januar 2024 dürfen förderfähige Elektroautos maximal 45.000 Euro netto kosten. Der Bundesanteil beträgt dann 3000 Euro, der Herstellerzuschuss entsprechend 1500 Euro. Der Kreis der Antragsberechtigten bleibt auf Privatpersonen beschränkt (genaue Förderregeln siehe unten).
Und, wie erwähnt: Die Förderung von Plug-in-Hybriden fällt am 1. Januar 2023 ganz weg. Steuervorteile von Elektroautos bei der Dienstwagen-Regelung sollen beibehalten werden.

Verdienstmöglichkeit durch THG-Quote

Ein klein wenig Trost könnte E-Auto-Interessenten eine andere Zuverdienstmöglichkeit bringen, die seit Jahresbeginn 2022 existiert: die THG-Prämie. Hintergrund ist die gesetzlich festgelegte Treibhausgasquote (THG-Quote) für Unternehmen. Dank des Handels mit Emissionszertifikaten ist für den Besitz eines umweltfreundlichen Elektroautos ein Zuschuss von mehreren Hundert Euro drin – pro Jahr. Es lohnt sich also, sich alle Infos zur THG-Prämie genauer anzuschauen und die besten Anbieter zu checken.

Wann ist die Kaufprämie aufgebraucht?

Insgesamt ist bei der Kaufprämie zur Förderung von Elektromobilität in Deutschland ein Ende abzusehen, denn der Fördertopf wird nicht wieder aufgefüllt, wenn er leer ist. Doch wann ist das der Fall? Im laufenden Bundeshaushalt sind noch 2,5 Milliarden Euro eingeplant. Sie dürften im Herbst 2023 aufgebraucht sein, prognostiziert Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center for Automotive Research (CAR).
Opel Astra Plug in Hybrid
Auch der Neuwagenkauf eines Opel Astra Plug-in-Hybrid wird ab 2023 nicht mehr mit dem Umweltbonus gefördert.
Nach Ansicht Dudenhöffers dürfte dann gerade der Markt für kleine und kompakte Elektroautos zusammenbrechen. Angesichts der Inflation werde niemand für einen batterieelektrischen Kleinwagen 35.000 Euro bezahlen. "Die Ampel und Minister Habeck ziehen dem Elektroauto den Stecker", so der Autoexperte.
Im Luxus-Segment der E-Autos seien die Kunden hingegen weniger preisempfindlich und zahlten die Listenpreise aus eigener Tasche. Einer CAR-Untersuchung zufolge waren die 15 beliebtesten E-Autos im August laut Listenpreis 14,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, was im Schnitt eine Preissteigerung um 5385 Euro bedeutete. Bei den meistverkauften Verbrennern stiegen die Preise nur um 12,5 Prozent.
Auch eine neue Dataforce-Analyse sagt voraus, dass die Förderbeschränkungen den Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland hemmen werden. Die Experten korrigierten ihre Prognose aus dem Mai 2022 nach unten – fürs Jahr 2024 rechnen sie in Deutschland mit rund 360.000 weniger E-Auto-Neuzulassungen als zuvor erwartet. Die Bestandsschwelle von zwei Millionen zugelassenen elektrischen Pkw werde erst 2025 überschritten.
Christian Lindner
Finanzminister Christian Lindner (FDP) verteidigte die schrittweise Abschaffung der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge.
Finanzminister Christian Lindner (FDP) stellt für den Umweltbonus letztmalig neue Mittel in Höhe von 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Hinzu kommen 0,9 Milliarden Euro an nicht verausgabten Altmitteln, sodass der Fördertopf auf insgesamt 3,4 Milliarden Euro gedeckelt ist. Sobald diese Mittel erschöpft sind, läuft die Kaufprämie aus. Nach genaueren Angaben des Wirtschaftsministeriums sieht der Haushaltsplan 2,1 Milliarden Euro für 2023 und 1,3 Milliarden Euro für 2024 vor.

Das sind die aktuellen Regeln

Derzeit erleichtern Staat und Hersteller den Kauf eines neuen lokal emissionsfreien Autos – also E-Autos, Wasserstoffautos und in begrenztem Maße auch Plug-in-Hybride – noch mit einer Kaufprämie von bis zu 9000 Euro. Hier folgen alle Infos zur aktuellen Förderung und die dazugehörigen Regeln!

Umweltbonus oder Innovationsprämie?

Die Gesamtsumme der Förderung wird Umweltbonus oder auch Elektro-Kaufprämie genannt. Sie beträgt bis zu 9000 Euro. Der darin enthaltene Betrag, mit dem der Staat seinen Anteil verdoppelt, heißt Innovationsprämie.

Welche Autos bekommen aktuell die Förderung?

Batterieelektrische Autos bis 40.000 Euro (Nettolistenpreis) werden von staatlicher Seite mit 6000 Euro gefördert, dazu kommt ein Herstelleranteil von 3000 Euro. Durch die Mehrwertsteuerersparnis können Autokäufer gar mit einem Zuschuss von 9570 Euro rechnen. Kostet das E-Auto zwischen 40.000 und 60.000 Euro (Nettolistenpreis), dann beträgt der Bundesanteil 5000 Euro plus 2500 vom Hersteller, also 7500 Euro. Die laut Förderrichtlinie geltende Prämie wurde von der Ampelregierung zuletzt bis Ende 2022 verlängert.

Wie hoch ist die Kaufprämie für Plug-in-Hybride?

Ebenfalls (noch) gefördert, wenn auch nicht ganz so stark, werden Plug-in-Hybride, weil sie dank des aufladbaren Akkus lokal emissionsfrei fahren können. Auch hier ist die Förderung nach Nettolistenpreis gestaffelt: Bei Fahrzeugen bis 40.000 Euro gibt es eine Bundesförderung von 4500 Euro plus 2250 vom Hersteller, macht 6750 Euro. Käufer von Plug-in-Hybriden zum Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro kommen in den Genuss einer reduzierten staatlichen Förderung von 3750 Euro plus 1875 Euro von den Herstellern, unterm Strich also 5625 Euro. Auch hier kommt noch eine Mehrwertsteuerersparnis hinzu.

Gibt es eine offizielle Förderliste?

In die Förderung fallen Neuwagen, die nach dem 3. Juni 2020 zugelassen wurden, oder Gebrauchtfahrzeuge, die erstmals seit dem 4. November 2019 und zum zweiten Mal nach dem 3. Juni 2020 zugelassen wurden. Entscheidend ist eine Förderliste, die beim BAFA, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, vorliegt.
Beantragt wird die Prämie über ein Online-Antragsformular. Auch geleaste E-Autos können gefördert werden; sie erhalten allerdings erst ab 23. Monaten Leasingdauer die volle Förderung, darunter wird die Prämie gestaffelt.
VW ID.3
Der VW ID.3 ist eines der meistgeförderten Elektroautos in Deutschland. Bald gibt es auch für ihn weniger Zuschuss.
Auch für nicht geförderte junge gebrauchte Elektrofahrzeuge kann die Förderung beantragt werden. Allerdings gibt es eine prozentuale Preisgrenze, die der Gebrauchte nicht überschreiten darf. Beim Nachweis der erfüllten Voraussetzungen kann ein DAT-Gutachten helfen. Alle Einzelheiten sind in einem Merkblatt des BAFA nachzulesen.

Was gilt beim Fahrzeug-Leasing?

Den Umweltbonus gibt es fürs private wie auch fürs gewerbliche Leasing. Allerdings wird der Betrag nach der Laufzeit gestaffelt. Dabei muss der Kunde für den Anteil des Bundes erst mit einer Sonderzahlung in Vorleistung treten. Diese lässt er sich mit dem Prämienantrag beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) später erstatten.
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Beim Antrag benötigt werden folgende Dokumente: der Leasingvertrag, die verbindliche Bestellung, die Kalkulation der Leasingrate, die Zulassungsbescheinigung Teil II und das Nachweispaket bei Gebrauchtwagen. Gewerbetreibende können den Bundesanteil auch direkt an den Händler abtreten, das Formular gibt es hier.

Wie lang ist die Haltedauer?

Um in den Genuss der Kaufprämie zu kommen, muss man ein E-Auto mindestens sechs Monate halten. Beim vorzeitigen Verkauf ist das BAFA unverzüglich zu informieren.

Wer die Förderung bekommen kann

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird.

Welches Datum ist entscheidend für die Förderbewilligung?

Für die Bewilligung der Förderung maßgeblich ist die Zulassung des Fahrzeugs. Der Antrag muss binnen eines Jahres nach Erstzulassung gestellt werden.

Wie viele Elektrofahrzeuge wurden bislang gefördert?

Bislang wurden mehr als 1,4 Millionen Anträge (Stand 1. September 2022) auf Förderung gestellt. Damit wurde die Anzahl der E-Autos auf deutschen Straßen massiv angekurbelt, der Wandel zur Elektromobilität beschleunigt.
Weiterhin zeigt die Bilanz, dass batterieelektrische Autos (BEV) insgesamt stärker nachgefragt wurden als Plug-in-Hybride. Zum Stichtag 1. September 2022 wurden 800.262 reine E-Fahrzeuge gefördert sowie 619.019 teilelektrifizierten Plug-in-Hybride, berichtet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Mit den 298 geförderten Wasserstoffautos (Brennstoffzellenfahrzeuge) ergibt das exakt 1.419.651 elektrifizierte Fahrzeuge, die seit Beginn der Förderung im Jahr 2016 bezuschusst wurden.

Was soll die Elektro-Kaufprämie bewirken?

Um die Klimaziele 2030 zu schaffen, seien bis dahin sieben bis zehn Millionen E-Autos in Deutschland notwendig – so sieht es der "Masterplan Ladeinfrastruktur" der ehemaligen Bundesregierung vor.
Die Ampelregierung strebt nun zum Beginn der neuen Dekade 15 Millionen vollelektrische Pkw auf deutschen Straßen an. Die Autohersteller bringen derzeit immer mehr E-Autos auf den Markt.

Bildergalerie

E-Auto bis 40.000 Euro
Skoda Enyaq iV 80
Peugeot e-2008
Kamera
E-Autos mit Förderung für 25.000 bis 40.000 Euro

Wie komme ich an die Elektro-Kaufprämie?

Die Prämie erhält, wer eine Rechnungskopie vom Autohändler sowie den Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorlegen kann. Das muss binnen eines Monats nach Eingang des Antrags beim BAFA geschehen.
Achtung: Um den Bonus vom Staat für ein E- oder Plug-in-Hybridauto zu bekommen, muss auf der Rechnung vom Autohändler stehen, dass der Hersteller eine Prämie in gleicher Höhe vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat.
Die Dokumente können beim Online-Antragsformular als Kopie hochgeladen werden. Eingeführt wurde der Umweltbonus 2016, seit der Erhöhung des Zuschusses durch die Innovationsprämie zogen die Zulassungszahlen elektrifizierter Fahrzeuge sehr stark an.
Mit Material von AFP, dpa und Reuters