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Wertmeister 2020

E-Autos und Plug-in-Hybride: Umweltprämie, Restwert, gebraucht, kaufen

Warum die Umweltprämie den Wert gebrauchter E-Autos auf Dauer mindert

Die verlängerte Kaufprämie macht neue E-Autos und Plug-in-Hybride günstig wie nie. Doch das senkt den Preis für gebrauchte Elektroautos – für lange Zeit!
Der Kauf eines neuen E-Autos wird von Staat und Herstellern dank der erhöhten Elektro-Kaufprämie mit bis zu 9000 Euro subventioniert, sogar bis Ende 2025. Daher zieht der Verkauf an: Im Oktober 2020 wuchsen die Neuzulassungen um 365 Prozent gegenüber dem Oktober 2019 auf 23.158 E-Autos. Das wird den Verkauf eines gebrauchten E-Autos dauerhaft erschweren, sagt die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) voraus.
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Wertmindernde Folgen für viele Jahre

So könnten die Folgen für den Gebrauchtwagenmarkt aussehen: "Wäre die aktuelle Prämie 2021 ausgelaufen, hätte es einige Jahre gedauert, bis sich das Preisniveau der gebrauchten elektrifizierten Fahrzeuge wieder erholt hätte. Durch die Verlängerung der Prämie bis 2025 wird daraus quasi ein Dauerzustand", prognostiziert Martin Weiss, Leiter der DAT-Marktbeobachtung. Ein Kaufinteressent wisse nun, dass er in den nächsten fünf Jahren ein fabrikneues E-Auto – und auch Plug-in-Hybride – immer zu einem stark rabattierten Preis erwerben könne. Das ziehe das gesamte Wertniveau gebrauchter E-Autos nach unten – vor allem bei ohnehin relativ günstigen Fahrzeugen, deren Neupreis durch den Umweltbonus teilweise um ein Drittel reduziert oder sogar halbiert werde. Für den Handel spitze sich damit die Lage zu, so Weiss.

Nachspiel auch beim Weiterverkauf von Plug-in-Hybriden

Plug-in-Hybride werden durch den Umweltbonus beim Neukauf mit bis zu 6750 Euro subventioniert.

©Toni Bader / AUTO BILD

Das Gleiche gilt auch für Plug-in-Hybridmodelle (PHEV) – also Autos mit Verbrennungsmotor und E-Antrieb, die extern aufladbar sind. Sie bekommen bis zu 6750 Euro Zuschuss, dazu Vorteile bei der Dienstwagenbesteuerung. Genau 20.127 Neuzulassungen weist die KBA-Statistik für den September 2020 aus, das ist gegenüber dem Vorjahresmonat ein unfassbares Plus von 463,5 Prozent! Die hohe Prämie könnte auch den Wiederverkaufspreis von Plug-in-Hybriden senken, fürchten Experten: "Wir haben große Bedenken, was die zukünftige Wertentwicklung anbelangt", sagte Andreas Geilenbrügge vom Restwert-Analysten Schwacke dem Fachportal "Kfz-Betrieb". Die Nachfrage nach Gebrauchtwagen werde vermutlich nicht so stark wachsen wie das Angebot am Markt. DAT-Fahrzeugbewerter Weiss sieht die Restwertentwicklung der Teilstromer ebenfalls skeptisch. Ob sich der etwas höhere Neupreis im Vergleich zu reinen Benzinern oder Dieseln bei der Weitervermarktung halten lasse, sei fraglich (hier gibt's die Wertmeister 2020).

Entspannung bei Plug-in-Restwerten erst in fünf Jahren

Ein weiterer Aspekt sei der Verbrauch, so Geilenbrügge. Dieser (und damit auch der CO2-Ausstoß) ist bei Plug-in-Hybriden in der Realität oft deutlich höher als angegeben. Abschreckend für Privatkunden sind nach Angaben der Experten auch die oft fehlende Lademöglichkeit zu Haus, das höhere Gewicht und der teils kleinere Kofferraum. "Damit fallen sämtliche Vorteile für die Verbraucher weg, und die Fahrzeuge werden unattraktiver", erklärt Weiss. Bei Schwacke rechnet man damit, dass die Restwerte der Plug-in-Hybride bis 2025 unter Druck bleiben.

Fotos: Sven Krieger / AUTO BILD

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