Neue Plug-in-Hybride (2020, 2021 und 2022)

Plug-in-Hybride in Deutschland: Beliebtheit, Trend

Kippt der Trend zu Plug-in-Hybriden in Deutschland bald?

Subventionen sei Dank: Nirgendwo sind Plug-in-Hybride so begehrt wie in Deutschland. Doch das könnte sich bald ändern, denn die Regeln werden strenger.
Kritiker werfen Plug-in-Hybriden (PHEV) vor, sie böten das Schlechteste aus zwei Welten. Sie seien schwerer als Benziner und Diesel und weniger grün als Elektroautos. Doch der Trend zur Technologie mit Verbrennermotor plus Stecker-Batterie ist ungebrochen. Zuletzt wurden mehr als 30 Prozent der europäischen PHEV in Deutschland zugelassen. Ein wichtiger Grund: Wer über 40 Kilometer rein elektrisch fahren kann, bekommt hierzulande steuerliche Vergünstigungen und eine imposante Kaufprämie von bis zu 6750 Euro.
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Doch Anfang 2022 werden die Richtlinien strenger. Steuerlich gefördert werden dann allein Plug-in-Hybride, die nach dem neuen WLTP-Verbrauchszyklus mindestens 60 Kilometer rein elektrisch fahren können. Daran hapert es aktuell bei den meisten Modellen. Längst hat es sich auch bis zur EU und in Bundesministerien herumgesprochen, dass viele Besitzer ihren Plug-in-Hybriden allein mit dem Verbrennungsmotor fahren und ihn gar nicht oder selten aufladen. Dann liegen die Traumverbräuche von einem oder zweieinhalb Liter für einen Kia XCeed PHEV (141 PS) oder einen Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid (700 PS) in weiter Ferne. So verbraucht ein PHEV aufgrund des Mehrgewichts sogar deutlich mehr als ein vergleichbarer Benziner – ganz zu schweigen von einem effizienten Dieselmotor (sechs Antriebe im Langstreckentest).

EU überprüft den Verbrauch jedes Fahrzeugs

Noch ist die Nachfrage groß, doch strengere Regeln könnten dem PHEV den Stecker ziehen.

©Toyota GmbH

Ob der Trend zu den Hybriden mit Stecker anhält, ist auch fraglich, weil der reale Flottenverbrauch durch sie nicht annähernd so stark sinkt wie durch Elektroautos. Denn die Autohersteller müssen künftig an offizielle Stellen reporten. Die Europäische Union hat sich das Recht einräumen lassen, den Verbrauch jedes einzelnen Autofahrers zu überprüfen. Das Ganze heißt FCM: Fuel Consumption Monitoring. Hierbei wird der reale Verbrauch im Fahrzeug aufgezeichnet und gespeichert. Dadurch will die EU-Kommission garantieren, dass die Autobauer Fahrzeuge bauen, die nicht nur auf dem Papier sparsam sind, sondern auch sparsam bewegt werden.

Angst vor einer Realsteuer

Am 1. Januar 2021 fiel die Ausnahmeregelung der Abgasprüfung gemäß Euro6d-Temp-ISC/Euro6d-ISC (so finden Sie Ihre Euro-Norm), seitdem müssen alle neu zugelassenen Fahrzeuge ihre Daten speichern. Die Abweichungen im Bordcomputer dürfen nunmehr maximal fünf Prozent vom Realverbrauch betragen. Jedoch ist weiterhin unklar, wie diese Daten kontrolliert werden sollen und was später mit ihnen passiert. Der ein oder andere Autofahrer dürfte ein Problem damit haben, dass sein Verbrauchsprofil – wenn auch anonymisiert – abgegriffen wird. Denn wenn der eigene Verbrauch öffentlich gemacht wird, wäre es mittelfristig leicht, eine Realsteuer abzugreifen, je nachdem wie sparsam der Autofahrer unterwegs ist. Dem Überwachungsstaat sind durch das Monitoring Tür und Tor geöffnet.

Bundestagswahl im September könnte Folgen haben

Mittlerweile mehren sich die Stimmen, die ein Ende der hohen Subventionen der Plug-in-Hybriden fordern. Einiges könnte sich bereits Ende 2021 ändern. Je nachdem, wie die Bundestagswahl am 26. September ausgeht, stehen die hohen Zuschüsse auf der Kippe. Und wenn die bis 2025 geplanten Vergünstigungen stufenweise heruntergefahren oder gar abgeschafft werden, würde das die Autohersteller mit einem besonders hohen PHEV-Anteil stark unter Druck setzen.

Autor: Stefan Grundhoff

Fotos: Christoph Börris / AUTO BILD

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