Elektroautos auf Benziner-Preisniveau
Diese E-Autos kosten nicht mehr als vergleichbare neue Verbrenner

Die Zeit ist vorbei, in der Elektroautos deutlich teurer waren als Verbrenner. Seit Jahren sinken die Preise für E-Autos. Diese liegen jetzt auf dem Preisniveau vergleichbarer Verbrenner!
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Ein weiterer Meilenstein der Mobilitätswende ist erreicht: Eine ganze Reihe vollelektrischer Neuwagen sind mittlerweile nicht teurer als vergleichbare Autos mit Verbrennungsmotor. Aktuelles Beispiel: der Mercedes GLC. Den Anfang machte Skoda im Frühjahr 2025.
Es folgt der VW ID.3, der dank Prämie jetzt günstiger ist als der VW Golf. Als der kompakte Elektro-VW Ende 2019 auf den Markt kam, kostete das Einführungsmodell ID.3 1st mindestens 39.995 Euro – und war damals rund doppelt so teuer wie der günstigste Verbrenner-Golf mit nahezu identischen Abmessungen. Auch das hat sich geändert, ein weiteres Argument gegen Elektroautos ist hinfällig.
Elektroauto-Preise hängen an Akkukosten
Im Laufe der Jahre schrumpfte der Elektroauto-Aufpreis kontinuierlich. Das lag zum einen am Umweltbonus von Bundesregierung und Autoindustrie, der in mehreren Stufen schrittweise erhöht wurde und schließlich 9000 Euro erreichte. Ende 2023 wurde die Förderung abrupt gestrichen – doch die Preisparität rückte näher.
Das liegt auch an den sinkenden Batteriekosten. Denn den Preisunterschied zwischen E-Autos und Verbrennern machen im Wesentlichen die teuren Lithium-Ionen-Akkus aus. Und genau hier sinken die Kosten für Stromspeicher seit Jahren kontinuierlich – wegen Skalierungseffekten und des technologischen Fortschritts. Ein weiteres Absinken wird allgemein erwartet.
Der Skoda Elroq machte den Auftakt
Wann war die erste Preisparität da? Schwer zu sagen. Skoda könnte den Anfang gemacht haben: Als mit dem Kompakt-SUV Elroq Anfang 2025 das zweite Elektro-Modell der Marke auf den Markt kam, preisten die Tschechen es 30 Euro unterhalb des ähnlich großen Skoda Karoq in der kleinsten Benziner-Ausführung ein.

Der Skoda Elroq machte wahrscheinlich den Anfang in puncto Elektro-Verbrenner-Preisparität: Das Einstiegsmodell kostet ab 33.900 Euro – und ist damit laut Preisliste 30 Euro günstiger als der etwa gleich große Karoq mit Benzinantrieb.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der TSI-Turbobenziner des Karoq leistet 115 PS. Spitzentempo: 193 km/h. Der elektrische Skoda Elroq, der in Tschechien gebaut wird, hat einen Elektromotor mit 170 PS an Bord und ist für 160 km/h gut. Natürlich besteht auch noch ein Unterschied beim Verbrauch: Der Elroq-Akku ist an der Schnellladesäule nach minimal 20 Minuten wieder aufgeladen, der Tank des Karoq dürfte an der Zapfsäule in wenigen Minuten randvoll sein. Allerdings muss man an der klassischen Tanke noch zur Kasse, während Charge & Go mit dem E-Auto das sofortige Abfahren ermöglicht; die Rechnung wird elektronisch beglichen.
Elektro-GLC 81 Euro günstiger als Hybridmodell
Ein weiteres Beispiel für die drastisch sinkenden Preise von Elektroautos: der neue Mercedes GLC: Das Auto war noch nicht auf dem Markt, da hatte Mercedes bereits versprochen, dass die Akkuversion nicht teurer wird als der Benziner. Jetzt wurden die ersten Preisbeispiele genannt. Und voilà, die Schwaben bleiben bei ihrem Vorhaben: Die bisherige Topversion – die regelmäßig als Erstes bei Modellwechseln in den Handel kommt – wird als Elektro-SUV 71.281 Euro kosten.

Der Mercedes GLC 400 4Matic mit Elektroantrieb ist sogar ein Stückchen günstiger als das vergleichbar motorisierte Hybridmodell 400 e 4Matic: Der Unterschied beträgt exakt 81 Euro.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Damit ist der GLC 400 4Matic exakt 81 Euro günstiger als die Hybridversion 400 e 4Matic. Der Preis für ein Abendessen zu zweit. Und die Leistungsdaten unterscheiden sich geringfügig: Der Elektro-GLC kommt auf 210 km/h, sein 94 kWh großer Akku ist in nur 22 Minuten wieder voll. Außerdem kann der elektrische GLC bereits V2L, ist also als Stromspender für Haushalts-Gegenstände wie Computer, Kaffeemaschinen oder auch zum Laden des E-Bikes nutzbar. Ein Verbrenner kann das nicht!
Mini ist Mini ist Mini – jedenfalls beim Preis
Anfang 2024 kam das neue elektrische Mini-Modell, gefertigt in einem Joint-Venture zwischen BMW und dem chinesischen Auto-Giganten Great Wall Motor, auf den Markt. Die Plattform nutzt auch der Ora 03. Kurz danach kam auch der – vermutlich letzte – Benzin-Mini heraus, der fast dieselben Abmessungen hat wie sein elektrischer Halbbruder. Der Cooper E mit 184 PS starkem Frontantrieb und 36,8 kWh kleinem Akku (der ihn als Stadtauto ausweist) ist 3,85 Meter lang, während der Cooper Typ F66 mit 156 PS zwei Zentimeter mehr mitbringt.

Still und heimlich hat sich auch bei Mini Preisparität eingeschlichen: Der elektrische Mini Cooper E kostet ab 28.150 Euro, den Cooper C mit Benzinmotor gibt es zum selben Preis.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Beide kosten in der Grundversion ab 29.150 Euro. Die hat drei Türen, den Fünftürer gibt es bisher nur als Benziner. Ein weiterer Unterschied ist die Endgeschwindigkeit: Der Elektro-Mini ist auf 160 km/h gedrosselt, um den Akku zu schonen. Der Benziner bringt es auf 225 km/h – aber braucht man das im städtischen Umfeld? Eben.
VW-Prämie macht den ID.3 konkurrenzfähig
Der VW ID.3 ist die – markeninterne – Antwort auf den Golf, und bei genauerem Hinsehen ähnelt er dem langjährigen Bestseller auf erstaunliche Weise. Nicht nur in den Abmessungen, auch im Platzangebot ergeben sich viele Parallelen. Den Preis hat VW seit Abschaffung der Förderprämie künstlich gestützt, damit eine – annähernde – Preisparität zustande kam. Seit 1. Januar 2026 wird der Kauf des ID.3 sogar mit 4000 Euro "ID.Kaufprämie" vom Hersteller gefördert. Das lässt den Basispreis für das Modell "Pure" mit 170 PS und 52-kWh-Akku auf 29.330 Euro schrumpfen.

Die (annähernde) Preisparität funktioniert bisher nur dank Sonderpreis: VW fördert den kompakten ID.3 mit 4000 Euro Nachlass, damit ist er ganze 65 Euro billiger als der günstigste Golf.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Damit wird der ID.3 Pure exakt 65 Euro billiger als der günstigste Golf 1.5 TSI OPF mit 116 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe. Der Rabatt gilt übrigens nicht nur für Wunsch-Autos aus dem Konfigurator, sondern auch für vorkonfigurierte Bestandsfahrzeuge und Vorführwagen. Die "ID.Kaufprämie" muss über die VW-Homepage beantragt werden. Eine Nachricht mit individuellen Kundendaten geht an den Hersteller, der weist dann einen nahe gelegenen Händler an, sich mit dem Interessenten in Verbindung zu setzen. Übrigens gibt es auch für ID.4 und ID.5 die 4000 Euro Abzug, für den Mittelklassewagen ID.7 sogar 5000 Euro. Das Angebot ist bis 31. März 2026 beschränkt.
Gedankenspiel: Wer gern Automatik fährt, der bekommt dieses Feature beim Elektroauto gratis – den Golf gibt's erst ab Ausstattungsstufe "Life" (31.640 Euro) mit Automatikgetriebe. Dazu gehört aber auch die andere Seite der Medaille: Den ID.3 gibt's nie mit Handschaltung, weil das bauartbedingt bei Elektroautos keinen Sinn ergibt.
Doppelsieg des Cupra Born gegen den Leon
Cupra schafft es sogar ohne hausinterne Prämie, den sportlichen Elektro-Kompakten Born ab 400 Euro günstiger anzubieten als den gleich großen Leon. Das Schwestermodell vom ID.3, das allerdings 34 PS stärker ist, kostet in der kleinsten Version "Born 60" 36.450 Euro. Diese Konfiguration hat 204 PS und den etwas größeren Akku mit 60 kWh (statt 52 kWh wie im kleinsten ID.3 "Pro") an Bord. Das befähigt zu beeindruckenden Fahrleistungen: In 7,7 Sekunden beschleunigt der kompakte Spanier (4,32 m) von 0 auf 100 km/h, die Reichweite laut WLTP beträgt 428 km.

Auf der Kurzstrecke ist der Elektro-Cupra 1 Sekunden schneller als der Leon mit 1.5 Turbobenziner. Bei der Reichweite hat der Verbrenner (noch) die Nase vorn.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der vergleichbare Cupra Leon kostet 37.050 Euro. Er ist sechs Zentimeter länger und hat einen 150 PS starken TSI-Vierzylinder unter der Haube. Der bringt den kleinen Kampfstier in 8,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h – eine Sekunde langsamer als der Born. Ein Doppelsieg für das E-Auto. Allerdings: Im Marathon hat der Leon den längeren Atem, sein Tank reicht – nach WLTP – für 818 km.
Fazit
Lange war der spürbare Preisunterschied ein Totschlag-Argument gegen den Kauf eines Elektroautos. Das ändert sich, und der Kauf der Batterietechnik wird für alle Rechenfüchse interessant. Abgesehen davon, dass E-Autos auf lange Sicht ohnehin günstiger sind als Verbrenner, weil ihre Energiekosten niedriger sind und die Motoren haltbarer. Aber das glaubt eben nicht jeder. Doch Zweifler könnten jetzt auf die Preislisten schauen. Überzeugt das nicht?
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