Elektroautos pro Jahr bis zu 1600 Euro pro Jahr günstiger als Verbrenner: Studie
Die meisten Deutschen wären im E-Auto günstiger unterwegs

Bild: FCA
Sinkende Kosten auf der einen, steigende auf der anderen: Die Elektromobilität ist inzwischen so günstig, dass 60 Prozent der Autofahrer in Europa mit einem E-Auto günstiger fahren würden als mit einem Verbrenner oder Plug-in-Hybrid.
Das hat eine Studie des internationalen Beratungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG) im Auftrag des französischen Verbands der Ladenetzbetreiber "Charge France" ermittelt. Mitglieder der Anfang 2025 gegründeten Lobby sind 18 Ladenetzbetreiber, darunter Ionity, Fastned und Allego. Hier der aktuelle Check der Charging Point Operatoren zum Schnellladen.
Nach Berechnungen der Studienautoren liegen die Betriebskosten für Elektroautos inzwischen niedriger als diejenigen von Verbrennern, selbst wenn Benzin nur 1,00 Euro pro Liter kosten würde. Zwar seien die Anschaffungskosten für E-Autos bisher höher als die von Verbrennern oder Plug-in-Hybriden. Doch aufgrund der Einsparungen im Betrieb würden Haushalte mit einem Elektroauto – eine Haltedauer von fünf Jahren zugrundegelegt – im Vergleich zu Plug-in-Hybridautos bis zu 1600 Euro pro Jahr sparen.
Zwei Strompreise als Berechnungsgrundlage
Die Modellrechnung legt eine Mischkalkulation für Ladestrom in Höhe von 0,38 Euro pro Kilowattstunde zugrunde. Laut dem Energieversorger Lichtblick kostet Ladestrom an normalen Wechselstrom-Ladesäulen in Deutschland aktuell durchschnittlich 0,52 Euro/kWh. In den meisten EU-Ländern ist Strom deutlich günstiger als in Deutschland. Insofern ist die Anwendbarkeit auf hiesige Lebenshaltungskosten nur in Teilen wirksam.
Doch die Studie hat noch ein alternatives Preismodell berechnet, das für die aktuelle Situation in Deutschland anwendbar ist – und auch dabei sind Elektroautos bereits wirtschaftlicher als Verbrenner: Im Falle von Langstrecken-Fahrten im E-Auto legten die Studienautoren einen Ladestrompreis von 0,69 Euro zugrunde. Hier erreichte das Batteriefahrzeug ab einem Kraftstoffpreis von 1,55 Euro pro Liter die höhere Wirtschaftlichkeit. Als durchschnittliche Jahresfahrleistung wurden für den Vergleich jeweils 12.000 KIlometer angenommen.

Der Studie zufolge ist der Betrieb eines Elektroautos, das mit durchschnittlich 0,69 Euro/kWh öffentlich geladen wird, billiger als derjenige eines Benziners für 1,55 Euro pro Liter.
Bild: DPA
Aufgeschlossenheit für Elektroautos wächst
Auch seien immer mehr Menschen bereit für die Mobilitätswende: Demnach können sich 59 Prozent der Autofahrer in Europa vorstellen, als nächstes Fahrzeug ein Elektroauto zu kaufen, wenn wesentliche Kritikpunkte hinsichtlich Reichweite, Ladezeit, Wiederverkaufswert und Anschaffungskosten gelöst seien.
Schließlich hebt die Studie auch die Vorteile bei der Umweltbilanz hervor: Ein E-Auto stoße in Europa durchschnittlich dreimal weniger CO₂ aus als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. In Frankreich seien es aufgrund des dortigen Energiemix sogar bis zu neunmal weniger (in Frankreich wird aktuell etwa 70 Prozent des öffentlichen Stroms aus Atomenergie gewonnen, die laut europäischen Regeln als klimaneutral gilt).
Im Gegensatz dazu fahren Plug-in-Hybride laut der Studie nur sehr selten im Elektromodus (45 bis 50 Prozent der Zeit bei Privatfahrzeugen, 10 bis 15 Prozent bei Firmenwagen). Sie verursachen überdies höhere Betriebskosten und über ihren gesamten Lebenszyklus bis zu doppelt so viel CO₂-Emissionen wie Elektroautos.
Milliarden-Einsparungen durch sinkende Ölimporte
Auch die makroökonomischen Auswirkungen von Elektromobilität seien erheblich, stellen die Urheber der Untersuchung fest: Durch die Elektrifizierung des Fahrzeugbestands ließen sich die europäischen Ölimporte bis 2035 um fünfzehn Prozent verringern. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von 40 bis 45 Milliarden Euro.
In Konsequenz der Studienergebnisse fordert Charge France die europäischen Behörden auf, die Pläne zum Verbrenner-Aus ab 2035 aufrechtzuerhalten. Mehr noch: Bis 2035 sei es möglich, den Anteil vollelektrischer Autos auf den Straßen des Kontinents auf hundert Prozent zu steigern. Dazu müssten die steuerlichen Erleichterungen für sie beibehalten, die in Europa noch teilweise gewährte Förderung für Plug-in-Hybride aber gestrichen werden.
Die Initiative des Verbands ist als Reaktion auf die jüngsten Bemühungen der europäischen Autohersteller zu verstehen, das Verbrenner-Aus der EU zu verschieben.
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