Von einer Premium-Marke erwartet man, dass sie besondere Qualität unter Beweis stellt – auch, oder besser erst recht in einem Dauertest. Und tatsächlich haben Mercedes-Modelle hier bislang nicht enttäuscht. Bester Beweis: Eine A-Klasse der dritten Generation, die vor 16 Jahren zum Test gestartet ist, läuft noch immer und hat in Kürze ohne größere Probleme 500.000 Kilometer abgespult.
Einziger kleinerer Makel, wenn man es denn so bezeichnen will, ist die Note 2- für die alte B-Klasse der zweiten Generation. Doch selbst die fuhr ohne Panne ins Ziel, wurde lediglich mit einigen Minuspunkten für das Missverhältnis zwischen Preis und Komfort von den Test-Fahrern abgestraft.
Hier kommt unser Überblick mit allen Mercedes-Modellen, die seit Einführung des aktuellen Test-Schemas im Jahr 2014 den Dauertest durchlaufen haben.

Mercedes A (4. Gen.) 220 d – Note 1

Mercedes A-Klasse 220 d
Reife Leistung. In der Redaktion hat sich der A 220 d als schneller und komfortabler Begleiter viele Freunde gemacht.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Keine Liegenbleiber, keine Pannen – und auch bei der Abschlusszerlegung keine ernsthaften Schwächen: Der Innenraum wirkte nach 100.000 Kilometern noch immer vergleichsweise frisch. Am Unterboden zeigte sich ein dezenter Rostansatz, und aus der Klimaleitung waren etwa 170 Gramm Kältemittel entfleucht – alles nicht dramatisch. Eher Zeichen eines bewegten Autolebens. Zum Testbericht

Mercedes V (3. Gen.) 220 CDI – Note 1-

Mercedes V 220 d
Mercedes V-Klasse: Der Luxusriese packt fast alles, nun auch den harten Alltag!
Bild: Roman Raetzke
Die V-Klasse ist ein Riese in puncto Platz und Reisekomfort, trotz harter Einsätze gab es keinen Ausfall. Die Qualität ist besser als beim Vorgänger. Doch ihre Robustheit störte, wenn Leichtigkeit gefragt war: Überschwere Sitze begrenzen die Variabilität, einige Klappergeräusche begleiteten den Dauertest. Das passt nicht ganz zu Preis und Anspruch. Zum Testbericht

Mercedes C (4. Gen.) 250 d 4Matic T – Note 1-

Mercedes C250 d T-Modell
Die bequemen Sitze, der hohe Komfort und der kräftige Diesel machen die C-Klasse zu einem exzellenten Langstreckenauto.
Bild: Roman Rätzke / AUTO BILD
Obwohl das T-Modell bis unters Dach mit sensibler Technik vollgestopft ist, hielt fast alles bis zum Schluss. Ausgerechnet auf der letzten Fahrt blinkte eine Warnleuchte im Cockpit auf: Ausfall des Spurhalte-Assistenten. Diagnose bei der Demontage im Stuttgarter Werk: Nicht der Assistent war defekt, sondern nur ein Sensor. Trotzdem: drei Strafpunkte in der Endwertung.
Die Untersuchung per Endoskop attestierte dem Mercedes beste Gesundheit und eine lange Lebenserwartung. Was uns am meisten beeindruckte, war die Qualität der Materialien im Innenraum. Nach stressigen 100.000 Kilometern sah die C-Klasse innen fast noch aus wie nach dem ersten Wochenendausflug. Zum Testbericht

Mercedes A (3. Gen.) 180 – Note 2+

Mercedes A 180
Diese A-Klasse läuft immer noch: Ohne Kilometer-Grenze zum Dauertest angetreten, hat der A 180 jetzt bald die habe Million voll.
Bild: Toni Bader
2013 schickte AUTO BILD die A-Klasse zusammen mit einem Golf 7 ins Rennen – diesmal ohne Kilometerbegrenzung, das heißt, kein vorgesehenes Testende bei 100.000 Kilometern. Zwischennote für die A-Klasse nach 200.000 Kilometern: 2+. Keine Störungen, keine außerplanmäßigen Reparaturen, nichts. Völlig relaxt nahm er die 200.000er-Grenze – und hat inzwischen fast eine halbe Million erreicht. Für den Golf war nach Schäden an zwei Kolben bei Kilometer-Stand 287.147 Schluss. Zum Testbericht

Mercedes E (5. Gen.) 220 d T – Note 2

Mercedes E 220d T-Modell
Zügig reisen, entspannt ankommen, wenig verbrauchen: Das Mercedes E 220 d T-Modell begeisterte im Dauertest.
Bild: Uli Sonntag / AUTO BILD
Die Zerlegung nach Erreichen der 100.000 Kilometer deckte keinerlei Schwachpunkte auf. Warum die E-Klasse trotzdem "nur" eine 2 erhielt? Schon bei Kilometerstand 15.328 streikte die GPS-Antenne und ließ den Benz ohne Navi dahin trudeln. Schuld war ein undichtes Spiegelgehäuse (darin steckt die GPS-Antenne). Noch bitterer: Kurz vor Testende streikte die CO₂-Klimaanlage. Daher gab es für die E-Klasse "nur" die Note 2. Da wäre mehr drin gewesen. Zum Testbericht

Mercedes B (2. Gen.) 200 CDI – Note 2-

Mercedes B 200 CDI
Der B 200 CDI hat zwar gehalten – aber nicht, was er verspricht. Ein Mercedes muss mehr bieten.
Bild: Christoph Boerries
Ohne Panne über 100.000 Kilometer – so weit, so gut. Eine ordentliche Zuverlässigkeit wollen wir der B-Klasse nicht absprechen. Unsere Erwartungen hat sie aber dennoch nicht erfüllt. Ein Mercedes für 46.000 Euro muss komfortabel und souverän fahren – auch dann, wenn es keine E-Klasse ist! Und da war er eben nur Mittelmaß. Zum Testbericht
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