Nachhaltigkeit, das bedeutet nicht nur Elektroantrieb und veganer Innenraum. Nachhaltig ist auch, nur so viel Auto zu fahren, wie man braucht. Ein Gedanke, den schon Sir Alec Issigonis – bei ihm hervorgerufen durch die Suez-Krise – verfolgte, als er den Ur-Mini ersann. Über sechs Jahrzehnte später sind es andere Herausforderungen, der Umweltschutz, der Platzmangel in den Großstädten oder das Auto als Lebensraum, die die Marke Mini und ihren Chef Bernd Körber (46) umtreiben. Und die jetzt in einer neuen Strategie mit dem Sympathie erheischenden Schlagwort "Big Love" münden.
Seine große Liebe will Mini künftig deutlich ausdrücken und natürlich auch bei den Kunden wecken. Liebe für was? Bernd Körber zählt auf: Zuerst einmal für den Planeten. Heißt: Mini will nachhaltige Autos bauen, ohne Verzicht. Leder raus, Strick rein, saubere Antriebe, Premium-Ambiente und auch heute noch: nur so viel Auto wie nötig. Aber auch für die Menschen gibt es Big Love: Mini-Fahrer seien ein eigener Schlag, die Marke will den Community-Gedanken stärken, Fahrer zusammenbringen.
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Mini Vision Urbanaut (2021): Neuvorstellung - Concept - Bus - Studie

Erster Check im Mini-Bus


2025 kommt der letzte neue Verbrenner von Mini

Zu guter Letzt geht es um Liebe zum Fortschritt: Auch bei Mini geht alles in Richtung Elektrifizierung, in jeder Baureihe wird es bald ein Batterieauto geben. 2025 kommt der letzte neue Verbrenner, spätestens zu Beginn der 2030er-Jahre gibt es nur noch E-Autos. Dazu kommt das autonome Fahren, nur so lässt sich eine Vision wie der Urbanaut vielleicht irgendwann realisieren. Bis das fahrende Raum-Schiff Wirklichkeit werden kann, dauert es zwar noch. Erst mal steht 2023 der neue Mini in den Startlöchern. Der Verbrenner kommt wie immer aus Oxford, die E-Version erstmals aus China. Auch das SUV Countryman wird 2023 neu aufgelegt, gebaut wird er in Leipzig, auch elektrisch.
Mini Cooper - Mini Future Strategie
Ab 2025 will Mini nur noch Autos mit Akkuantrieb bauen.

Alte Minis sollen elektrifiziert werden

Dazwischen sieht Mini noch Platz für ein neues Crossover, das nur noch als E-Modell vorfährt. Dazu könnten um das Jahr 2025 herum noch verschiedene Derivate kommen. Je nach Modell stellt Körber Reichweiten zwischen 300 und 600 Kilometern in Aussicht. Und er ergänzt: "Auch für die Sportmarke John Cooper Works steckt in der Elektrifizierung viel Potenzial." Zu Minis Big-Love-Idee gehört aber auch die Pflege der Historie: Ab 2022 wollen die Münchner mit britischen Wurzeln alte Mini in ihrem Werk in Oxford elektrifizieren. Wenn das keine Liebe ist ...

Von

Michael Gebhardt