Wissen Sie, wann das Wort "Camping" am meisten gegoogelt wird? Im  Juni, Juli und August! Schon jeder 7. Deutsche geht gerne campen (11,49 Mio.), jeder 3. von ihnen hat einen eigenen Wohnwagen oder ein Wohnmobil. Wo? Es gibt 2862 Campingplätze und 209.103 Stellplätze in Deutschland.

Bayern hat die meisten Campingplätze (421), Mecklenburg-Vorpommern die meisten Camper pro Einwohner. Hauptgrund fürs Campen: die Nähe zur Natur. Haupt-No-Go? Die schlechte oder nicht vorhandene Sanitäranlage. 
Genug gezählt, Sie sind Camping-Anfänger bzw. wollen es werden? Hier gibt's den Schnell-Kurs!
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Wohnwagen oder Wohnmobil? 

Die wichtigste Entscheidung! Das Wohnmobil, egal ob VW Bus mit Camping-Ausstattung oder fettes WoMo mit sechs Schlafplätzen, boomt. Man muss nicht Tempo 100 (oder gar 80) fahren wie die Wohnwagen-Zieher, man braucht kein Auto mit Anhängerkupplung. Und auch unter Gebraucht-Mobilen ist das Angebot gewaltig.
Nachteil: Anschaffung dreimal so teuer. Und will man mal was angucken oder einkaufen, muss das ganze Gerödel am Platz wieder abgebaut werden.
Wohnwagen Bürstner Premio
Unterschätzter Vorteil des Caravans: Er bleibt stehen mit allem Krimskrams – das Auto bleibt für Ausflüge, Einkaufstouren oder Heimfahrten.
Schnell mal losfahren – das können nur die Wohnwagenfahrer – ist der Wohnwagen mal abgestellt, ist das Auto frei. Tipp: Wohnwagen gibt es auch gebraucht! Und natürlich sollte auch das passende Zugfahrzeug vorhanden sein.

Dusche, Bad oder Campingklo? 

Gut, wenn es drin ist. Mit Kindern geht es nicht ohne Toilette, niemand will die Kleinen nachts über den Platz zum WC-Haus scheuchen. Sie werden sich wundern, was es alles an tragbaren Klos gibt und wie gut es riecht. Tipp: Thetford's PortaPotti gibt es ab 70 Euro aufwärts, dazu zwei Flaschen Bio-Chemie.
Die Entsorgung übernehmen übrigens zu 99 Prozent die Männer auf dem Campingplatz, nur mal so eingestreut als Beobachtung, nicht als Bewertung.

Was muss alles mit an Bord?

Die Ausrüstung? Einfach alles zu Hause aus dem Schrank in den Camper packen, ist nicht. Zu schwer. Camper lernen: Alles, was viel wiegt, fliegt raus. Also: Melamin-Geschirr, Plastikgläser, leichtes Besteck, leichte Töpfe. Bürste, Geschirrspülmittel (was auch mit kaltem Wasser Fett löst), auflösbares Toilettenpapier, Lappen, Handtücher, Bettzeug für alle, Zusatzdecke, Wäscheleine statt Wäscheständer mit Clips, Kabeltrommel (nicht sparen, kostet um die 120 bis 150 Euro, dafür Stecker für ganz Europa mit dabei), Multiwerkzeug mit Gummihammer, Panzerklebeband, Taschenlampe, Spanngurte, Licht für draußen.
Mercedes EQV Camping-Umbau von Sortimo Walter Rüegg AG // PLC
Es gibt bereits die ersten vollelektrischen Camper: Hier der Mercedes e-Vito mit einem Einbau von Sortimo, zu dem auch ein elegantes Hubdach mit Bett gehört.
Kochstelle: Gas immer besser als Strom, sagen die Camper, weil nicht auf jedem Campingplatz das Netz gleich gut ist. Stühle, Tisch, Campingküche (draußen kochen, wo es geht). Das alles läppert sich schnell auf tausend Euro. Weglassen: Sat-Antenne, WLAN-Netz (haben viele Campingplätze), Fernseher. Kommt was Wichtiges, hat immer irgendjemand einen TV dabei.  

Wie fährt man mit dem Caravan?

Schon beim Packen ans Fahren denken! Eine Grundregel: Alles Schwere nah an die Achsen, der Schwerpunkt muss möglichst tief sein. Und: festzurren! Koffer brauchen Sie nicht, alles in die Schränke, das ist bequem.
Wintercamping
Etwas für Fortgeschrittene: Wintercamping – die Fahrzeuge halten das aus, und im Gegensatz zur Sommersaison ist es schön ruhig!
Fahren: Beim Wohnmobil: Nicht wundern, die Windgeräusche sind gewöhnungsbedürftig, das Fahren bis auf Seitenwind ungefährlich, mehr als 130 km/h nicht empfehlenswert.
Hinweis
Wohnwagen-Vorzelt Vergleich 2022: Die besten Vorzelte für Wohnwagen
Beim Wohnwagen: Spiegelverlängerung ist ein MUSS (wenn Anhänger breiter als Zugfahrzeug), Fahren mit Anhänger ist spürbar schwieriger, vor allem in engen Kurven und rückwärts. Schlingert das Ding, gibt's nur eins: hart auf die Bremse und dann wieder loslassen. Schlafen in den Betten ist während der Fahrt bei beiden streng verboten. 

Wo darf ich darin übernachten?

Campen, wo Sie wollen? Leider nein! Wildcampen ist in Deutschland nicht erlaubt. Man darf überall dort, wo es nicht ausdrücklich verboten ist, für eine Nacht (und nicht länger) mit dem Wohnmobil stehen bleiben. Diese "Fahrtunterbrechung" dient offiziell nur der "Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit". Wildcampen ist eine Ordnungswidrigkeit, Bußgeld bis 500 Euro möglich. 
Bei längerem Abstellen, zum Beispiel im Winter, verhält es sich anders: So lange ein Wohnwagen angekoppelt ist, dürfen Pkw und Wohnwagen ohne Zeitbegrenzung am Straßenrand geparkt sein. Abgekoppelte Wohnwagenanhänger dürfen in Wohngebieten parken, aber nicht länger als zwei Wochen auf ein und demselben Parkplatz. Das gilt auch für Wohnmobile. Ist es IHR Privatparkplatz, dürfen Sie natürlich unbegrenzt. Tipp: Irgendwo trocken unterstellen kostet, ist aber sinnvoll.

Campen, wo nicht jeder hinfährt 

Trend?  Campen abseits der Plätze, an Freibädern, Bauernhöfen, bei Winzern, Imkern. Manchmal sind es nur Platz für drei, manchmal für zwei. Strom, Waschräume und Frischwasser bzw. Entsorgung gibt's nicht überall. Apps wie "Landvergnügen" helfen, Websites wie autobild.de/reisemobil auch.
3Dog Camping Anbauzelt
Dachzelte sind eine günstige Alternative zum Reisemobil oder Wohnwagen: Sie sind blitzschnell aufgeklappt und nehmen wenig Platz weg.
Noch ein Trend: Dachzelte! Kommen als flache Kiste auf den Dachgepäckträger Ihres Autos (Achtung, die zulässige Dachlast des Fahrzeuges gibt an, wie schwer das Dachzelt sein darf), werden hochgeklappt, fertig. Es gibt Hartschalen-Dachzelte (am teuersten), Klappdachzelte und Hybrid-Dachzelte. Hybrid-Dachzelte sind eine Kombination aus Hartschalen- und Klappdachzelt, sie besitzen eine Hartschale und Wände aus Zeltstoff. Ab 1500 Euro für zwei Personen. Teurerer Tipp: Das Airtop Plus von Canvaz kostet 3699 Euro, ist in 30 Sekunden schlafbereit.