Batterie-Recycling erreicht wichtigen Schwellenwert
Tesla gewinnt über 90 Prozent der Rohstoffe aus Altakkus zurück

Die Rohstoffe für die Herstellung der teuren E-Auto-Batterie sind nur in begrenzten Mengen verfügbar. Umso wichtiger wird das Recycling alter Akkus. AUTO BILD verrät, wie hoch die Recyclingquote bei Tesla ist – und was der Hersteller plant.
Bild: Daimler AG
- Raphael Schuderer
Batterien für Elektroautos sind äußerst kostspielig. Das hat zwei Hauptgründe: Die Herstellung ist technisch aufwendig, Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Nickel sind nur begrenzt verfügbar und daher teuer. Weil die Lebensdauer eines Elektroauto-Akkus begrenzt ist, ist ein nachhaltiger Umgang mit alten Akkus umso wichtiger. Die Autohersteller forschen daher an Recycling-Lösungen für die ausgedienten Batterien. Tesla hat seine Recycling-Strategie nun vorgestellt!
Der Hersteller will bis zum Jahr 2030 ebenso viele Rohstoffe aus Batterie-Recycling gewinnen wie die nordamerikanische Bergbauindustrie pro Jahr aus dem Boden holt. Recycelt werden bei Tesla Alt-Akkus aus Fahrzeugen sowie Ausschuss aus der Batterieproduktion. Aktuell schaffen es die Techniker bereits, über 90 Prozent der Rohstoffe aus alten Akkus zurückzugewinnen. Das Ziel: ein geschlossener Kreislauf ("closed loop"), bei dem aus alten Akkus sofort wieder Materialien für neue Batterien entstehen und keine Rohstoffe verschwendet werden.
Aktuell rund 9000 Batterien pro Jahr aus Recycling
Im Jahr 2025 hat Tesla am Recycling-Standort in Nevada etwa 3000 Tonnen Batterie-Rohstoffe zurückgewonnen; ein zweiter Standort in Texas soll ab Ende 2026 dieselbe Größenordnung an Ausgangsmaterialien bereitstellen. Aus 3000 Tonnen Rohstoff können in etwa 9000 Batterien für das Tesla Model Y hergestellt werden. Zusätzlich betreibt Tesla Partnerschaften mit anderen Recyclern, die ebenfalls Batterie-Ausgangsstoffe liefern. Rund 14.000 Tonnen waren es im Jahr 2025.
Beim Recycling werden die Altbatterien geschreddert. Das Ergebnis ist ein dunkles Pulver ("black mass"), eine Mischung der verschiedensten Batterie-Grundstoffe. Diese müssen nur noch voneinander getrennt sowie für die erneute Batterieherstellung aufbereitet werden.
Recycling schont die Umwelt und macht Autos günstiger
Da der Abbau der Rohstoffe meist mit erheblichen Eingriffen in die Umwelt verbunden ist, ist ihre Rückgewinnung schon aus rein ökologischen Gesichtspunkten absolut sinnvoll. Dazu werden Lieferketten verkürzt und Emissionen beim Transport eingespart. Auch der Autokäufer profitiert langfristig, weil Batterien aus recycelten Ausgangsstoffen günstiger sind als aus neu gewonnenen.
Zudem sind die Batterie-Rohstoffe auch geopolitisch relevant: Weil China die größten Vorkommen kontrolliert, reduziert das Recycling die wirtschaftliche Abhängigkeit von der Volksrepublik.
Fazit
Die teuren E-Auto-Akkus sind bald kein Wegwerfprodukt mehr – gut so! Umweltzerstörung wird vermindert, wirtschaftliche Abhängigkeit von anderen Staaten reduziert, und Autokäufer profitieren hoffentlich von günstigeren Preisen. Dabei ist Recycling nur eine Möglichkeit, die ausgedienten Batterien sinnvoll zu verwerten. Eine andere wäre die Nutzung als stationärer Energiespeicher, etwa für die Speicherung erneuerbarer Energien im zweiten Leben des Akkus, dem sogenannten Second Life.
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