Wer einen Neuwagen mit Verbrennungsmotor kauft, legt die ersten Ausfahrten im besten Fall möglichst schonend zurück. Sprich: Man ruft nicht die Höchstleistung des Motors ab. Aber gelten die Regeln zum Einfahren auch für Elektroautos? AUTO BILD hat dazu bei VW nachgefragt: Muss ich einen VW Golf anders einfahren als einen elektrischen VW ID.7?
Eine VW-Sprecherin erklärte gegenüber AUTO BILD: "Im Gegensatz zu Verbrenner-Modellen muss bei Elektrofahrzeugen für die Batterie nichts Spezielles berücksichtigt werden für die ersten Kilometer." Aus Gesamtfahrzeugsicht wird vom Hersteller "aber empfohlen, die Reifen und die Bremse einzufahren". So stehe es auch in der VW-Betriebsanleitung, zum Beispiel beim ID.7. Der Grund: eine "verminderte Reifen-Haftfähigkeit und Bremswirkung auf den ersten 600 Kilometern."

Auch ein Elektroauto sollte nach dem Kauf also vorsichtiger bewegt werden. "Für Verbrenner liegt die Empfehlung in der Regel bei ca. 1500 km für das Einfahren von Motor, Bremsen und Reifen", so die Sprecherin. Konzernschwester Audi empfiehlt in der Bedienungsanleitung zum Audi e-tron: "Ein neues Fahrzeug muss in den ersten 3000 km eingefahren werden, damit sich alle beweglichen Teile schonend aufeinander einspielen und die Lebensdauer der Antriebskomponenten erhöht wird."

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AUTO BILD empfiehlt: neues Auto = gelassenes Fahren

Warum sollte man ein Auto überhaupt "einfahren"? Die vielen beweglichen Teile, die teils unter hoher thermischer und physikalischer Belastung stehen, müssen nach der Montage erst eine Einheit bilden, Fertigungstoleranzen bei der Produktion müssen sich abschleifen. Wenn das sorgsam vonstattengeht, verlängert das ihr mechanisches Leben. Denn gerade beim Benzin- oder Dieselmotor müssen sich die Komponenten im Motor, im Antrieb und beim Fahrwerk langsam aufeinander einspielen. Daher empfiehlt AUTO BILD-Kollege Berend Sanders aus dem Testressort: "Ein neues Auto sollte man gelassen einfahren."
VW Golf 1.5 eTSI
Meistverkaufter VW-Verbrenner in Deutschland ist immer noch der Golf. Beim Benziner und Diesel dient das Einfahren vor allem dem Motor.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Die wichtigsten technischen Komponenten beim Einfahren eines Verbrenners sind Motor, Getriebe und Antrieb. Beim Elektroauto ist die Technik weniger komplex, es gibt kaum bewegliche Teile. Aber auch die müssen sich einspielen, etwa bei der Antriebseinheit aus E-Motor und Reduktionsgetriebe, den Lagern samt Schmierstoffen und Achsen. Der große Vorteil beim E-Auto: Seine Kurzstreckenfestigkeit, es ist weniger anfällig bei der Fahrt auf kurzen Distanzen.
AUTO BILD empfiehlt fürs Einfahren neuer E-Autos:
  • Nicht die höchste Leistung abverlangen, kein Kick-down, keine hohe Geschwindigkeit.
  • Neue Reifen müssen bei jedem Auto eingefahren werden, um auf 50 bis 100 km Produktionsrückstände abzufahren. Das erzeugt optimalen Grip, die erste Schutzschicht muss runter.
  • Hartes Bremsen vermeiden, aber auch die Bremsen gelegentlich ohne Rekuperation maßvoll einbremsen.
  • Generell gilt: auf den ersten 1000 bis 1500 km eher behutsam fahren.
  • Ganz wichtig ist das richtige Ladeverhalten beim Umgang mit dem E-Auto. Also das Auto nicht voll geladen abstellen, sondern eher mit mittleren Ladeständen.
  • Für Umsteiger vom Verbrenner: Die Besonderheiten beachten beim Ladeverhalten eines Elektroautos.