Toyota will bis zum Jahr 2050 CO2-neutral werden. Um das zu schaffen, reicht der bisherige Kurs mit Wasserstoff und Hybridisierung nicht aus. Deshalb wollen die Japaner bis 2025 15 neue Elektro-Autos bringen, davon sieben aus der neu lancierten Elektro-Baureihe "bZ". Das Kürzel steht für "Beyond Zero", was das Streben nach lokaler Emissionsfreiheit und den Vorteil für die Kunden ausdrücken soll. Den Anfang macht der bZ4X, der kürzlich seine Weltpremiere gefeiert hat. Das SUV im RAV4-Format wurde zusammen mit Subaru entwickelt und soll Mitte 2022 auf den Markt kommen.
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Der bZ4X steht auf Toyotas neuer e-TNGA-Plattform für Elektrofahrzeuge, die auch Subaru nutzen wird. Das Crossover führt die kantige Designsprache von Toyota-SUVs fort. Durch schwarze Kontrastlackierung an Dach und Kotflügeln wirkt es aber deutlich bulliger. Die Heckscheibe fällt flacher ab als bei anderen Modellen, insgesamt ist der bZ4X 85 Millimeter niedriger als das ein RAV4. Bei ähnlichen Karosserie-Dimensionen wird er einen um 160 Millimeter längeren Radstand und merklich mehr Platz bieten als der RAV4, was auch den kurzen Überhängen zu verdanken ist.
Toyota BZ4X
Dank langem Radstand und kurzen Überhängen soll es im Innenraum besonders geräumig zugehen.

Futuristisches Lenkrad im Tesla-Stil

Im Innenraum wartet der bZ4X mit einigen interessanten Lösungen auf. Am auffälligsten ist wohl das an Tesla erinnernde Lenkrad, das es in Verbindung mit der "Steer-by-Wire"-Funktion serienmäßig geben wird. Seine rechteckige Form soll das luftige Raumgefühl unterstreichen und den Blick auf das digitale Instrumentendisplay verbessern. Wie Toyota gegenüber AUTO BILD allerdings bestätigte, wird das Lenkrad nich vor 2023 in Deutschland erhältlich sein. Die Kunden werden hierzulande daher noch auf das konventionelle, runde Volant zurückgreifen müssen. Des Weiteren sitzt mittig auf dem Armaturenbrett ein großes Digitaldisplay mit darunter angebrachten Touchflächen für die Klimabedienung. In der Mittelkonsole finden sich einige Knöpfe sowie ein Drehregler, der zur Einstellung der Fahrprogramme dient. Unterhalb des schwebenden Mitteltunnels gibt es ein großes Ablagefach. Der mit einem höhenverstellbaren Boden ausgerüstete Kofferraum fasst je nach Ausstattung bis zu 452 Liter mit aufrechter Rückbank.
Toyota bZ4X Concept
Wie im bZ4X Concept gezeigt wird, geht das eckige Lenkrad auch in Serie. Nach Deutschland kommt es aber zunächst nicht.

Toyotas neue Assistenz-Funktionen für mehr Sicherheit

Mit dem vollelektrischen bZ4X debütiert auch die dritte Generation von "Toyota Safety Sense". Ein engmaschiges Netz aus Assistenz- und Sicherheitssystemen soll dank neuer Funktionen noch mehr Schutz bieten. Ein erweitertes "Pre-Collision-System" erkennt entgegenkommende oder einscherende Fahrzeuge schneller, passt die Geschwindigkeit entsprechend an und leitet notfalls ein Bremsmanöver ein. Um dabei immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, kann sich die Software mittels "Over-the-Air"-Updates zudem kontinuierlich aktualisieren und verbessern.

Über 450 Kilometer nach WLTP sollen möglich sein

Den bZ4X soll es zunächst mit zwei Antriebs-Optionen geben, eine mit Front- und eine mit Allradantrieb. Beide Varianten ziehen ihren Fahrstrom aus einem 71,4 kWh großen Akku. Abhängig von der Motorisierung soll damit eine Reichweite von über 450 Kilometern laut WLTP drin sein, die sich ähnlich wie beim Hyundai Ioniq 5 durch optionale Solarpanels noch erweitert lässt. Dank der 150 kW-Schnellladetechnik soll der Japaner in rund 30 Minuten auf 80 Prozent geladen werden können.
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Wer sich für die Frontmotor-Version entscheidet, bekommt eine E-Maschine mit 150 kW (204 PS) und maximal 265 Nm Drehmoment. Damit erfolgt der Sprint auf Landstraßentempo in 8,4 Sekunden. Für mehr Geländegängigkeit gibt es eine in Zusammenarbeit mit Subaru entwickelte Allrad-Version mit 160 kW (218 PS) und 336 Nm, welche die 100er-Marke bereits nach 7,7 Sekunden knackt. Unabhängig von der Motorisierung ist bei 160 km/h Schluss. Ob noch weitere Motor-Varianten folgen, gibt Toyota aktuell nicht bekannt. Die e-TNGA-Plattform selbst hat aufgrund ihrer flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten aber das Potential für weitere Antriebe.

Der bZ4X soll bei unter 40.000 Euro starten

Genaue Preise für den bZ4X gab Toyota auf AUTO BILD-Nachfrage noch nicht bekannt. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Basis-Version bei knapp unter 40.000 Euro starten wird. Wer sich einen bZ4X kaufen möchte, muss sich derzeit aber noch etwas gedulden. Ab Dezember 2021 ist das Elektro-SUV bestellbar, die ersten Modelle werden wohl ab Mitte 2022 zu den Händlern kommen.

Von

Sebastian Friemel