Vier dynamische Dieselkombis
Business-Typen

Die wahren Helden der Autobahn: dicker Diesel vorn, viel Platz hinten, 1000 Kilometer im Tank. AUTO BILD SPORTSCARS hat die Kombiversionen von Ford Mondeo, Saab 9-3, BMW 3er und Renault Laguna zur Nagelprobe gebeten.
Ein Porsche Turbo ist schnell, sehr schnell sogar. Schöpft man seine großzügigen Leistungsreserven aus, will er jedoch spätestens alle 300 Kilometer an die Tränke geführt werden. Und ein Kühlschrank passt auch nicht unter die Haube. So gesehen sind die wahren Könige der Autobahn jene flinken Dieselkombis, die einen Handelsvertreter samt komplettem WC-Stein-Sortiment in einem Rutsch von Hamburg nach München spülen – sofern der Fahrer durchhält. Dass ein Business-Kombi durchaus sportliche Gene in sich tragen kann, demonstriert Renault mit dem Laguna Grandtour GT. Seine Allradlenkung soll ihn unterhalb von 60 km/h wendiger und bei höherem Tempo fahrstabiler machen. Fahrstabilität lautet auch die Maxime von Ford: Schwer und satt liegt der Mondeo Turnier auf der Straße, in der Breite überragt er einen aktuellen Mercedes der S-Klasse um exakt 1,4 Zentimeter. Ungleich kompakter hingegen der Saab, dessen von Alfa Romeo stammender Dieselmotor mit der Hilfe zweier Turbolader satte 180 PS aus 1,9 Liter Hubraum presst. BMW setzt als einziger Hersteller in diesem Vergleich auf angetriebene Hinterräder, um die viel zitierte Freude am Fahren zu generieren. Vier recht unterschiedliche Charaktere also, doch welcher vermittelt echten Sportsgeist?
Der Laguna Grandtour lenkt überraschend zackig ein

Bild: Lena Barthelmeß
In Sachen Handlichkeit hat der große Ford das Nachsehen

Bild: Lena Barthelmeß
Materialanmutung und Verarbeitungsqualität liegen bei allen Testkandidaten grundsätzlich auf hohem Niveau. Nicht standesgemäß wirken allerdings die dürren, wackeligen Lenkstockhebelchen des Saab 9-3. Das Sahnestück des Schweden ist der 180-PS-Biturbo-Diesel: Er klingt kernig und zieht derart kraftvoll durch, dass man das Lenkrad ob des starken Zerrens in der Lenkung gut festhalten sollte. Bereits ab 1500 Umdrehungen pro Minute liefert der Selbstzünder reichlich Kraft, dreht willig bis über 4500 Touren und bietet somit ein nutzbares Drehzahlband von immerhin 3000 Umdrehungen – nicht schlecht für einen Diesel. Da kann das Renault-Aggregat nicht mithalten: Trotz identischen Leistungsgewichts bietet der Laguna deutlich schlechtere Fahrleistungen als der Saab 9-3. Der kultiviert und leise laufende Dieselmotor wirkt schlapp und kämpft zudem nach jedem Schaltvorgang mit einem spürbaren Turboloch. Auch wegen der nur mäßig exakten und auf langen Wegen operierenden Schaltung sowie des nervigen Kickdown-Gaspedals will beim Beschleunigen so keine rechte Freude aufkommen.
Der größte Trumpf des BMW ist seine harmonische Kraftentfaltung

Bild: Lena Barthelmeß
Wer den Test gewonnen hat, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel gibt es im Heftarchiv als pdf.
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