Ford Kuga, Mazda CX-5 und Hyundai Tucson. So hießen die Gegner im ersten Vergleichstest für den Kia – alles gestandene Kompakt-SUVs aus der ersten Liga. Der neue Sportage schaffte sie alle und gewann klar nach Punkten. Doch jetzt wird es richtig ernst für den Erfolgs-Koreaner! Der neue Tiguan fährt in sein Revier. Kann Kia auch am VW-Thron sägen?
Unterwegs im neuen VW-SUV: Fahrbericht VW Tiguan

Optisch muss sich der Kia nicht hinter dem VW verstecken

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Video: Kia Sportage vs VW Tiguan (TTB 2016)

Sportage fordert Tiguan

Komplett neu, größer und besser als je zuvor ist der neue Tiguan, wie unser erster Test des Wolfsburgers zeigte. Und es sieht schon gut aus, dieses neue Kompakt-SUV, mit stimmigen Proportionen und fein geschliffenen Details. Doch der Sportage braucht sich überhaupt nicht zu verstecken. Den putzt Kia mehr und mehr zu einem richtigen Designerstück heraus. Mit seiner bulligen Front, der betont hohen Gürtellinie und dem flachen Aufbau ist er ein echter Hingucker. Auch bei der Inneneinrichtung hat sich Kia sichtlich viel Mühe gegeben, das Cockpit hat Schwung und Stil, alles ist sauber vernäht und verbaut. Es gibt genügend Platz, im Fond sitzen auch große Leute gemütlich, ins Gepäckabteil passen 503 bis maximal 1492 Liter – ganz ordentlich!
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Bei den Fahrleistungen liegt der Tiguan vorne

VW Tiguan
Zügig unterwegs: Der Tiguan tritt mit 190 PS an und lässt seinem Konkurrenten beim Sprint keine Chance.
Der Tiguan ist im typischen VW-Design eingerichtet – wer irgendwann in seinem Leben mal in einem Auto aus Wolfsburg gesessen hat, wird sich hier zu Hause fühlen. Er wirkt insgesamt luftiger und ist tatsächlich überall einen Hauch großzügiger geschnitten als der Kia, besonders im Fond auffallend geräumig. Dort punktet er noch mit seiner geteilt verschiebbaren Rückbank. Der Kofferraum schluckt 615 bis 1655 Liter, üppig. Angetrieben werden VW und Kia von 2,0-Liter-Vierzylinder-Dieseln. Im Kia liefert der CRDi 185 PS, arbeitet mit einem Sechsstufen-Wandlerautomaten zusammen. Im Tiguan ist der TDI an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) gekoppelt und tritt mit 190 PS an. Und zwar ganz schön flott. Abgesehen von der schon bekannten Anfahrschwäche – beim Losfahren hakt es irgendwie zwischen TDI und DSG – ist der Tiguan zügig unterwegs.
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Der Kia kann da nicht ganz folgen, was auch an seiner Automatik liegt. Die schleift betont gemütlich die Gänge ein, schaltet sehr sanft, aber eben langsamer als das DSG. Und hat noch einen anderen Nebeneffekt: Der Kia verbrauchte im Test mit 7,8 Litern deutlich mehr als der VW, der sich mit 7,0 Litern begnügte.

Die Bremsen des Tiguan könnten beherzter zupacken

Kia Sportage VW Tiguan
Ausgebremst: Der Sportage steht aus 100 km/h schon nach 34,7 Metern, der Tiguan erst nach 37,3.
Abgestimmt ist der Tiguan – mit adaptiven Dämpfern für 1045 Euro im Testwagen – betont ausgewogen, er federt komfortabel und fährt sich handlich. Der TDI dreht lebhaft, wird nie wirklich laut. Im direkten Vergleich wirkt der Sportage eine Spur behäbiger, bewegt sich nicht ganz so leichtfüßig und federt schaukeliger. Der kräftige CRDi brummt freundlich, dreht nicht ganz so locker wie der TDI, und insgesamt führt das zu einer gemütlicheren Gangart – passend zur Automatik. Wie sehr die Koreaner aber aufgeholt haben, zeigen die Bremswerte: Der Sportage steht mit warmen Bremsen schon nach 34,7 Metern, der Tiguan erst nach 37,3. Was ist da los, VW?
Der Tiguan steht als Highline mit 190-PS-TDI, 4Motion-Allrad und DSG ab 39.975 Euro in der Liste, lässt sich günstig versichern, VW gewährt wie stets zwei Jahre Garantie. Bei Kia sind es die sagenhaften sieben Jahre, die Versicherungs-Einstufungen liegen etwas höher. Der Sportage kostet mit GT Line, 185-PS-CRDi, Allrad und Automatik allerdings auch ab 39.290 Euro – unterm Strich reicht das nicht ganz für einen Thronsturz.

Fazit

Nein, da war dann doch nichts zu machen für den Sportage. Den hat Kia gut hinbekommen und gegenüber seinem Vorgänger stark verbessert. Doch der Tiguan setzt sich im Vergleich souverän durch. Keine Frage, in dieser Form wird er wieder ein Bestseller.