ZF Praxistest 2011
König der Kompakten

Training und Qualifying sind absolviert, mehr als 35.000 Leser stimmten ab, welcher Kompakte ins Finale einziehen darf. Zehn Leser wurden in die Jury gewählt. Am Ende gab es ein wirklich knappes Ergebnis in der Klasse der Kompakten.
- Dietrich Erben
Es gibt Berufe, die sich seit Jahrzehnten in den Beliebtheits-Top-10 halten. Arzt, Lehrer, Lokführer etwa sind stets ganz vorn dabei. Auch der des Autotesters ist so einer. Ein Kindheitstraum vieler, nicht nur von Männern. Es geht schließlich um der Deutschen liebstes Kind. Und darum, schlecht von gut zu trennen. Da verwundert es nicht, dass die dritte Auflage des ZF Praxistests alle bisherigen Teilnehmerrekorde brach. Mehr als 35.000 Leser von AUTO TEST wollten sich einen Platz in der Jury sichern. Neun kamen per Losverfahren hinein, einen Platz besetzte ein Teilnehmer von Motor-Talk.de, Europas größter Auto- und Motor-Community. Die Hersteller schenken diesem Test ebenfalls große Aufmerksamkeit. Er ist schließlich der einzige seiner Art, bei dem keine erfahrenen Motorjournalisten testen, bewerten, vergleichen und urteilen. Beim ZF Praxistest entscheidet derjenige über Sieg oder Niederlage, um dessen Gunst jeder Hersteller wirbt: Otto Normalverbraucher. Manchmal aufgrund ganz anderer Ansichten als ein erfahrener Testfahrer.
Video: BMW 1er
ZF Praxistest Platz 1
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Ein Rundkurs führt die Leserjury am ersten Testtag über unterschiedlich anspruchsvolle Straßen.
Bild: Lena Barthelmeß
Die professionelle Herangehensweise verwundert nicht, denn der 29-jährige Autofan war bereits 2006 Deutschlands bester Autofahrer und dank Losglück auch beim ZF Praxistest dabei. Kai Walter ist von der Schaltbarkeit des manuellen Sechsganggetriebes im Alfa angetan. Werden wir am Ende also einen Überraschungssieger küren dürfen? Abwarten, Die Leserjury schließlich ist nicht mal die Hälfte des ZF Praxistest-Finales absolviert; es folgen noch zwei weitere Disziplinen. Doch zunächst dürfen nach diesem Testabschnitt die Motoren ruhen. Jeder hat bis dahin jedes Fahrzeug ausgiebig gefahren. Und es reift die Erkenntnis, dass das Testen anstrengender und aufwendiger ist, als viele dachten. Vor allem, wenn es – wie hier – um die Suche des Königs der Kompakten geht.
Tapfer meisterte Carola Metze das bisherige Programm und zückt nach einer kurzen Mittagspause wieder Kugelschreiber und Bewertungsbogen, um sich den Finalisten bei der statischen Bewertung zu widmen. Sie nimmt Ergonomie, Platzverhältnisse, die Güte der Verarbeitung und Variabilität akribisch unter die Lupe. Klappt die Rücksitzlehnen im Citroën C4 um – und ist erstaunt von der Größe des Kofferraums. Ganz vorn sieht sie im Kapitel Karosserie trotzdem den VW Golf. "Der Golf leistet sich keine nennenswerte Schwäche. Man steigt leicht ein, sitzt bequem und hat viel Platz." Der Ford Focus, erst 2011 präsentiert und knapp 20 Zentimeter länger als der Golf, kommt dagegen nicht so gut weg.

Bevor es auf den Sachsenring geht, erfolgen ein Briefing und eine Einführungsrunde.
Bild: Lena Barthelmeß
Mit dieser Meinung steht er nicht allein da. Beim Abschlussbild, wo sich jeder zu seinem Favoriten stellt, scheint der Spanier uneinholbar vorn zu liegen. Das hat aber noch einen anderen Grund. Es liegt an dem modernen Turbomotor aus dem großen Regal des VW-Konzerns, aus dem sich Seat bedient. Demnach führt schon subjektiv an der Aufladung kein Weg vorbei. Doch trotz gleicher Motortechnik wie im A3 Sportback und Golf scheint das Gesamtpaket im Seat zudem stimmiger zu sein. Nicht nur Ulrich Schulz ist angesichts des im Vergleich zu den Konzernbrüdern agileren Handlings und der sportlicheren Fahrwerksabstimmung voll des Lobes.

Auf dem Sachsenring ist der Seat in seinem Element: Agilität und der starke Turbomotor kommen bei den Testern gut an.
Bild: Lena Barthelmeß

"Tolles Raumgefühl mit dem Panoramadach" – Britta Schmerse ist vom Citroën sichtlich angetan.
Bild: Lena Barthelmeß

Ulrich Schulz prüft kritisch, wie leicht eine Kontrolle der Betriebsmittel fällt.
Bild: Lena Barthelmeß
Die zweite Sensation folgt mit einem ebenso knappen Abstand. Der Audi sichert sich Rang drei. Für Audi-Fan Britta Schmerse ganz klar, schließlich "stimmen hier das hochwertige Ambiente sowie das sichere und satte Fahrgefühl". In dieser Disziplin punktet der Seat Leon. Mit seiner sportlichen Auslegung und dem feinfühligen Handling auf der Rennstrecke holt er eifrig auf, schrammt nur knapp am Platz auf dem Podium vorbei. Zudem überzeugt sein Design die Tester. Nebenbei bemerkt: Der Spanier ist auch schon seit sechs Jahren auf dem Markt. Vielleicht sollten die Hersteller einfach mal über längere Modellzyklen nachdenken.
Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und der großen Abschlusstabelle lesen Sie in AUTO TEST 8/2011 – ab 27. Juli im Handel.
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