Elektroautos werden immer sparsamer – und das längst nicht nur in der Kleinwagenklasse. Niedriger Verbrauch bedeutet weniger Stromkosten und holt gleichzeitig mehr Reichweite aus dem Akku. Doch welche Modelle gehen besonders effizient mit ihrer Energie um?
AUTO BILD hat deshalb alle getesteten Elektroautos herausgesucht, die auf der 155 Kilometer langen Testrunde höchstens 18 kWh/100 km verbrauchen – inklusive Ladeverlusten. Als Grenze haben wir 18 kWh/100 km gewählt, weil dieser Wert auch unter realistischen Testbedingungen für eine hohe Effizienz steht – und zugleich genügend Modelle unterschiedlicher Klassen für einen aussagekräftigen Vergleich einschließt. Vom günstigen Stadtflitzer bis zur langstreckentauglichen Limousine zeigt die Bestenliste, wie unterschiedlich effiziente E-Autos sein können.
Renault Twingo
Autobild LogoTestsieger
1.
Testverbrauch
13,9 kWh/100km
2,1
gut
VW ID.3 Neo
Autobild LogoBremsweg-Bester
2.
Testverbrauch
15,7 kWh/100km
1,5
gut
Spring DACIA
3.
Dacia
Spring Electric 65
Testverbrauch
16,4 kWh/100km
3,1
befriedigend
Fiat Grande Panda
4.
Fiat
Grande Panda Elektro
Testverbrauch
16,5 kWh/100km
2,7
befriedigend
R 4 E-Tech RENAULT
5.
Testverbrauch
17,1 kWh/100km
2,2
gut
CLA 250+ EQ MERCEDES-BENZ
Autobild LogoReichweiten-Champion
7.
MERCEDES-BENZ
Testverbrauch
17,8 kWh/100km
1,6
gut
408 Elektro 210 PEUGEOT
8.
Peugeot
Testverbrauch
18 kWh/100km
2,0
gut

Für wen eignen sich Elektroautos bis 18 kWh Testverbrauch am meisten?

Sparsame Elektroautos eignen sich für alle, die ihre Stromkosten niedrig halten und möglichst viel Reichweite aus dem Akku holen möchten. Besonders Pendler und Vielfahrer profitieren vom niedrigen Energiebedarf, doch auch auf der Langstrecke zahlt sich Effizienz aus: Wer weniger verbraucht, muss seltener laden und kommt mit derselben Akkukapazität weiter.
Typische Zielgruppen
  • Pendler: profitieren von niedrigen Stromkosten im täglichen Einsatz.
  • Vielfahrer: sparen durch den geringen Verbrauch besonders viele Kilowattstunden und damit Geld.
  • Langstreckenfahrer: kommen mit derselben Akkukapazität weiter und müssen seltener laden.
  • Kostenbewusste: halten Stromkosten niedrig und benötigen für hohe Reichweiten nicht zwingend einen riesigen Akku.
  • Stadtfahrer: können mit besonders sparsamen Kleinwagen lange ohne Ladestopp unterwegs sein.

Neuwagen, Gebrauchtwagen oder Leasing – was passt zu wem?

Die richtige Wahl hängt stark davon ab, wie viel Budget Sie haben, wie lange Sie das Auto fahren möchten und wie wichtig Ihnen Sicherheit und Planbarkeit sind.
Ein Neuwagen lohnt sich, wenn Sie möglichst sorgenfrei unterwegs sein wollen: volle Garantie, aktuelle Batterie- und Ladetechnik und keine Vorschäden. Das passt vor allem, wenn Sie das Auto mehrere Jahre fahren möchten und bereit sind, den höheren Preis sowie den schnellen Wertverlust in Kauf zu nehmen.
Ein Gebrauchtwagen ist die beste Wahl, wenn das Budget knapp ist. Gerade Elektroautos sind aufgrund ihres Wertverlusts oft deutlich günstiger zu bekommen. Wichtig ist hier aber: genau hinschauen – Zustand, Historie und Batterie prüfen, sonst können Reparaturen schnell teuer werden. Ideal sind häufig junge Gebrauchte mit Restgarantie.
Leasing passt, wenn Sie monatlich planen möchten und sich nicht um den Wiederverkauf kümmern wollen. Sie zahlen eine feste Rate, fahren ein aktuelles Elektroauto und geben es am Ende einfach zurück. Der Haken: Das Auto gehört Ihnen nicht – und bei Schäden oder Mehrkilometern können zusätzliche Kosten entstehen.
Kurz gesagt
  • Neuwagen: aktuelle Technik und volle Garantie, aber teuer.
  • Gebrauchtwagen: günstiger Einstieg, aber Batterie genau prüfen.
  • Leasing: planbar und bequem, aber kein Eigentum.

Testsieger: Renault Twingo E-Tech 80 Urban Range

Der Renault Twingo E-Tech gewinnt diese Bestenliste mit einem Testverbrauch von nur 13,9 kWh/100 km. Inklusive Ladeverlusten wohlgemerkt. Dabei leistet der kleine Franzose 82 PS, schafft maximal 130 km/h und kommt auf der 155 Kilometer langen AUTO BILD-Testrunde 211 Kilometer weit. Der Grundpreis liegt bei günstigen 19.990 Euro.
Fahrzeug-Deals

Renault

Twingo E-Tech 80 Urban Range

Renault Twingo
Vor allem in der Stadt spielt der nur 3,79 Meter lange Twingo seine Stärken aus. Er ist wendig, leicht und mit 10,3 Metern Wendekreis angenehm handlich. Dazu kommen eine verschiebbare Rückbank, ein umklappbarer Beifahrersitz und One-Pedal-Drive bis zum Stillstand.
Klein, wendig, effizient: Der Twingo E-Tech holt besonders viel Reichweite aus seinem Akku.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Seine Grenzen liegen auf der Langstrecke: 50 kW maximale DC-Ladeleistung sind überschaubar, eine Wärmepumpe gibt es nicht. Dafür sind 11 kW AC serienmäßig, und von 15 auf 80 Prozent soll der Akku in 28 Minuten laden. Unterm Strich überzeugt der Twingo vor allem dort, worum es in dieser Bestenliste geht: mit sehr niedrigem Verbrauch und einem stimmigen Gesamtpaket.

TESTNOTE

2,1
Renault Twingo E-Tech 80 Urban Range

Bremsweg-Bester: VW ID.3 Neo

Der VW ID.3 Neo verbindet niedrigen Verbrauch mit starken Bremswerten. Auf der 155 Kilometer langen AUTO BILD-Testrunde benötigt er 15,7 kWh/100 km und kommt damit auf 408 Kilometer Reichweite. Der neue E-Motor leistet 190 PS und treibt die Hinterräder an.
Fahrzeug-Deals

VW

ID.3 Neo

VW ID.3 Neo
Seine besondere Stärke zeigt der ID.3 beim Verzögern: Aus 100 km/h steht er mit kalter Bremse nach 33,6 Metern, warm sind es 33,9 Meter. Damit bremst er in diesem Testfeld am besten. Gleichzeitig fährt sich der 4,27 Meter lange VW agil, bietet viel Platz und einen kleinen Wendekreis von 10,4 Metern.
Der VW ID.3 Neo glänzt mit niedrigem Verbrauch und den besten Bremswerten im Test.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Auch die Effizienz hat gegenüber dem Vorgänger deutlich zugelegt: Im AUTO BILD-Test verbrauchte der Neo knapp zwei kWh weniger und kam 50 Kilometer weiter. Abzüge gibt es für den hohen Listenpreis und die mit 105 kW eher mäßige Ladeleistung. Unterm Strich ist der ID.3 Neo aber ein sehr komplettes E-Auto.

TESTNOTE

1,5
VW ID.3 Neo

Preis-Leistungs-Sieger: Tesla Model 3 Standard Hinterradantrieb

Viel Elektroauto fürs Geld: Der Tesla Model 3 kostet in der Basis 36.990 Euro und bringt dafür 283 PS, Hinterradantrieb und eine umfangreiche Serienausstattung mit. Navi, Wärmepumpe, Sitzheizung und adaptiver Tempomat sind bereits an Bord.

Fahrzeugempfehlung

Tesla Model 3

Tesla

Model 3 Standard Hinterradantrieb

1,6
gut
  • Pro Iconhohe Effizienz
  • Pro Icongeringes Leergewicht
  • Contra Iconschlechte bedienbare Türgriffe
  • Contra Iconkleine, weiche Sitze
Auch beim Verbrauch kann der Tesla punkten. Auf der 155 Kilometer langen AUTO BILD-Testrunde benötigt er 17,6 kWh/100 km inklusive Ladeverlusten und kommt damit 425 Kilometer weit. Mit maximal 175 kW lädt er zudem deutlich schneller als viele ähnlich teure Konkurrenten.
Preis-Leistungs-Sieger: Kaum ein anderes Elektroauto bietet so viel Technik fürs Geld.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Dazu kommen gute Fahrleistungen: In 6,3 Sekunden geht es auf Tempo 100, maximal sind 201 km/h drin. Schwächen zeigt das Model 3 bei den Bremsen und der gewöhnungsbedürftigen Bedienung. Unterm Strich bietet es aber eine starke Mischung aus Größe, Leistung, Reichweite, Effizienz und Preis.

TESTNOTE

1,6
Tesla Model 3 Maximale Reichweite Hinterradantrieb RWD

Reichweiten-Champion: Mercedes CLA EQ 250+

Wer möglichst weit kommen will, landet beim Mercedes CLA 250+. Auf der 155 Kilometer langen AUTO BILD-Testrunde verbraucht er 17,8 kWh/100 km und schafft mit seinem 85-kWh-Akku 508 Kilometer – Bestwert in dieser Bestenliste. Bei sparsamer Fahrweise sind sogar rund 600 Kilometer drin.

Fahrzeugempfehlung

CLA 250+ EQ MERCEDES-BENZ

MERCEDES-BENZ

CLA 250+ EQ

1,6
gut
  • Pro Iconhohe Effizienz und Reichweite
  • Pro Iconsehr gutes Ladekonzept
  • Contra IconBedienkonzept muss erlernt werden
  • Contra IconEinstieg und Platz im Fond
Auch beim Laden ist der CLA Spitze: Dank 800-Volt-Technik sind bis zu 320 kW möglich, von zehn auf 80 Prozent soll es nur 22 Minuten dauern. Wärmepumpe und intelligente Routenplanung inklusive Akku-Vorkonditionierung sind serienmäßig.
Dank 800-Volt-Technik lädt der CLA besonders schnell und eignet sich ideal für lange Reisen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Dazu kommen 272 PS, maximal 210 km/h und hoher Fahrkomfort. Weniger überzeugend sind das knappe Platzangebot im Fond und der hohe Preis: Mindestens 55.859 Euro werden fällig. Dafür ist der CLA nicht nur Reichweiten-Champion, sondern ein ausgesprochen reisetaugliches Elektroauto.

TESTNOTE

1,6
Mercedes-Benz CLA 250+ EQ

Wer beim Elektroauto auf den Verbrauch schaut, muss längst nicht mehr auf Reichweite, Leistung oder Komfort verzichten. Unsere Bestenliste zeigt: Selbst große und kräftige Stromer bleiben unter 18 kWh – und kommen damit teilweise mehr als 500 Kilometer weit.

So testet AUTO BILD

AUTO BILD kombiniert im Fahrzeugtest objektive Messwerte mit intensiven Alltagseindrücken. Gerade bei Elektroautos ist diese Mischung entscheidend – denn ein niedriger Verbrauch allein macht noch kein gutes Auto. Bewertet wird nach einem festen Schema mit sieben Hauptkategorien: Karosserie, Komfort, Antrieb, Fahrdynamik, Konnektivität, Umwelt und Kosten.
In jede Kategorie fließen sowohl messbare Werte als auch subjektive Eindrücke ein. Für diese Bestenliste steht die Effizienz besonders im Fokus. Entscheidend ist der AUTO BILD-Testverbrauch auf der 155 Kilometer langen Testrunde, der auch die Ladeverluste berücksichtigt. Nur Elektroautos mit höchstens 18 kWh/100 km schaffen es in diese Auswahl.
Messwerte wie Reichweite, Ladeleistung, Beschleunigung und Bremsweg ergänzen die Bewertung. Dazu kommen Eindrücke zu Fahrkomfort, Bedienung und Platzangebot. Denn ein sparsames Elektroauto muss auch im Alltag überzeugen – und nicht nur möglichst wenig Strom verbrauchen.

Die wichtigsten Fragen zu sparsamen Elektroautos

Wie viel verbraucht ein sparsames Elektroauto?

Als sparsam gelten Elektroautos, die im Alltag deutlich unter 20 kWh Strom pro 100 Kilometer benötigen. Für diese Bestenliste liegt die Grenze noch niedriger: Alle ausgewählten Modelle bleiben im AUTO BILD-Test bei höchstens 18 kWh/100 km.

Wie misst AUTO BILD den Verbrauch von Elektroautos?

Der Testverbrauch wird auf der 155 Kilometer langen AUTO BILD-Testrunde ermittelt. Dabei werden auch die beim anschließenden Laden entstehenden Ladeverluste berücksichtigt. So lässt sich der tatsächliche Strombedarf verschiedener Elektroautos besser vergleichen.

Warum ist ein niedriger Verbrauch beim Elektroauto wichtig?

Je geringer der Verbrauch, desto niedriger fallen in der Regel die Stromkosten aus. Gleichzeitig lässt sich aus einer gegebenen Akkukapazität mehr Reichweite herausholen. Besonders auf längeren Strecken kann hohe Effizienz deshalb einen spürbaren Vorteil bringen.

Fazit

Sparsame Elektroautos gibt es längst in fast allen Klassen. Unsere Bestenliste zeigt: Weniger als 18 kWh/100 km schaffen nicht nur kleine Stadtflitzer, sondern auch kräftige Limousinen mit mehr als 500 Kilometern Reichweite. Wer effizient fährt, muss also kaum noch verzichten. Besonders überzeugen die Modelle, die niedrigen Verbrauch mit guter Reichweite, schnellem Laden und einem fairen Preis verbinden.