BMW X3/ Nissan Murano/ Land Rover Freelander/ Mazda CX-7
Ein ganz neues Hochgefühl?

Fette Geländewagen waren gestern: zu wuchtig, zu teuer, zu durstig. Der neue Trend heißt Crossover. X3, Murano, Freelander und CX-7 vereinen Kombi mit hoher Sitzposition und sportlichen Fahrleistungen.
- Jörg Maltzan
Das Hohelied der SUV hat einen neuen Klang. Nicht mehr dicke Brocken wie VW Touareg, Range Rover und Land Cruiser geben den Ton vor, sondern sportliche Crossover mit Allradtechnik, starken Motoren und trendigen Karosserien machen die Musik. Bühne frei für vier Solisten aus der Designerecke. Jeder steht für eine eigene Interpretation der noch jungen Stilrichtung. Alle versuchen aber, das gleiche Publikum zu begeistern: modebewusste Menschen, die bei Kreditkarten-Anträgen eine sechsstellige Zahl in das Pflichtfeld fürs Bruttojahreseinkommen schreiben. Hochgefühle erzeugen die erhabenen Gefährte vor allem bei Frauen. Wegen der Sicherheit und des guten Überblicks, den sie bieten.
Sportlicher Auftritt, günstiger Preis: Der CX-7 kommt mit Paukenschlag
Besonders angesagt in der PS-starken Liga ist der BMW X3. Mangels deutscher Premium-Konkurrenz spielt er (noch) die erste Geige in seiner Klasse. Eher ins rustikale Jagdhorn stößt der Land . Verschwunden ist die weichliche Verspieltheit der ersten Modellgeneration. Der Freelander 2 will sich klarer ausdrücken – und kantiger wirken. Den Kontrast dazu bilden die beiden Japaner. Speziell der Nissan Murano wirkt im Gegensatz zum erdigen Charakter des Engländers glitzernd wie eine Sony Playstation. "Fast Fashion" heißt so was in der Modebranche: heute cool, morgen out.

Bild: Holger Schaper
Mit Druck nach vorn
Dank Ausgleichswellen arbeitet der 2,3-Liter laufruhig. Nur im oberen Drehzahlbereich wird er rau und laut. Sobald die Turbine genügend Druck aufgebaut hat, schießt der Mazda vehement nach vorn. Sein Durchzug ist so entschlossen, dass er mit dem schnellen BMW mithalten kann. Selbst in der Spitze liegen X3 und CX-7 gleichauf – und zehn km/h über Land Rover und Nissan Murano. Beim Anfahren dauert es jedoch immer einen Moment, bis der Turbomotor auf Touren kommt. Gut, damit lässt sich leben. Aber eine Automatik bietet Mazda gar nicht an. Leider – denn sie wäre eine wichtige Option für dieses Modell, das auch noch einige Zeit ohne Diesel auskommen muss. Lob verdient hingegen die Lenkung – sie hält den CX-7 sauber auf Kurs und sorgt für ein handliches Gefühl beim Einlenken. Im Cockpit blickt der Fahrer auf viel uncharmanten Hartkunststoff, dafür sind Schalter und Tasten ordentlich erreichbar. Die Sitze sind bequem und bieten ausreichend Seitenhalt. Gut so – denn in der Fahrdynamik-Wertung liegt der CX-7 näher am deutschen X3 als am heimischen Konkurrenten von Nissan.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan

Bild: Holger Schaper
Wie BMW X3, Land Rover Freelander und Nissan Murano abgeschnitten haben, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den gesamten Text mit ausführlichen Tabellen können Sie sich hier bequem als PDF herunterladen.
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