Porsche Panamera 4 E-Hybrid (2017): Fahrbericht

Porsche Panamera 4 E-Hybrid (2017): Fahrbericht

Porsche Panamera 4 E-Hybrid (2017) im Test: Fahrbericht

— 18.01.2017

Panamera mit teuflischem Duett

Porsche hat den Panamera 4 E-Hybrid neu aufgelegt. Die zweite Generation der großen Limousine ist so schnell wie ein Basis-911. Fahrbericht!

Den Porsche Panamera gibt es künftig mit zwei Gesichtern. Sportlich war er schon vorher, aber der Hybrid kann auch richtig öko sein. 50 Kilometer ohne Benzin fahren, aber mit Elektro-Boost an der Ampel die anderen stehen lassen – geht beides mit Porsches Elektro-Limo. Stück für Stück arbeitet sich Porsche wieder an seine einstige Hybrid-Ikone, den 918 Spyder heran. Der Supersportwagen mit einem Preis in der Stratosphäre (Neupreis 768.026 Euro, aktueller Marktwert deutlich über eine Million), dessen Produktion nach 918 Einheiten 2015 eingestellt wurde, gibt scheibchenweise seine Super-Technik in die Großserie ab. Der Panamera 4 E-Hybrid ist das jüngste Produkt dieses Technologie-Transfers. In nahezu allen Bereichen hat Porsche beim Panamera 4 E-Hybrid eine Schippe draufgelegt. Beispiel Batterie: Die Kapazität ist von 9,4 auf 14,1 Kilowattstunden gestiegen. Bei gleichem Gewicht und gleicher Größe. Dadurch kann der Hybrid-Panamera jetzt 50 Kilometer rein elektrisch zurücklegen. Der E-Motor leistet nun 136 PS (Vorgänger 95 PS), und der neue, drei Liter große Turbobenziner bringt es auf auf 330 PS (Vorgänger: 321 PS). Ergebnis: Von 0 auf 100 km/h sprintet die 2170 Kilogramm (DIN-Leergewicht ohne Fahrer) schwere Limousine jetzt in 4,6 Sekunden und ist damit so schnell wie ein Basis-911.

Porsche Panamera II (2016): Vorstellung

Porsche Panamera II Porsche Panamera II Porsche Panamera II

40 Kilometer rein elektrisch

Giftgrün hinterlegter Schriftzug und das "E" im Kennzeichen verraten den Panamera als Plug-in-Hybrid.

Diese Daten zeigen schon ganz gut, wo Porsche hinwill. Motto: Wenn schon Hybrid, dann aber mit Schmackes. Dabei macht der Panamera E-Hybrid erst mal den Leisetreter und startet rein elektrisch. Wer allerdings die Taste "S" für Sport als Fahrmodus wählt, der erlebt die 400 Nm Drehmoment des E-Motors von der ersten Umdrehung an. Zusammen mit dem Verbrenner steigert sich das Duett auf 700 Newtonmeter ab 1100 Umdrehungen pro Minute. Wir bleiben zunächst aber mal unter Strom. Bei rund 30 Grad in der südafrikanischen Sonne verliert der Panamera E-Hybrid zunächst mal an Reichweite, stabilisiert sich aber – und am Ende fahren wir 40 Kilometer ohne Verbrenner. Das deckt sich mit den Hersteller-Angaben, 25 bis 50 Kilometer versprechen.

Kickdown geht über alles

Im E-Charge-Modus lädt der Panamera die Batterie komplett wieder auf.

Im "Sport+"-Modus lässt sich die Batterie am besten während der Fahrt aufladen. Jetzt ist Schluss mit Schleichfahrt, es darf auch flott ums Eck gehen. Und das macht richtig Spaß mit dem Elektro-Panamera. Die serienmäßige Dreikammer-Luftfederung stabilisiert das schwere Geschoss zuverlässig. In Millisekunden werden die Dämpfer auf die aktuelle Straßenlage abgestimmt. Beachtlich, wie der Panamera mit dieser Technik fast wie ein 911er auf der Straße liegt. Dazu trägt auch der Allradantrieb ein gehöriges Stück bei. Die ebenfalls neu abgestimmte Achtgang-Automatik bringt dabei mit kurzen Schaltvorgängen die Kraft zügig auf die Straße. Wird E-Hold gewählt, behält der Panamera 4 E-Hybrid die Ladung bis zum gewünschten Zielort, beispielsweise während der letzten Kilometer durch die Stadt. Wird E-Charge gewählt, so lädt der Panamera die Batterie, bis sie komplett mit Energie versorgt ist. Mit einem Kickdown des Gaspedals lässt sich allerdings jeder Modus übersteuern, zum Beispiel für ein flottes Überholmanöver.

Porsche Panamera II 4S Diesel (2016): Fahrbericht

Knapp 280 km/h Höchstgeschwindigkeit

Richtig Porsche ist der Panamera aber in den beiden Sport-Modi. Die Leistung der beiden Motoren wird nahezu perfekt über das Drehzahlband verteilt. Das macht sich positiv bei kurzen Zwischensprints bemerkbar. Im "Sport+"-Modus erreicht der E-Hybrid auch seine Höchstgeschwindigkeit von 278 km/h. Rein elektrisch fährt er nur bis 140 km/h.

Porsche Panamera II (2016): Fahrbericht

Volle Ladung in etwa sechs Stunden

An der heimischen Steckdose, 230 Volt und zehn Ampere, lässt sich die Batterie in 5,8 Stunden vollständig laden. Optional kann ein 7,2 kW starker On-Board-Lader bestellt werden, der bei 230 Volt und 32 Ampere in 3,6 Stunden eine vollständig entladene Batterie wieder komplett auffüllt. Über die Porsche-App "Car Connect" kann der Ladevorgang überwacht werden. Das Auto wird während der Stromzufuhr über eine Standklimatisierung auf gemütlichen Temperaturen gehalten.

Porsche Panamera 4 E-Hybrid (2017): Fahrbericht

Günstiger als ein S 500 Plug-in-Hybrid

Der Vorgänger hört auf den Namen Porsche Panamera S E-Hybrid und hat eine Systemleistung von 416 PS.

Im Vergleich zum Vorgänger ist den Porsche-Ingenieuren ein relevanter Schritt nach vorne gelungen. Das emissionsfreie Fahren klappt nicht nur schneller und weiter. Es bringt auch mehr Spaß, weil Leistung in jeder Lebenslage für alle Zwecke zur Verfügung steht. Man darf gespannt sein, was der nächste Schritt auf Porsches "Mission E" sein wird. Auch beim E-Hybrid ist noch Luft nach oben,  und die Modell-Palette des neuen Panamera ist noch nicht ausgeschöpft. Preislich sortiert sich Porsches Hybrid-Limo knapp unter dem Mercedes S 500 Plug-in-Hybrid (110.254 Euro) ein, dem wohl schärfsten Konkurrenten. Dafür ist er technisch schon ein Stückchen weiter als der Hybrid des Lokalrivalen aus Stuttgart. Es hat sich einiges getan in den fast drei Jahren, die der Porsche jünger ist. Tatsächlich ist der Panamera 4 E-Hybrid mit 107.533 Euro der derzeit günstigste Panamera. Das wird sich allerdings mit dem kleineren Diesel ändern, der noch 2017 ins Angebot drängen wird. Aber nicht nur angesichts der aktuellen Diskussion um Diesel-Motoren ist der Panamera als Plug-in-Hybrid allemal eine Überlegung wert. Bestellt werden kann schon jetzt, ab April steht der Porsche Panamera 4 E-Hybrid bei den Händlern.

Neue Porsche bis 2021

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Autor: Markus Mechnich

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